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Schalke 04 Transfer News: Königsblaue Großbaustelle im Überblick

Königsblaue Großbaustelle: Heikler Transfer-Sommer bei S04

Daniel Heissenstein, Dirk große Schlarmann

17.07.2020 | 19:45 Uhr

David Wagner braucht für die kommende Saison frische Kräfte in der Schalker Mannschaft.
Image: David Wagner braucht für die kommende Saison frische Kräfte in der Schalker Mannschaft. © Imago

Es war eine Seuchensaison für Schalke 04 - wieder einmal. Die Rückrunde ruft nach Erneuerung - dem im Weg steht wie so oft das fehlende Geld. Zusammen mit Schalke-Reporter Dirk große Schlarmann analysieren wir die Situation der Königsblauen.

Schlagzeilen produzierte Schalke in den letzten Wochen mit einer Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für den notorisch klammen Klub. Auf dem Transfermarkt werden die Finanzen zum Problem: Woher sollen die Mittel für neue Spieler kommen?

Der Bedarf ist auf Schalke riesig: Ein Torwart muss her, ein Rechtsverteidiger, Linksverteidiger, Stürmer und auch im rechten Mittelfeld klafft eine Lücke. Kein anderer Bundesliga-Verein dürfte so viel Arbeit auf dem Transfermarkt vor sich haben. Geld für neue Spieler sollen vor allem Verkäufe bringen.

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

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Die Geldquellen

Weston McKennie ist einer der Leistungsträger auf Schalke. Sein Verkauf soll einen Großteil des Schalker Sommerbudgets ausmachen - über 20 Millionen Euro fordert S04. Interesse haben die Hertha und einige Klubs aus der Premier League. McKennie selbst würde lieber auf die Insel wechseln.

Dort soll auch Nabil Bentaleb versilbert werden. Der Algerier ist bis Saisonende an Newcastle ausgeliehen, eine Zukunft auf Schalke hat er wohl nicht. In England hat Bentaleb nicht komplett überzeugt, Schalke hofft trotzdem einige Millionen mit ihm einzunehmen. Das Tafelsilber der Gelsenkirchener ist Ozan Kabak. Gerüchte über ein Tottenham-Interesse gibt es schon jetzt, aber Kabak dürfte noch ein Jahr bei den Schalkern bleiben. Denn seine Ausstiegsklausel im Sommer 2021 liegt bei über 40 Millionen Euro! Nur bei unmoralischen Angeboten wird S04 schon dieses Jahr schwach.

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Kleines Geld könnten die Abgänge von Cedric Teuchert und Hamza Mendyl bringen. Teuchert möchte in Hannover bleiben, die 96er verhandeln noch um die Ablöse. Mendyl hat auf Schalke keine Zukunft, bei seiner Leihstation Dijon konnte er sich aber empfehlen: Mehrere Klubs aus der Ligue 1 haben Interesse am Marokkaner.

Nübel-Nachfolger

Und wohin mit dem eingenommenen Geld? Ein Torwart muss her, genauer gesagt Alexander Schwolow vom SC Freiburg. Nach Sky Informationen steht der Deal kurz bevor. Die Ablöse von rund acht Millionen Euro wird Schalke in Etappen berappen. Freiburg und Schalke befinden sich in finalen Gesprächen, die Unterschriften fehlen noch. Schwolow und Schalke haben sich bereits geeinigt.

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Nach dem Abgang von Alexander Nübel zum FC Bayern dürfte Schwolow die neue Nummer eins werden. Rückkehrer Ralf Fährmann rechnet sich noch Chancen aus, Nachwuchsmann Markus Schubert wird wohl verliehen, um Spielpraxis zu sammeln.

Für die Offensive hat Schalke Sebastian Andersson von Union Berlin im Blick. Er bewies bei den Köpenickern mit 13 Pflichtspieltoren seine Stürmerqualitäten, allerdings kostet er rund fünf Millionen Euro Ablöse. Die müsste Schalke erst mit Verkäufen refinanzieren.

Zweifelhafte Zukunft

Einige gestandene Spieler konnten sich bei Königsblau bislang nicht durchsetzen. Schalke-Reporter große Schlarmann schätzt ihre Zukunft auf Schalke ein: ZUM DURCHKLICKEN:

