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Real Madrid patzt gegen Manchester City: Kroos nur auf der Bank

Kroos nur auf der Bank: Real nicht mehr ganz so königlich

Elisabeth Lastovka

09.03.2020 | 11:52 Uhr

Toni Kroos musste die Pleite gegen Manchester City von der Ersatzbank aus beobachten.
Image: Toni Kroos musste die Pleite gegen Manchester City von der Ersatzbank aus beobachten.  © DPA pa

Real Madrid verliert das Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City mit 1:2, Anführer Toni Kroos sitzt 90 Minuten auf der Bank und die Königlichen wirken schon seit geraumer Zeit nicht mehr ganz so königlich.

Es war ein gebrauchter Abend für Zinedine Zidane und Real Madrid ohne das gewünschte "Happy End". Über weite Strecken zeigten die Madrilenen im Achtelfinale der Champions League gegen Manchester City ein gutes Spiel und gingen in der 60. Minute dank Isco auch in Führung. Madrid konnte den Vorsprung aber nicht ins Ziel bringen und verlor noch mit 1:2 (0:0) im Bernabeu-Stadion. "Die letzten zehn Minuten haben uns das Spiel gekostet," sagte ein bedienter Zidane nach der Partie.

In einem Match, in dem Mittelfeldakteur und Spielführer Toni Kroos überraschend 90 Minuten auf der Bank schmorte. Wäre das Spiel mit dem deutschen Nationalspieler auf dem Platz anders ausgegangen?

Kroos nicht in Startelf - fast ein Novum

Schaut man auf die Statistiken des deutschen Nationalspielers, kommt man nicht zwingend zu diesem Schluss. Gerade in der laufenden Saison fällt die schlechte Zweikampfquote von Kroos mit nur 54 Prozent gewonnener Duelle ins Auge -das ist seine schwächste Bilanz in seinen sechs Spielzeiten bei den Königlichen. Positiv hingegen sind die zwölf Torbeteiligungen in erst 31 Spielen in dieser Saison: Mit 0,39 Torbeteiligungen pro Spiel liefert er im Vergleich zu den vergangenen sechs Saison im Schnitt die zweitbeste Quote. Nur in der Saison 2016/17 hatte er mit 0,42 einen besseren Wert.

Saisonvergleich Pflichtspiele Toni Kroos

Saison Spiele Startelf Passquote Zweikampfquote Tore Assists Torbet. Torbet./Spiel
2019/20 31 30 93,7% 54,0% 5 7 12 0,39
2018/19 43 39 93,5% 59,1% 1 6 7 0,16
2017/18 43 40 93,4% 57,2% 5 8 13 0,30
2016/17 48 46 92,5% 61,6% 4 16 20 0,42
2015/16 44 43 94,1% 55,7% 1 11 12 0,27
2014/15 55 54 92,9% 57,5% 2 13 15 0,27

Kroos in einem K.o.-Spiel der Champions League nicht von Beginn an spielen zu lassen, ist quasi ein Novum. Seit seinem Wechsel 2014 vom FC Bayern München zu Real Madrid stand der 30-Jährige - vorausgesetzt er war Teil des Kaders - nur ein mal nicht in der Startelf eines Champions-League-K.o-Spiels (im März 2018 beim 1:2-Sieg gegen PSG, als er nur eingewechselt wurde). Und nun eben gegen Manchester City.

Kroos-Bankplatz "technische Entscheidung"

Die Erklärung seines Trainers dazu? "Er ist ein wichtiger Spieler für uns. Aber ich habe auch andere Optionen. Das geht nicht gegen Toni - ich habe mich so entschieden," erklärte Zidane kurz angebunden nach der Niederlage. Dies sei eine "technische Entscheidung" gewesen, denn er habe sein "System anpassen" wollen.

