Peter Bosz der Baumeister: Die vier Baustellen von Borussia Dortmund

Probleme vor dem Saisonstart

Vor dem Saisonstart mit Borussia Dortmund läuft für Peter Bosz noch nicht alles rund.
Image: Vor dem Saisonstart mit Borussia Dortmund läuft für Peter Bosz noch nicht alles rund.  © Getty

Zum Bundesliga-Auftakt debütiert Neu-Coach Peter Bosz mit Borussia Dortmund beim VfL Wolfsburg (am Samstag ab 13 Uhr live auf Sky). Doch nach einer turbulenten Vorbereitung beschäftigen den Niederländer beim BVB noch einige Baustellen. Aus der Ruhe lässt er sich trotz einer langen Verletztenliste und wechselwilligen Profis nicht bringen.

Es läuft längst nicht alles rund im neuen Bosz-System. Der attraktive Angriffsfußball hat sich noch nicht vollständig in den Köpfen der Spieler verankert - elitäre Stammspieler fehlen verletzt und neben dem Platz sorgen zwei Stars mit ihrem Wechsel-Hickhack für Unruhe. Sky Sport analysiert vor dem Saisonstart die Problemzonen der Schwarz-Gelben.

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Die Vorbereitung

  • Peter Bosz legte einen holprigen Start in seine erste Dortmunder Amtszeit hin. In den Testspielen wurde deutlich: Sein präferiertes 4-3-3-System mit attraktiven Angriffsfußball braucht Zeit. So entwickelten sich die vier Wochen zu einem Mix aus Licht und Schatten. Den AC Mailand fertigte man in China mit 3:1 ab. Doch im Trainingslager in Österreich verlor die Borussia gegen Espanyol Barcelona und Atlanta Bergamo - bekanntlich keine Größen im internationalen Geschäft. Gerade in der Defensive hatte das Team Abstimmungsprobleme und kassierte viele einfache Gegentore. Im ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal hatte der Titelverteidiger gegen Sechstligist 1. FC Rielasingen-Arlen beim lockeren 4:0-Sieg keine Probleme.
Hans-Joachim Watzke zu Gast bei Wontorra
Hans-Joachim Watzke zu Gast bei Wontorra

In seiner zweiten Sendung zum Bundesliga-Auftakt begrüßt Jörg Wontorra in "Wontorra - der Fußball-Talk" den BVB-Boss.

Verletztenliste

  • Für eine optimale Vorbereitung um sein System einzuspielen, fehlen Bosz einige wichtige Stammspieler. Marco Reus ist nach seinem Kreuzbandanriss aus dem Pokalfinale noch länger außer Gefecht - ebenso wie Raphael Guerreiro. Julian Weigl und Andre Schürrle gesellen sich dazu. Zum Auftakt fehlt zudem Marcel Schmelzer und Rückkehrer Mario Götze ist noch lange nicht bei 100 Prozent. So muss der Coach mit dem vorhandenen Personal vorlieb nehmen. Youngsters wie Dan-Axel Zagadou oder Niklas Beste müssen zum Bundesliga-Start ins kalte Wasser springen.
Der 27-Jährige wird dem BVB bis zu acht Wochen fehlen.
Image: Marco Reus wird dem BVB noch einige Wochen fehlen.  © Getty

Fehlende Führungsspieler

  • Wirft man einen Blick auf die Verletztenliste wird schnell deutlich, dass wichtige Stützen fehlen. Kapitän Schmelzer oder sein Vize Reus übernehmen Verantwortung auf dem Platz - Weigl lenkt die Geschicke im Mittelfeld mit seinem ruhigen Spiel. Aufgaben, die zum Saisonstart auf andere Schultern verteilt werden müssen - mit Sven Bender ist ein Antreiber zudem noch gewechselt. Spieler wie Sokratis, Nuri Sahin und Shinji Kagawa stehen in den ersten Pflichtspielen in der Verantwortung.

Wechsel-Wirrwarr

  • Ousmane Dembele ist das Sorgenkind beim BVB. Der 20-Jährige drängt auf einen Wechsel zum FC Barcelona, schottet sich komplett ab. Eine Rückkehr nach Dortmund ist mehr als unwahrscheinlich. Für Pierre-Emerick Aubameyang hatte sich das Wechselfenster eigentlich geschlossen - doch über Instagram heizt er die Gerüchteküche wieder an. Sein Wunsch: Wohl ein erneutes Engagement beim AC Mailand.

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Bosz: Keine Unruhe im Verein

Die vielen Problemzonen nimmt Bosz gelassen, er konzentriert sich rein aufs sportliche. "Wir beschäftigen uns jetzt mit dem Spiel in Wolfsburg und mit den Spielern, die da sind", sagt Bosz. In der zähen Posse um Ousmane Dembele hält er sich ein Türchen offen - pocht aber darauf, dass Ruhe im Verein herrscht: "Wir wissen, dass bis Ende August über Spieler des BVB gesprochen wird. Aber sonst ist es ruhig im Verein. Wir wissen, dass wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen. Wir müssen hart arbeiten, die Mannschaft sowie das Trainerteam."