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PSG: Ist Neymar der aktuell beste Spieler der Welt?

6, 7, 13: Superstar-Zoff generiert beste Neymar-Version ever

Neymar sorgt in dieser Spielzeit für mächtig Furore.
Image: Neymar sorgt in dieser Spielzeit für mächtig Furore.  © DPA pa

Kylian Mbappe, Neymar und Lionel Messi - kurz "MNM" - sorgen bei PSG mit Gala-Vorstellungen für Furore. Vor allem der Brasilianer begeistert und legt Fabelzahlen auf. Erfüllt er nun sogar eine fast schon vergessene Prophezeiung von Cristiano Ronaldo?

Dass Neymar in dieser Saison etwas vorhat, wurde früh in diesem Sommer deutlich. Der immer noch teuerste Spieler der Welt sorgte für einige verwunderte Gesichter, als er seinen Arbeitgeber überraschte und vier Tage früher als erwartet aus seinem Urlaub in Paris erschien. Nicht etwa für eine glamouröse Party oder ein Fashion-Event, sondern um in die Vorbereitung zu starten.

"Dieses Jahr werden alle Schüsse reingehen. Freistöße, Schüsse von außerhalb des Strafraums, Kopfbälle. Ich fühle mich gut und bin zuversichtlich. Ich habe in den Ferien viel trainiert", kündigte der 30-Jährige forsch an. Nach dem Saisonstart lässt sich bilanzieren: Er hat nicht zu viel versprochen.

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Neymar der aktuell beste Spieler der Welt?

Beim jüngsten 7:1-Kantersieg beim OSC Lille war der Superstar an fünf Toren direkt beteiligt (zwei Tore, drei Vorlagen). Seine Mitspieler setzte er immer wieder mit traumhaften Pässen in Szene, er war kaum vom Ball zu trennen, blieb über die kompletten 90 Minuten fokussiert und agierte mit unheimlich viel Spielwitz. Es war nicht sein erster dominanter Auftritt in der noch jungen Saison, weshalb er aktuell zu den formstärksten Spielern der Welt zählt.

Neymar traf in allen vier Pflichtspielen, in den Top-5-Ligen erzielte keiner mehr Tore (7) und gab mehr Vorlagen (6). Der frühe Vorbereitungsstart hat sich bereits ausgezahlt. Kein Vergleich zum vergangenen Jahr, als der Brasilianer für jeden ersichtlich in einem nicht ganz so austrainiertem Zustand das Training wieder aufnahm.

Sein Frühstart war umso bemerkenswerter, hatte er eine derart professionelle Einstellung in der Vergangenheit oftmals vermissen lassen. Ausufernde Geburtstagsfeiern, neue Frisuren oder Karnevalsbesuche in Rio schienen bei ihm Vorrang zu genießen als das tagtägliche Quälen im Training oder in der Reha. Den Sonderstaus, den er 2017 im Zuge seines 222-Millionen-Euro-Wechsel erhalten hatte, reizte er ein ums andere mal aus - und der Verein ließ ihn gewähren. Bis zu diesem Sommer.

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PSG erwägte Neymar-Verkauf

Mit den Verpflichtungen von Sportdirektor Luis Campos und Trainer Christophe Galtier fand bei Paris St. Germain ein radikaler Kurswechsel statt. Nicht mehr die Marke und die Show, sondern der Fußball sollte in der französischen Hauptstadt wieder in den Vordergrund rücken. Vereinsboss Nasser Al-Khelaifi kündigte diesen Vorgang als das Ende der "Bling-Bling-Ära" an. Wer, wenn nicht Neymar, dürfte sich bei dieser Aussage angesprochen gefühlt haben.

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Der divenhafte Samba-Kicker hat bereits eigene Mode-Kollektionen herausgebracht, ein ausgefallener Style und teurer Schmuck gehören zu seinem Alltag. Er ist wie gemacht für die französische Modemetropole - aber auch noch für PSG? Diese Frage beschäftigte die Verantwortlichen in diesem Sommer.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie bei einem adäquaten Angebot nicht abgeneigt gewesen wären, ihren Weltrekord-Mann ziehen zu lassen. Schließlich hatten sich PSG deutlich mehr erhofft von seinem 222-Millionen-Euro-Investment als die fast schon selbstverständlichen Meistertrophäen und nationalen Pokale.

