RB in tiefer Krise: Hasenhüttl und Leipzig zahlen "Zinsen für die letzten Jahre"
Sachsen im freien Fall
30.04.2018 | 12:24 Uhr
Drei herbe Pleiten in vier Spielen: RB Leipzig ist im freien Fall. Spätestens nach der 0:3-Niederlage bei Mainz 05 müssen die Sachsen ihre Ambitionen für die Champions League über Bord werfen.
"Ich hatte nicht das Gefühl, dass meine Spieler die Köpfe haben hängen lassen. Ich glaube auch nicht, dass es an der Einstellung liegt", sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Match. "Ich glaube, dass es an der Tatsache liegt, dass wir kopflos agieren und uns nicht mehr so nach vorne orientieren, wie wir das eigentlich können. Jeder will es selbst entscheiden, aber es funktioniert nur gemeinsam."
Ohne Ideen, ohne Zug zum Tor
Vor allem im zweiten Durchgang waren die Sachsen gegen furiose Mainzer völlig von der Rolle: Ohne Ideen, ohne Zug zum Tor. Von Leipzig war nach der Pause nichts zu sehen. Nur einen Torschuss gaben die "Roten Bullen" auf den Kasten von Rene Adler ab. Zum Vergleich: In der ersten Hälfte schoss RB fünfmal aufs Tor.
Auch die Defensive hinterlässt ein großes Fragezeichen: Wettbewerbsübergreifend klingelte es in den letzten fünf Spielen 18 Mal im Kasten von Keeper Peter Gulacsi. 1:4 gegen Leverkusen, 2:5 in Marseille, 1:1 in Bremen, 2:5 gegen Hoffenheim und 0:3 in Mainz.
"Wir müssen vor allem die Gegentor-Flut eindämmen", hatte Hasenhüttl vor dem Spiel bei den 05ern noch gesagt.
Trostpflaster Europa League
Mit der Pleite bei Mainz 05 verpasste Leipzig den Anschluss an die Spitzengruppe und bleibt mit 47 Zählern Sechster hinter Leverkusen (51 Punkte). Bei fünf Zählern Rückstand auf den Vierten Hoffenheim (52 Punkte) rückt das einstige Ziel Champions League in weite Ferne. Bleibt den Sachsen wohl nur noch das Trostpflaster Europa League.
Quo vadis, Leipzig? 2016 der Aufstieg in die Bundesliga, 2017 prompt Vizemeister hinter dem FC Bayern, in dieser Saison das erste Mal Champions League und Europa League. Wo ist der Glamour von RB hin? Für Hasenhüttl fühlt es "sich momentan so an, als ob wir die Zinsen für die letzten Jahre zahlen".
"Gegen Wolfsburg muss die Hütte brennen"
Lehrgeld hin oder her. Dass es im Moment schwer ist, darüber sind sich die Leipziger im Klaren. "Wir werden wieder aufstehen", verspricht Hasenhüttl. "Wir werden die Woche nützen, um uns was für Wolfsburg (am Samstag ab 13:00 Uhr live auf Sky und im Blog) zurechtzulegen. Das muss das Spiel sein, wo die Hütte brennen muss, wo wir nochmal alles reinpacken müssen."
Denn die Sachsen haben laut dem RB-Coach schließlich "noch zwei Chancen, Minimum drei Punkte zu holen".