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Rassismus Vorfall in Duisburg: Diese Urteile könnten eintreffen

Rassismus-Eklat: Drei Urteile möglich - klare Worte von Sportdirektor

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In diesem Video (Länge: 1:43 Minuten) spricht Ingo Wald, Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg, über die Vorfälle vom Sonntag.

Nach dem Abbruch des Drittliga-Spiels MSV Duisburg gegen VfL Osnabrück kann das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes drei verschiedene Urteile fällen.

Abhängig von den genauen Umständen könne die Partie sowohl für Osnabrück als auch für Duisburg gewertet werden. Die dritte mögliche Variante sei eine Neuansetzung, teilte das Sportgericht am Montag auf dpa-Anfrage mit.

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Spiel wurde erst unter- und dann abgebrochen

Das Spiel war am Sonntag in der 35. Minute zunächst unter- und kurz darauf komplett abgebrochen worden, weil der Osnabrücker Angreifer Aaron Opoku von einem Duisburger Zuschauer angefeindet worden war. Dabei war der vom DFB für den Fall rassistischer Vorfälle erstellte Drei-Stufen-Plan umgesetzt worden.

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Duisburgs Pressesprecher Martin Haltermann zu den Vorfällen am Sonntag (Video-Länge: 17 Sekunden)

Die Duisburger Polizei erstattete wegen der Beleidigung Anzeige gegen einen tatverdächtigen 55-Jährigen, der ihren Angaben zufolge ebenso wie Zeugen noch am Sonntag befragt wurde. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes wird in dem Vorfall ermitteln, auch Forderungen nach schnellen strafrechtlichen Konsequenzen gibt es bereits, ebenso Solidarität mit Opoku.

Schiedsrichter schildert Hergang

Da "wurden Affenlaute von der Tribüne gerufen", berichtete Schiedsrichter Nicolas Winter, der die Partie daraufhin in der 33. Minute zunächst unterbrach. Nach Beratungen im Kabinentrakt folgte der Abbruch. "Es kann nicht sein, dass wir immer nur Parolen formulieren, dass wir Sprüche auf T-Shirts kleben. Wir müssen reagieren, wenn so etwas passiert", sagte VfL-Geschäftsführer Michael Welling bei Magenta TV.

Der oder die Täter müssten umfänglich zur Rechenschaft gezogen werden, forderte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Rassisten hätten in deutschen Fußball-Stadien nichts verloren. "Ich bin froh, dass der Schiedsrichter, die Verantwortlichen beider Vereine und die überragende Mehrheit der Zuschauer im Stadion dies unmissverständlich zum Ausdruck gebracht haben", sagte Koch.

Osnabrücks Sportdirektor äußert sich

Lob für die Solidarität der Fans nach dem rassistischen Vorfall gab es auch von Osnabrücks Sportdirektor Amir Shapourzadeh. "Ich fand es super und überragend von beiden Fanlagern, was sie gerufen haben und wie sie sich solidarisiert haben", sagte Shapourzadeh am Montag in einem Video-Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er spielte damit auf die "Nazis raus"-Rufe aus beiden Fanblöcken an.

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Cacau zum Rassismus-Eklat beim Drittliga-Spiel zwischen Duisburg und Osnabrück. (Videolänge: 3:57 Minuten)

"Es war nicht möglich, dass Aaron weiterspielt. Er war in der Situation am Boden zerstört", sagte der Sportdirektor. Zum ersten Mal in den höchsten drei deutschen Profiligen wurde ein Spiel wegen Rassismus zunächst unter- und kurz darauf sogar komplett abgebrochen.

Fans halten Ansprache

Nach dem Spiel hätten Osnabrücker Fans vor der Mannschaft eine Ansprache gehalten und Opoku Unterstützung zugesprochen. "Sie haben gesagt, dass sie voll und ganz hinter ihm stehen und so etwas bei uns nie dulden würden, wenn irgendwas in diese Richtung passiert", sagte der Sportdirektor. Auch zahlreiche Vereine hatten sich mit dem Spieler solidarisiert. Shapourzadeh lobte auch den MSV Duisburg, der "gut reagiert" und den Fan schnell ausfindig gemacht habe.

dpa

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