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TSG Hoffenheim News: Talente kriegen Chance bei Sebastian Hoeneß

Neustart 2.0: Talent-Flüsterer Hoeneß macht die TSG attraktiv

Lars Pricken

29.07.2020 | 22:57 Uhr

Sebastian Hoeneß soll die TSG Hoffenheim wieder zurück zum alten Kurs führen.
Image: Sebastian Hoeneß soll die TSG Hoffenheim wieder zurück zum alten Kurs führen. © DPA pa

Die TSG Hoffenheim hat nach einem Jahr ohne Julian Nagelsmann eine Kurskorrektur vorgenommen. Mit Sebastian Hoeneß als neuem Trainer soll frischer Wind einkehren, der vor allem in die Segel einiger Talente wehen könnte.

Obwohl es sich bereits abgezeichnet hatte, traf der Abgang von Ausnahme-Coach Nagelsmann die TSG im vergangenen Sommer schwer. Der 33-Jährige hat den Klub in seinen knapp dreieinhalb Jahren in der oberen Tabellenhälfte etabliert und dem Spiel der Kraichgauer seinen ganz eigenen Stempel verpasst.

Für Nachfolger Alfred Schreuder wog das Erbe zu schwer. Der Niederländer machte zwar einen guten Job und fing die Mannschaft nach einem kleinen Tief vor der Coronapause wieder ein, doch eine weitere Zusammenarbeit schien trotz Tabellenplatz sieben ausgeschlossen. "Leider konnten wir uns nicht auf einen gemeinsamen Weg einigen, wie wir die TSG in die Zukunft führen möchten", erklärte Schreuder die Trennung vier Spieltage vor Schluss. Am Ende lief die TSG auf dem sechsten Platz ein und qualifizierte sich erneut für Europa.

Hoeneß passt perfekt ins Anforderungsprofil

Die Suche nach einem neuen Coach, der die Nagelsmann-Werte, die Philosophie und den Spielstil des Ex-Trainers zurückbringt, gestaltete sich daraufhin dennoch nicht ganz einfach. Den hohen Ansprüchen der Kraichgauer wurde kaum jemand gerecht. Bis sich Durchstarter Hoeneß aufs Radar siegte. Der 38-Jährige führte die zweite Mannschaft des FC Bayern als Aufsteiger zur Meisterschaft in der dritten Liga. Mit einem Kader, der in den USA nicht einmal das Meisterbier trinken dürfte. Gerade einmal 20,97 Jahre bringen die Bayern-Talente im Schnitt an Lebenserfahrung mit.

Talente-Förderer Hoeneß ist damit prädestiniert für die TSG. Sein Spielstil: variabel und technisch geprägt. Sein Anspruch an die Spieler: Keine langen Bälle ins Nirwana, sondern strukturiertes Kurzpassspiel - auch in Drucksituationen. Dazu Tempo über die Außen. Sein Kader: jung und formbar. All das passt ins Anforderungsprofil der Hoffenheimer Chefetage um Sportdirektor Alexander Rosen, der "bei vielen Themen" von einer "absolut deckungsgleichen Zielsetzung" spricht.

Zum Durchklicken: Die Vertragslaufzeiten der BL-Trainer

  1. Hansi Flick
    Image: Hansi Flick (FC Bayern): Vertrag bis 2023. © Imago
  2. Lucien Favre
    Image: Lucien Favre (Borussia Dortmund): Vertrag bis 2021. © Imago
  3. Julian Nagelsmann
    Image: Julian Nagelsmann (RB Leipzig): Vertrag bis 2023. © Imago
  4. Marco Rose
    Image: Marco Rose (Borussia Mönchengladbach): Vertrag bis 2022. © Imago
  5. Peter Bosz
    Image: Peter Bosz (Bayer Leverkusen): Vertrag bis 2022. © Imago
  6. FCB-Coach Sebastian Hoeneß steht vor einem Wechsel zur TSG Hoffenheim. Wird er mit seinem prominenten Namen auch in der Bundesliga erfolgreich sein?
    Image: Sebastian Hoeneß (TSG 1899 Hoffenheim): Vertrag bis 2023. © Imago
  7. Oliver Glasner
    Image: Oliver Glasner (VfL Wolfsburg): Vertrag bis 2022. © Imago
  8. Christian Streich
    Image: Christian Streich (SC Freiburg): Vertrag bis: 2021. © Imago
  9. Adi Hütter
    Image: Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): Vertrag bis 2021. © Imago
  10. Bruno Labbadia hat die Hertha wieder auf den richtigen Kurs gebracht.
    Image: Bruno Labbadia (Hertha BSC): Vertrag bis 2022. © Getty
  11. Urs Fischer
    Image: Urs Fischer (Union Berlin): Vertrag bis: 2021. © Imago
  12. David Wagner
    Image: David Wagner (FC Schalke 04): Vertrag bis 2022. © Imago
  13. Achim Beierlorzer
    Image: Achim Beierlorzer (Mainz 05): Vertrag bis 2022. © Imago
  14. Markus Gisdol
    Image: Markus Gisdol (1. FC Köln): Vertrag bis 2023.  © Imago
  15. -
    Image: Heiko Herrlich (FC Augsburg): Vertrag bis 2022. © Imago
  16. Florian Kohfeldt
    Image: Florian Kohfeldt (Werder Bremen): Vertrag bis 2023.  © Imago
  17. Der Erfolg bei Arminia kam mit Trainer Uwe Neuhaus. Nachdem der Trainer die Arminen im Winter übernahm kletterte der Klub von Platz 14 auf Platz 7.  Bielefeld könnte die vier Großen definitiv ärgern.
    Image: Uwe Neuhaus (Arminia Bielefeld): Vertrag bis 2022. © Getty
  18. Auf wen setzt VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo?
    Image: Pellegrino Matarazzo (VfB Stuttgart): Vertrag bis 2022. © Imago

