Messi, CR7 und verrückte Fans - die besten WM-Momente vom 2. Spieltag
Lionel Messi bricht den Tor-Rekord, Cristiano Ronaldo stellt eine historische Bestmarke auf. Kap Verde überrascht weiter, auch Curacao hat nun einen Torwart-Helden. Schottlands Tartan Army macht das, was sie auch schon bei der EM gemacht hat, und die DR Kongo hat den Kult-Fan der WM.
24.06.2026 | 10:45 Uhr
Sky Sport zeigt die besten Momente des 2. WM-Spieltags, die sich abseits der deutschen Mannschaft ereignet haben.
MESSI, CR7 UND DIE WM DER TORJÄGER
Fünf Treffer in den ersten beiden Gruppenspielen, 18 WM-Tore seit seiner ersten Teilnahme im Jahr 2026. Lionel Messi hat nicht nur den Rekord von Miroslav Klose gebrochen, der Argentinier, der am heutigen Mittwoch seinen 39. Geburtstag feiert, ist bisher DER Spieler dieser WM.
Kylian Mbappe erzielte gegen Irak seinen zweiten Doppelpack bei diesem Turnier und sein insgesamt 16. WM-Tor. Zum Abschluss der Vorrunde trifft er mit Frankreich auf Erling Haaland, der für Norwegen ebenfalls vier Treffer in zwei Partien erzielte. Harry Kane, beim 4:2 gegen Kroatien noch Doppeltorschütze, überraschte bei Englands 0:0 gegen Ghana, als er in der Schlussphase eine Großchance ausließ.
Cristiano Ronaldo erzielte beim 5:0 gegen Usbekistan seine ersten beiden Turniertore. Der Portugiese ist damit der erste Spieler, der bei sechs Weltmeisterschaften getroffen hat.
NORWEGER RUDERN IN NEW YORK
Der niederländische Song "Links Rechts" war schon bei der EM in Deutschland ein Hit. Nun kennt ihn die ganze Fußballwelt. Ähnlich stimmungsvoll wie die "Orange Army" sind die die Fans aus Norwegen. Vor dem zweiten Gruppenspiel gegen den Senegal im MetLife Stadium nahmen die Anhänger aus Skandinavien den berühmten Times Square in New York ein.
Nach dem 3:2-Sieg gegen Senegal feierte die Mannschaft mit den Fans, die Spieler "ruderten" dabei auf dem Rasen.
KAP VERDE SORGT FÜR NÄCHSTEN COUP
Nachdem Torwart Vozinha beim 0:0 gegen Spanien weltweit für Furore gesorgt hatte, avancierte Stürmer Helio Varela beim 2:2 gegen Uruguay zum Volkshelden.
Dabei war der 24-Jährige von Maccabi Tel Aviv noch vor gut drei Jahren gewissermaßen der Fußball-Staatsfeind Nummer eins, als er die Nominierung für den Afrika-Cup dankend ablehnte. Stattdessen ist Varela plötzlich eines der strahlenden Gesichter der "Underdog-Helden der WM" (The Guardian), die nach dem erneuten Punktgewinn von der K.o.-Phase träumen.
SALAH ERZIELT HISTORISCHES TOR
33.628 Tage mussten die Ägypter seit ihrer ersten WM-Teilnahme im Jahr 1934 auf dieses Gefühl warten. Erst im neunten Anlauf gelang den "Pharaonen" der ersehnte Sieg. Auch dank Mohamed Salah, der nach dem zwischenzeitlichen Rückstand zur Führung (67.) traf.
"Ich habe einfach schon viel erreicht", sagte Salah nach dem 3:1 gegen Neuseeland. Gänzlich kalt ließ ihn der historische Erfolg nicht. "Wir haben heute Geschichte geschrieben", erklärte der 34-Jährige: "Man sieht viele Mannschaften Spiele gewinnen, aber für uns kommt das nicht sehr oft vor."
Mit vier Punkten ist Ägypten ein Platz im Sechzehntelfinale kaum mehr zu nehmen. Mit einem weiteren Sieg gegen den können sich die Nordafrikaner sogar den Gruppensieg sichern.
ERSTE ROTE KARTE WEGEN NEUER REGEL
Paraguays Miguel Almiron sah als erster Spieler bei der WM die Rote Karte, weil er sich in einem Disput mit seinem türkischen Gegenspieler Mert Müldür die Hand vor den Mund gehalten hatte.
Schiedsrichter Ivan Barton aus El Salvador traf die Entscheidung nach einem Hinweis des Videoschiedsrichters. "Nummer zehn Paraguay, Hand vor seinem Mund", sagte Barton bei der Durchsage im Stadion und rief: "Rote Karte."
Durch die neu eingeführte Regel soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen.
"NO SCOTLAND, NO PARTY"
Sie marschierten zu Tausenden in Kilts durch Boston, verwandelten das Baseball-Stadion der Red Sox in eine Außenstelle von Glasgow und tranken die Bars leer. Wie schon die Deutschen bei der EM vor zwei Jahren haben auch die Amerikaner die Fans aus Schottland in ihre Herzen geschlossen.
"Boston hat sich in sie verliebt. Jeder, der die Tartan Army trifft, verliebt sich in sie", sagte Kapitän Andrew Robertson. Nach dem 1:0 zum Auftakt gegen Haiti verloren die Schotten 0:1 gegen Marokko, doch das tut ihrer Feierstimmung keinen Abbruch. Die Schotten setzen ihre Partytour in der Hitze von Florida fort und legen Miami trocken.
