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Nächster BVB-Star weg? Jadon Sancho und Ousmane Dembele im Vergleich

"Absurd!" Sancho-Abgang wäre für BVB schlimmer als Dembele-Verlust

Robert Gherda

05.04.2020 | 11:30 Uhr

Jadon Sancho hat derzeit einen Marktwert von 139 Millionen Euro.
Image: Jadon Sancho hat derzeit einen Marktwert von 139 Millionen Euro, wäre für den BVB bei einem Verkauf dennoch kaum zu ersetzen. © Getty

Jadon Sancho ist einer der begehrtesten Fußballer der Welt. Der BVB-Star steht bei sämtlichen Topklubs auf dem Wunschzettel und will nach Sky Informationen im Sommer den nächsten Schritt bei einem neuen Klub machen. Ein Abgang wäre für Dortmund sogar noch schlimmer als der von Ousmane Dembele.

Die Entwicklung von Jadon Sancho als rasant zu bezeichnen, wäre eine schonungslose Untertreibung. Kevin De Bruyne von Manchester City erscheint sie eher "verrückt".

De Bruyne schwärmt von Sancho

"Es ist absurd, ich habe ein paarmal mit ihm trainiert und dann war er weg - unglaublich. Manchmal läuft das so. Aber es ist gut für ihn", sagte der belgische Nationalspieler in einem Instagram-Live-Talk mit seinen Nationalmannschafts-Kollegen Romelu Lukaku und Axel Witsel, der aktuell selbst mit Sancho bei Borussia Dortmund zusammenspielt. De Bruyne ergänzt: "Jetzt musst du zahlen, wenn du ihn haben willst. Keine Ahnung, wie viel."

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Mindestens 130 Millionen Euro will der BVB angeblich für den Rechtsaußen - eine Summe, die die Konkurrenz trotz der Coronakrise offenbar nicht abschreckt. Kein Wunder, denn KPMG beziffert den Marktwert des Youngsters derzeit (Letztes Update vom 12. Februar 2020) auf 139 Millionen Euro.

Sollte Schwarz-Gelb tatsächlich einen derartigen Transfererlös einstreichen, wäre es neuer Vereinsrekord. Diesen hält bislang noch Ousmane Dembele, der 2017 für sehr beachtliche 105 Millionen Euro (plus Bonuszahlungen) zum FC Barcelona wechselte.

Sancho, Dembele, Sane & Co.: die 15 wertvollsten Flügelstürmer der Welt

  1. Christian Pulisic gelang gegen Burnley ein lupenreiner Hattrick.
    Image: Platz 15: Christian Pulisic (FC Chelsea) - 69 Millionen Euro © Getty
  2. Ob Ousmane Dembele noch einmal in den Meisterschaftskampf mit Real Madrid eingreifen wird, steht aktuell in den Sternen.
    Image: Platz 14: Ousmane Dembele (FC Barcelona) - 75 Millionen Euro © Imago
  3. Leroy Sane soll weiter zum FC Bayern wechseln. Der neue Berater des Nationalspielers hat nun allerdings Ärger mit der Steuer-Behörde.
    Image: Platz 14: Leroy Sane (Manchester City) - 75 Millionen Euro © Getty
  4. Serge Gnabry zeigt sich beim FC Bayern zuletzt enorm treffsicher.
    Image: Platz 12: Serge Gnabry (FC Bayern München) - 77 Millionen Euro © Getty
  5. gg
    Image: Platz 11: Nicolas Pepe (FC Arsenal) - 84 Millionen Euro © Getty
  6. Heung-min Son
    Image: Platz 10: Heung-min Son (Tottenham Hotspur) - 86 Millionen Euro © Getty
  7. Bernardo Silva
    Image: Platz 9: Bernardo Silva (Manchester City) - 89 Millionen Euro
  8. Eden Hazard kann nach seinem ersten Treffer für Real gegen Granada endlich jubeln.
    Image: Platz 8: Eden Hazard (Real Madrid) - 136 Millionen Euro © Getty
  9. Jadon Sancho hat derzeit einen Marktwert von 139 Millionen Euro.
    Image: Platz 7: Jadon Sancho (Borussia Dortmund) - 139 Millionen Euro © Getty
  10. Sadio Mane bejubelt seinen Treffer für den FC Liverpool gegen Bournemouth.
    Image: Platz 6: Sadio Mane (FC Liverpool) - 141 Millionen Euro © Getty
  11. ANGRIFFF: Raheem Sterling (25) - Marktwert: 150,3 Millionen Euro
    Image: Platz 5: Raheem Sterling (Manchester City) - 150 Millionen Euro © Getty
  12. PLATZ 2: FC LIVERPOOL – 1,2 Milliarden Euro. Wertvollster Spieler: Mohamed Salah (155 Mio).
    Image: Platz 4: Mohamed Salah (FC Liverpool) - 155 Millionen Euro © Getty
  13. PSG-Superstar verzichtet in diesem Jahr auf Karneval in Rio - des Friedens Willen.
    Image: Platz 3: Neymar (Paris St. Germain) - 175 Millionen Euro © Imago
  14. Lionel Messi trifft mit dem FC Barcelona im Achtelfinale auf den SSC Neapel.
    Image: Platz 3: Lionel Messi (FC Barcelona) - 175 Millionen Euro © Getty
  15. Kylian Mbappe trifft im Pokal-Halbfinale gegen Lyon dreifach gegen Paris Saint-Germain.
    Image: Platz 1: Kylian Mbappe (Paris St. Germain) - 225 Millionen Euro © Imago

Klar ist: Die Vereinskasse wäre nach einem Verkauf Sanchos prall gefüllt. Klar ist mittlerweile aber auch, dass sein Abgang für Dortmund tatsächlich noch schmerzhafter wäre als der des Weltmeisters von 2018, der in Barcelona nie glücklich wurde und derzeit angeblich vom FC Liverpool umgarnt wird.

