Ransford Königsdörffer erklärt seinen Jubel gegen den HSV und spricht über Anfeindungen
Der ehemalige HSV-Spieler hat ausführlich zu seinem umstrittenen Torjubel beim Sieg von Mainz 05 gegen den Hamburger SV Stellung genommen. Der Angreifer berichtet von massiven Beleidigungen und rassistischen Nachrichten, betont aber zugleich seine Verbundenheit zum HSV.
11.09.2026 | 10:35 Uhr
Der Jubel nach seinem ersten Bundesliga-Tor für Mainz 05 sorgte für Diskussionen. Nun hat Ransford Königsdörffer die Beweggründe für seine emotionale Reaktion bei der Rückkehr in den Volkspark erläutert. Der frühere HSV-Stürmer spricht von langanhaltenden Anfeindungen, grenzt diese aber klar vom Verein selbst ab.
von Janik Nestler
Ransford Königsdörffer hat seinen viel diskutierten Torjubel beim 5:0-Sieg von Mainz 05 gegen den Hamburger SV erklärt. Im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung Mainz machte der frühere HSV-Stürmer deutlich, dass seine emotionale Reaktion nicht gegen den Verein gerichtet gewesen sei, sondern gegen Hassnachrichten, die er nach eigenen Angaben über einen langen Zeitraum erhalten habe. "Ich bin ein Jahr lang beleidigt worden", sagte der 24-Jährige.
Königsdörffer schildert massive Anfeindungen
Der Angreifer, der im Sommer nach vier Jahren beim HSV nach Mainz gewechselt war, erzielte bei seiner Rückkehr in den Volkspark sein erstes Bundesliga-Tor für die Rheinhessen. Nach dem Treffer jubelte Königsdörffer demonstrativ und sorgte damit für Unmut bei vielen HSV-Fans. Nun erklärte er die Hintergründe: "Hauptgrund war, dass ich ein Jahr lang wöchentlich bis täglich Nachrichten erhalten habe, in denen mir der Tod gewünscht wurde oder jede denkbare Verletzung. Es waren rassistische Beleidigungen dabei, Beleidigungen gegen meinen Cousin, der gestorben ist, gegen meine Eltern."
Deutliche Botschaft, aber kein Angriff auf den HSV
Zugleich betonte Königsdörffer, dass sich sein Jubel nicht gegen den HSV selbst gerichtet habe. "Es war damit weder die Nordtribüne gemeint noch irgendjemand aus der Vereinsführung, vom Staff oder von den Spielern. Denn die habe ich alle sehr gern", sagte der Stürmer. Er habe sich beim HSV wohlgefühlt, habe aber zeigen wollen: "Ich lasse mir das nicht gefallen." Auch enttäuschte Reaktionen von Unterstützern täten ihm leid.
Teamkollege Tietz stärkt ihm den Rücken
Rückendeckung erhielt Königsdörffer nach dem Spiel am Sky Sport Mikro von Teamkollege Philip Tietz. "Das, was er für Nachrichten bekommen hat, ist unter der Gürtellinie", sagte der Mainzer Angreifer. Er verstehe den Jubel deshalb "komplett". Ob die Anfeindungen sogar eine Rolle bei seinem Wechsel gespielt haben, wollte Königsdörffer nicht ausschließen: "Möglicherweise hat das auch eine Rolle gespielt - aber vielleicht eher unterbewusst." Die Entscheidung sei letztlich jedoch "in erster Linie fußballerisch" gewesen.
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