  1. Schubert
    Image: TOR: Markus Schubert: Konnte sich bei Schalke nicht durchsetzen und die Nübel-Patzer nicht nutzen. Mit Alexander Schwolow (SC Freiburg) kommt eine neue Nummer eins. Schubert soll daher verliehen werden, um Spielpraxis sammeln zu können.  © Imago
  2. TIMO BECKER:
    Image: ABWEHR: Timo Becker (Abwehr): Der Vertrag des 23-Jährigen lief zum 30.06.2020 aus. Noch in dieser Woche soll eine Entscheidung über die Zukunft des Verteidigers getroffen werden: Sowohl ein Verbleib als auch ein Abgang sind möglich. © Imago
  3. Schalkes Ozan Kabak ist in England heiß begehrt.
    Image: Ozan Kabak (Abwehr): Würde viel Geld in die Kassen spülen, wäre aber sportlich ein großer Verlust. Nur bei einem sehr guten Angebot würde man bei Schalke umdenken. Derzeit plant man, den Spieler nächstes Jahr für fixe 45 Millionen Euro zu verkaufen. © Imago
  4. MATIJA NASTASIC:
    Image: Matija Nastasic (Abwehr): Der Verein hat den 27-Jährigen gebeten, sich für Angebote offen zu halten - die allerdings noch nicht eingegangen sind. In den letzten Jahren gab es jedoch immer wieder Anfragen aus Italien: Ein Abgang ist möglich. © Imago
  5. Hamza Mendyl (Abwehr): Ein Abgang des Marokkaner könnte den Schalkern zumindest kleines Geld bringen. In Schalke hat er keine Zukunft mehr, bei seiner Leihstation Dijon konnte er sich aber empfehlen: Aus der Ligue 1 gibt es Interessenten an Mendyl.
    Image: Hamza Mendyl (Abwehr): Ein Abgang des Marokkaners könnte den Schalkern zumindest kleines Geld bringen. In Schalke hat er keine Zukunft mehr, bei seiner Leihstation Dijon konnte er sich aber empfehlen: Aus der Ligue 1 gibt es Interessenten für Mendyl. © Getty
  6. Weston McKennie trug gegen Schalke eine Armbinde mit der Aufschrift ''Justice for George".
    Image: MITTELFELD: Weston McKennie (Mittelfeld): Auch für McKennie gibt es viel Interesse. Er selbst würde am liebsten in die Premier League und international spielen, Schalke will für den 21-Jährigen mindestens 20 Millionen Euro.
  7. Nabil Bentaleb (Mittelfeld): War an Newcastle United ausgeliehen und hat dort viel gespielt. Allerdings zählt er bei Schalke zu den Höchstverdienern. Eine Weiterbeschäftigung bei Newcastle könnte an den Gehaltsvorstellungen des 25-Jährigen scheitern.
    Image: Nabil Bentaleb (Mittelfeld): War an Newcastle United ausgeliehen und hat dort viel gespielt. Allerdings zählt er bei Schalke zu den Topverdienern. Eine Weiterbeschäftigung bei Newcastle könnte an den Gehaltsvorstellungen des 25-Jährigen scheitern. © Getty
  8. Sebastian Rudy - Rudy ist ein Verkaufskandidat, sein hohes Gehalt bereitet den Schalkern Bauchschmerzen. Vergangene Saison war er an Hoffenheim ausgeliehen, ein weiterer Verbleib bei der TSG ist möglich.
    Image: Sebastian Rudy (Mittelfeld): Rudy ist ein Verkaufskandidat, sein hohes Gehalt bereitet den Schalkern Bauchschmerzen. Vergangene Saison war er an Hoffenheim ausgeliehen, ein weiterer Verbleib bei der TSG ist möglich. © Imago
  9. Amine Harit wird vom FC Schalke zur Kasse gebeten.
    Image: Amine Harit (Mittelfeld): War ein Spiegelbild der S04-Saison: starke Hinrunde, schwache Rückserie. Sein Talent ist unbestritten, dürfte nur bei einem guten Angebot gehen. Harit selbst liebäugelt mit einem Wechsel & würde gerne international spielen. © Getty
  10. Guido Burgstaller von Schalke 04 spricht mit Sky über die aktuelle Lage.
    Image: ANGRIFF: Guido Burgstaller (Sturm): Kein einziger Treffer in der Liga, eine Saison zum Vergessen für den Österreicher. Beide Partien sind für einen Wechsel offen, allerdings wird sein hohes Gehalt zum Knackpunkt. © Imago
  11. Cedric Teuchert (Sturm): Der Offensivspieler war in der vergangenen Saison an den Zweitligisten Hannover 96 ausgeliehen. Eine Zukunft bei Schalke gibt es nicht, allerdings bereits Angebote aus der Bundesliga. Eine Entscheidung könnte bald fallen.
    Image: Cedric Teuchert (Sturm): Der Offensivspieler war in der vergangenen Saison an den Zweitligisten Hannover 96 ausgeliehen. Eine Zukunft bei Schalke gibt es nicht, allerdings bereits Angebote aus der Bundesliga. Eine Entscheidung könnte bald fallen.  © Getty

Leidvolles Leihgeschäft

Die finanzielle Situation der Schalker macht Leihen zwingend erforderlich. In der abgelaufenen Spielzeit mit begrenztem Erfolg: Juan Miranda und Jean-Clair Todibo kamen von klangvollen Klubs, konnten aber nicht überzeugen. Michael Gregoritsch war Teil der Sturmmisere, lediglich Jonjoe Kenny lieferte regelmäßig ansprechende Leistungen. Das gebrauchte Schalker Jahr lässt sich auch auf die Knappenschmiede ausdehnen. Das Team von Norbert Elgert produziert normalerweise Spitzenplatzierungen und Talente in Serie, die U19 landete aber auf einem für ihre Verhältnisse enttäuschendem sechsten Platz.

Viel Arbeit für Kaderplaner Jochen Schneider auf Schalke: Erst verkaufen - mit der frischen Kohle geht es dann an Neuzugänge. Bis zum Deadline Day dürfte Königsblau auf dem Transfermarkt aktiv sein, die eine oder andere Last-Minute-Entscheidung inklusive.

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