Müller-Motor läuft heiß - und der Turbo ist noch nicht gezündet
Müller erzielt den Ausgleich gegen Spanien
24.03.2018 | 21:29 Uhr
Thomas Müller ist seit seinem Bundesliga-Debüt eine Konstanz an Leistungsbeständigkeit. Die Bewegungen des 28-Jährigen sehen nie richtig filigran aus, aber der "Spitzbub" zeigt immer titanischen Einsatz, ist mannschaftsdienlich und vor allem, weiß er wo das Tor steht! Auffällig dabei ist, dass Müller besonders in den Spielzeiten mit Großereignissen heiß läuft.
Thomas Müller trägt seit Sommer 2009 das Trikot der Bayern-Profis und seit März 2010 den DFB-Adler auf der Brust. Mit 102 Bundesliga-Toren steht der 28-Jährige nach Gerd Müller (365), Karl-Heinz Rummenigge (162) und Roland Wohlfarth (119) als viertbester Torjäger in den Vereinschroniken. Müller ist ein Instinktfußballer mit Torgarantie!
Die aktuelle Weltmeisterschafts-Saison begann allerdings ernüchternd für den sechsmaligen deutschen Meister. In der Hinrunde gelangen Müller wettbewerbsübergreifend nur vier magere Tore. Der 28-Jährige zeigte sich unzufrieden, haderte, kritisierte und schmollte in wichtigen Spielen auf der Bank.
Heynckes hievt Müllers Level in gewohnte Spähren
Dann kam die Wende: Im Oktober 2017 kehrte der Triple-Trainer an die Säbener Straße zurück. Jupp Henyckes hat Müller wieder auf sein gewohntes Leistungslevel gehievt. Unter Heynckes' Vorgänger Carlo Ancelotti gelangen Müller zuvor nur ein Tor und ein Assist.
Aber nicht nur der 72-jährige Trainer-Oldie ist der Grund für die Leistungssteigerung, sondern auch das ganz große Saisonziel beflügelt den 90-fachen Nationalspieler. Am 14. Juni ertönt der Anpfiff zur Weltmeisterschaft in Russland - Mission Titelverteidigung! Und Müller läuft wieder heiß!
Nach 27 Bundesliga-Spieltagen, dem Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale und Champions-League-Viertelfinale liest sich die Bilanz weltmeisterschaftsreif: Zehn Tore, zwölf Vorlagen - sechs Treffer erzielte der Stürmer allein im Jahr 2018. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt der Saison zappelte der Ball öfter im Netz als in der kompletten Vorsaison (neun Tore).
Müller beendet Durststrecke im DFB-Trikot
Noch viel imposanter war Müllers Ausbeute in der Europameisterschafts-Saison 2015/16: Vor dem Turnier in Frankreich traf der Champions-League-Sieger 32-mal ins Schwarze. In der Saison zuvor - ohne Großereignis - gelangen Müller beeindruckende 21 Tore, aber dennoch deutlich weniger.
Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch 2013/14 ab: Der DFB-Elf gelang in Brasilien mit dem Weltmeistertitel der ganz große Wurf. Müller traf im Laufe der Saison 26-mal ins gegnerische Gehäuse, ein Jahr zuvor waren es "nur" 23 Buden.
Im gestrigen Duell mit Spanien, im ersten Länderspiel des Jahres 2018, beendete Müller eine Durststrecke von einem Jahr im National-Dress ohne Treffer - natürlich auf eine für ihn typische Art: Traumtor in den Winkel! Es bahnt sich also erneut an, dass nicht nur das Stimmungsbarometer bei Müller steigt, sondern auch seine Torausbeute.
Bisher stehen bei Müller zehn WM-Tore zu Buche, Miroslav Klose ist aktuell mit 16 Treffern bester WM-Torschütze. Knackt der Bayer diese Marke? "Thomas könnte das schaffen. Er hat jetzt schon zehn WM-Tore. Wenn er gesund bleibt - und davon gehe ich aus - spielt er noch zwei Turniere. Thomas hat einen Torriecher", erklärt Klose vor einiger Zeit.
Einem Müller in der aktuellen Verfassung ist alles zuzutrauen - bei Weltmeisterschaften allemal. Denn da zündete er zuletzt immer den Turbo.