Neymar verliert Sonderstatus an Mbappe

Der lang ersehnte Henkelpott sollte es sein, doch in den entscheidenden K.o.-Spielen der Champions League fehlte Neymar entweder verletzt oder blieb unter seinen Möglichkeiten - wie beim diesjährigen Achtelfinal-Aus gegen Real Madrid. Das Rückspiel mutierte für die Franzosen zu einem Einschnitt, die Anhänger gingen anschließend auf die Barrikaden und pfiffen ihre Stars bei nahezu jedem Ligaspiel gnadenlos aus. Im Zentrum der Kritik: Neymar.

Auch wenn die bloßen Zahlen stimmen (173 Scorerpunkte in 148 Pflichtspielen), so sorgte er mit Eskapaden oder theatralischen Einlagen zu häufig für negative Schlagzeilen. Ein No-Go, zumal er als globale Ikone das Aushängeschild des Klubs war. Die Betonung liegt auf "war", denn spätestens mit der pompösen Verlängerung von Kylian Mbappe hat er diesen Status an seinen sieben Jahre jüngeren Teamkollegen verloren. Die beiden Superstars sollen schons eit längerem nicht so gut aufeinander zu sprechen sein. Möglicherweise brachte aber auch genau dieser Umstand den "neuen Neymar" hervor.

Dass nicht mehr er, sondern Mbappe der unantastbare Superstar bei PSG ist, scheint ihn anzuspornen als zu frustrieren. Als wolle er es allen beweisen und sagen: "Mbappe? Das Gesicht von Paris bin immer noch ich!"

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Neue Position für Neymar

Er wirkt fitter und austrainierter denn je, arbeitet nun sogar nach hinten mit und ist sich auch für Defensivsprints nicht mehr zu schade. Zudem agiert er im unter Galtier neu implementierten 3-4-2-1-System zusammen mit Messi als einer von zwei Zehnern nun deutlich mehr im Zentrum.

Nun gilt es, die Gala-Form zu konservieren und nicht nur in der Liga, sondern auch in den Highlight-Partien der Königsklasse zu performen. Sollte ihm das gelingen, könnte sich sogar eine Prophezeiung von Cristiano Ronaldo aus dem Jahr 2014 noch erfüllen. "Er hat zweifellos das Potential dazu, um einer der besten Fußballer der Welt zu werden - wenn nicht sogar der beste", sagte der fünfmalige Weltfußballer damals.

Der Portugiese stand mit dieser Prognose keineswegs alleine da, viele Experten sahen in dem extrovertierten Spielgestalter den Spieler, der das Erbe der Ronaldo/Messi-Ära antreten würde. Die Gegenwart sieht anders aus.

Neymar nicht für den Ballon d'Or nominiert

Neymar ist eine globale Marke, eine Werbeikone - aber nicht der beste Fußballer der Welt. In diesem Jahr gehört er nicht mal zu den Kandidaten für den Ballon d'Or. Auf der 30 Spieler umfassenden Liste war für ihn schlichtweg kein Platz. Möglicherweise zieht er auch daraus zusätzliche Motivation, doch alle Anstrengungen dürften auf Mitte November ausgerichtet sein.

Die WM in Katar ist womöglich Neymars letzte Chance, sein Heimatland zum Titel zu führen. Sollte ihm das gelingen, dürfte beim Ballon d'Or 2023 kein Weg an ihm vorbei führen. Auch nicht für Mbappe, der den Elfmeter-Machtkampf mit Neymar für sich entschieden hat.

WM 2022: Die WM-Fakten zur deutschen Nationalmannschaft

  • Gruppe: Gruppe E
  • Gruppengegner: Japan, Spanien, Costa Rica
  • Trainer: Hansi Flick
  • Kapitän: Manuel Neuer
  • WM-Teilnahmen: 19
  • Weltmeistertitel: 4 (1954, 1974, 1990, 2014)
  • Letzte WM-Platzierung: Vorrunden-Aus (2018)
  • WM-Bilanz: 67 Siege, 20 Unentschieden, 22 Niederlagen
  • WM-Rekordtorschütze: Miroslav Klose (16 WM-Tore)
  • WM-Rekordspieler: Lothar Matthäus (25 WM-Spiele)

Im Zoff zwischen den beiden Superstars sorgte Galtier mit einem Machtwort für klare Verhältnisse. "Man kann Situationen erleben, in denen man klug sein muss und anders entscheidet. Man muss auch sehen, wie es dem anderen geht. Aber die Reihenfolge ist klar: Kylian Nummer eins, und falls er ausfällt oder nicht schießen will, ist Ney Nummer zwei", so der Pariser Trainer.

Nach den jüngsten Entwicklungen würde es nicht verwundern, wenn Neymar auch diese Aussage zu weiteren Bestleistungen animieren sollte.

Mehr zum Autor Robin Schmidt

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