Dennoch kam der Bankplatz für Kroos unerwartet. Auch für Gegner und Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan war die personelle Entscheidung nicht abzusehen. "Ich war ein bisschen überrascht, dachte erst, er wäre verletzt gewesen. Er ist ein Anker für Real, der die Bälle nach vorne bringt." Nach dem Spiel tauschten sich die beiden kurz aus. "Er hätte gerne gespielt, aber meinte auch, dass sie am Sonntag den wichtigen Clasico haben," so der City-Spieler.

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3:11
Ilkay Gündogan freut sich über den wichtigen Auswärtssieg im Achtelfinal-Hinspiel bei Real Madrid, warnt aber vor dem Rückspiel und spricht über Toni Kroos. (Videolänge: 03:11 Min.)

Beim Clasico am Sonntagabend geht es um die Tabellenführung, die Madrid durch die 0:1-Niederlage am vergangenen Spieltag gegen UD Levante an den FC Barcelona verloren hatte. Derzeit liegen die Madrilenen mit zwei Punkten Rückstand hinter den Katalanen auf Rang zwei. Auch im Spiel davor reichte unter anderem ein Tor von Kroos gegen Celta Vigo (2:2) nicht, um einen Dreier mitzunehmen.

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Real ohne Ronaldo weniger torgefährlich

Aber nicht nur in den vergangenen Spielen, sondern seit dem Abgang von Superstar Cristiano Ronaldo verliert Madrid immer mehr an Strahlkraft. Nachdem Zidane mit Madrid und jenem CR7 zwischen 2016 und 2018 in jedem Jahr den Henkelpott holte, verabschiedete sich zu Saisonende 2018 Superstar Cristiano Ronaldo und wechselte zu Juventus Turin.

Und mit ihm ging auch ein Teil der Torgefährlichkeit: Ohne Ronaldo waren es zwölf Tore in 2018/19 und nun 14 in der diesjährigen Gruppenphase der Königsklasse. Zuvor waren mit Ronaldo in allen neun Saisons mehr Treffer erzielt worden.

Madrid torgefährlicher mit CR7

Saison Tore
2019/20 14 (ohne Ronaldo)
2018/19 12 (ohne Ronaldo)
2017/18 17
2016/17 16
2015/16 19
2014/15 16
2013/14 20
2012/13 15
2011/12 19
2010/11 15
2009/10 15

Im vergangenen Jahr kam das Champions-League-Aus für Madrid bereits im Achtelfinale. Real scheiterte am Überraschungsteam Ajax Amsterdam, die bis ins Halbfinale marschierten. Seit dem Abgang von CR7 gewann Real acht von 15 Champions-League-Spielen (53 Prozent), in Ronaldos Zeit (unabhängig davon, ob er spielte) bei Real waren es 74 Siege in 108 CL-Partien (69 Prozent).

Real fehlt Spieler mit "königlicher Mentalität"

Auch nach fast zwei Jahren ohne Ronaldo hat es Madrid noch nicht geschafft, den fünffachen Weltfußballer adäquat zu ersetzen. "Da ist keiner, der diese königliche Mentalität und Aura besitzt," analysiert Sky Reporter Jesco von Eichmann. "Genau das fehlt Real Madrid. Eden Hazard sollte es werden, kam aber nicht ganz fit zu Real und ist nun dauernd verletzt." Ersatz von Ronaldo? Fehlanzeige. "Aktuell haben sie keinen."

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Champions League, Achtelfinale: Real Madrid verliert gegen Manchester City mit 1:2.

Der Abgang des Portugiesen schmerzt also immer noch. Nun will man in Madrid mit einem Sieg über Barcelona die Pleite gegen City vergessen machen. Dann auch wieder mit Kroos in der Startelf? "Sollte er auf der Bank sitzen, könnte das ein Zeichen an Toni Kroos sein. Es kann aber auch sein, dass Zidane ihn schonen wollte, und ihn speziell gegen das Spiel gegen Barcelona braucht," so von Eichmann.

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Ein Sieg im Clasico würde zwar nicht den ganzen königlichen Glanz zurückbringen, aber zumindest für einige Wochen für Freude und Glücksgefühl in der spanischen Hauptstadt sorgen. Auch bei Toni Kroos.

Datenquelle: opta

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