KONGO-FAN LUMUMBA VEA: WIE EINE STATUE
Lumumba ist laut Wikipedia "ein alkoholisches Mischgetränk aus heißem oder kaltem Kakao, der mit einem Schuss Rum (wahlweise auch Weinbrand oder Amaretto) verfeinert und oft mit Schlagsahne serviert wird." "Lumumba Vea" wird der Kult-Fan von WM-Außenseiter DR Kongo genannt, der mit bürgerlichem Namen Michel Nkuka Mboladinga heißt.
Mboladinga ist weltbekannt - vor allem, weil er kaum zu übersehen ist. Wenn die DR Kongo spielt, steht der 49-Jährige auf der Tribüne - regungslos, den Blick in die Ferne gerichtet, den rechten Arm erhoben. Wie eine Statue. Er singt nicht, er feiert nicht, er bewegt sich einfach nicht. Die farbenfrohen Anzüge, inspiriert von der Nationalflagge der DR Kongo, kennt mittlerweile fast jeder Fußballfan.
IRANS BEIRANVAND: WIE EINE WAND
Alireza Beiranvand lag schon am Boden, fuhr aber plötzlich seine linke Hand aus - und sorgte für eine der besten Paraden der WM. "Beiranvand ist einer der besten iranischen Torhüter der Geschichte. Er ist sehr intelligent, sehr erfahren und war heute in Topform. Ihm verdanken wir einen Punkt", sagte Trainer Amir Ghalenoei nach dem 0:0 gegen Belgien.
Schon bei der WM 2018 in Russland hatte Beiravand für Schlagzeilen gesorgt, als er im Spiel gegen Portugal einen Elfmeter von Cristiano Ronaldo parierte.
Sieben teils überragende Paraden zeigte der 33-Jährige gegen Belgien seine Rettungstat gegen Maxim de Cuyper, der aus kürzester Distanz am blitzschnell reagierenden Keeper scheiterte, ragte heraus. Dank Beiranvand haben die Iraner mit zwei Punkten weiterhin alle Chancen auf die K.o.-Runde.
CURACAO-KEEPER WIRD ZUM HELDEN
Erst Vozinha, nun Eloy Room: Erneut hat ein völlig unbekannter Torwart bei der WM für Furore gesorgt. Der Keeper von Deutschlands Gruppengegner Curacao vereitelte mit mehreren exzellenten Reflexen sämtliche Großchancen von Ecuador und hielt mit insgesamt 15 Paraden den ersten Punkt in der kurzen Geschichte des kleinsten WM-Teilnehmers überhaupt fest.
Schon während der Schlussphase der Partie stiegen die Zahlen der Social-Media-Follower von Room schlagartig an und knackten auf Instagram die Millionengrenze. Der 37-Jährige spielt für Miami FC in der zweiten amerikanischen Liga und, sein Marktwert beträgt 150.000 Euro.
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KÖNIGSPAAR IM WM-STRESS
Am Ende eines Abends für die WM-Geschichtsbücher tanzte der Torhüter, der sich auf Curacao unsterblich gemacht hat, sogar noch mit dem niederländischen Königspaar, das vom Spiel der Niederlande gegen Schweden eiligst aus Houston angereist war, durch die Kabine.
König Willem-Alexander hatte kurz zuvor die Oranje-Show gegen Schweden (5:1) mit einem Besuch in der Kabine geadelt. Nach einem gemeinsamen Foto mit dem Team gratulierte der König Matchwinner Brian Brobbey.
Der Stürmer hatte die Niederlande mit dem schnellsten WM-Doppelpack (5./17.) seit Lukas Podolski 2006 (2:0 im Achtelfinale gegen Schweden) auf die Siegerstraße gebracht. Dazu erzielte der 24-Jährige mit dem 2:0 den 100. WM-Treffer der Elftal.
WM-GASTGEBER ENTFACHEN EUPHORIE
Team USA feierte beim 2:0 gegen Australien den zweiten Sieg in Folge, auch Mexiko startete perfekt, ließ dem 2:0 gegen Südafrika ein 1:0 gegen Südkorea folgen und qualifizierte sich ebenfalls frühzeitig für die K.o.-Runde. Kanadas Chancen aufs Weiterkommen stehen nach dem 6:0 gegen Katar bestens.
ENTERICH MERLIN VERZAUBERT DIE WM
Er ist gut zweieinhalb Kilogramm schwer, grauäugig und watschelt in seinem grünen Trikot durch die WM: Der Peking-Enterich MerlIn ist längst eine Art inoffizielles Maskottchen und Mexikos Nationalheiliger.
"Er ist ein kleines Symbol dessen, wie wir sind", sagte die mexikanische Staatspräsidentin Claudia Sheinbaum. Seine Besitzerin Karla Yvette Gomez Lopez ist "überzeugt davon, dass Merlin in einem früheren Leben Fußballer war", sagte sie der Süddeutschen Zeitung:
Und wie kam er zu seinem Namen? "Wir haben in Merlin genannt, weil er Magie in unser Leben gebracht hat, ein großer Zauberer war und ist. Ich habe mich nicht geirrt, er macht bis heute Magie." Und verzaubert die WM.
SID / dpa / Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
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