Dabei ist es der BVB gewohnt Leistungsträger an die finanzstarke Konkurrenz zu verlieren. Ob nun Mario Götze, Mats Hummels oder Robert Lewandowski zum FC Bayern, Nuri Sahin zu Real Madrid, Henrikh Mkhitaryan zu Manchester United, Ilkay Gündogan zu Manchester City, Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal oder eben Dembele - alle kehrten Schwarz-Gelb den Rücken und rissen ein gewaltiges Loch ins Mannschaftsgefüge des BVB.

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Abgesehen von Lewandowski, der ablösefrei nach München wechselte, konnten sich die Bosse in allen Fällen aber immerhin über eine stolze Ablösesumme freuen, die dann in einen potenziellen Nachfolger investiert wurde. Größtenteils mit Erfolg: Gündogan übernahm 2011 beispielsweise die Sahin-Position, Aubameyang machte Lewandowski nach und nach vergessen und Mkhitaryan lenkte das BVB-Spiel, nachdem Götze den Verein verließ.

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Sancho macht Dembele vergessen

Als "Ersatz" für Dembele verpflichtete Michael Zorc damals mit Andriy Jarmolenko von Dynamo Kiew jedoch einen völlig anderen Spielertypen, der mit seiner Wucht und Torgefährlichkeit ein neues Element ins Dortmunder Angriffsspiel bringen sollte. Zudem wurde am Deadline Day noch ein 17-jähriges englisches Talent für sieben Millionen Euro von Manchester City in den Pott gelotst. Sein Name: Jadon Sancho.

Im Grunde war aber allen Beteiligten klar, dass der pfeilschnelle Franzose aber nicht 1:1 zu ersetzen war - zu stark waren Dembeles Leistungen in seiner einzigen Spielzeit in Dortmund. In 50 Pflichtspielen kam der damals 20-jährige Rechtsaußen auf beachtliche zehn Tore und 21 Vorlagen und war ein Hauptgrund dafür, dass sich der BVB für die Champions League qualifizierte und den DFB-Pokal gewann. Beim 2:1-Sieg im Endspiel in Berlin gegen Eintracht Frankfurt war Dembele ebenfalls unter den Torschützen.

Tatsächlich konnte der Ukrainer Yarmolenko nie in Dembeles Fußstapfen treten und wechselte nur ein Jahr später zu West Ham United in die Premier League. Doch Sancho, dessen Transfer vor knapp drei Jahren recht wenig Beachtung geschenkt wurde, hat den Franzosen mittlerweile mehr als Vergessen gemacht, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt.

Ousmane Dembele vs. Jadon Sancho beim BVB

Dembele Sancho
Spiele 50 90
Tore 10 31
Assists 21 38
Min. / Tor 345 208
Min. / Assist 166 170
Min. / Torbeteiligung 112 93
Schüsse / 90 Min. 2,5 1,8
Chancenverwertung 14 % 31 %
Aktionen / 90 Min. 60 75
Dribblings / 90 Min. 9 7
Erfolg bei Dribblings 47 % 51 %
Passquote 69 % 85 %
Zweikampfquote 50 % 46 %

Zahlen sprechen eindeutige Sprache

Sancho ist aufgrund seiner deutlich besseren Chancenverwertung (31 Prozent zu 14 Prozent) nicht nur eindeutig torgefährlicher als sein Vorgänger (208 Minuten pro Tor gegenüber 345 Minuten pro Tor), sondern auch besser ins Dortmunder Spiel eingebunden (75 Ballaktionen pro 90 Minuten bei Sancho gegenüber nur 60 bei Dembele) und weist eine viel bessere Passquote (85 Prozent zu 69 Prozent) als der Barca-Star auf.

Zwar war Dembeles Zweikampfquote (50 Prozent zu 46 Prozent) in seiner Dortmunder Zeit etwas besser als die des englischen Nationalspielers und Dembele ging auch häufiger ins Dribbling als sein Nachfolger, aber insgesamt sprechen die Zahlen eindeutig für Sancho.

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Zumal er auch noch jünger ist, als es Dembele damals war. Zum Vergleich: Sancho kam bis zu seinem 20. Geburtstag auf 90 Pflichtspiele als Profi und sammelte dabei 69 Torbeteiligungen. Bei Dembele waren es in 76 Pflichtspielen (47 für Dortmund und 29 für Stade Rennes) "nur" 45 Scorerpunkte.

United und Chelsea mit besten Karten?

Kein Wunder also, dass Manchester United oder der FC Chelsea, die aktuell laut englischen Medienberichten die besten Karten im Sancho-Poker haben sollen, alles erdenklich Mögliche tun, um den BVB-Star zu bekommen. Schließlich steht dieser mit seinen 20 Jahren auch erst am Anfang seiner Entwicklung.

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Sollte diese so weitergehen, könnte Sancho am Ende sogar zum Schnäppchen werden. Trotz der unwirklichen Zahlen, über die derzeit spekuliert wird. Oder um es mit den Worten von De Bruyne zu formulieren: "Es ist absurd".

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