Und Hoeneß selbst? "Die grundsätzliche Philosophie des Klubs ist identisch mit meiner Idee von Fußball - offensiv, mutig, flexibel und immer aktiv", meint der Sohn von Dieter Hoeneß, der schon bei seiner Vorstellung den vielleicht wichtigsten Punkt angesprochen hat:

"Die TSG Hoffenheim hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Fundament aufgebaut, um eine optimale und nachhaltige Ausbildung von Profi- und Jugendfußballern zu gewährleisten."

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Die Jugendentwicklung soll in Hoffenheim wieder in den Fokus gerückt werden. Ausbildungserfolge wie Niklas Süle oder Nadiem Amiri sollen mit Hoeneß wiederholt werden. Importe von unbekannten Youngstern wie Roberto Firmino oder Joelinton nicht einmalig bleiben. Juwele halten, fördern und formen ist die Devise.

2:32
Was für ein Trainertyp ist Sebastian Hoeneß und wer wird sein Nachfolger beim FC Bayern II? Sky Reporter Torben Hoffmann beantwortet alle Fragen rund um den neuen Hoffenheim-Coach (Videolänge: 2:32 Minuten).

Die Talentschmiede der Kraichgauer musste in der jüngeren Vergangenheit jedoch ein paar bittere Abgänge verkraften. Gleich fünf vielversprechende Talente entschieden sich in diesem Sommer für einen Wechsel. Armindo Sieb, Mamin Sanyang (beide von der U17-Mannschaft zum FC Bayern), Kerim Calhanoglu, Luca Campanile (von der U19 und U17 zu Schalke 04) und Amadou Onana (von der U19 zum Hamburger SV) sahen ihre Zukunft nicht in Hoffenheim.

Talent-Flucht aus Hoffenheim soll ein Ende finden

Im vergangenen Jahr trieb es bereits Robin Hack wegen mangelnder Einsatzzeit von der ersten Mannschaft zum 1. FC Nürnberg. Ein Jahr später ist der 21-Jährige einer der gefragtesten Spieler der 2. Bundesliga. Mit zehn Treffern und einer Vorlage zog der deutsche U21-Nationalspieler in der abgelaufenen Spielzeit das Interesse einiger Bundesligisten sowie Premier-League-Klubs auf sich.

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Doch im Kader der Hoffenheimer steckt noch immer enormes Potenzial, das Neu-Trainer Hoeneß nun herauskitzeln muss. In der letzten Saison stach unter den jüngeren Profis der Kraichgauer vor allem Christoph Baumgartner heraus.

Baumgartner, Geiger und Bruun Larsen warten auf den Durchbruch

Der 20 Jahre alte Österreicher erzielte in 26 Einsätzen, davon einige als Joker, sieben Treffer und legte vier weitere Tore auf. Als Kreativspieler im offensiven Mittelfeld sind dabei vor allem der Antritt und die Abschlussstärke des Youngsters bemerkenswert. Wird er weiter gefördert, könnte Baumgartner zum Shootingstar der kommenden Spielzeit werden.

Auch Dennis Geiger könnte im kommenden Jahr eine größere Rolle in den Plänen der TSG zugeteilt bekommen. Der 22-Jährige kratzt seit zwei Jahren am Durchbruch, doch der große Wurf wollte dem Eigengewächs noch nicht gelingen. Als Stammspieler in die Saison 2019/2020 gestartet, fiel er durch Verletzungen immer wieder zurück.

Ebenfalls mit enormem Talent gesegnet: Jacob Bruun Larsen. Die Konkurrenz auf den Flügeln von Borussia Dortmund war schlichtweg zu groß für den Angreifer. Nach einer Leihe zum VfB Stuttgart und einem halben Jahr auf der Bank des BVB verpflichtete die TSG den 21-Jährigen im Winter. Auch hier war der Däne bislang nur ein Spieler für die letzten dreißig Minuten.

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Hoeneß als Argument für TSG-Verbleib von Youngstern

Neben den drei bereits integrierten Profis hat der Europa-League-Teilnehmer für dieses Jahr zwei mehr als interessante Spieler aus der Jugend hochgezogen. Der erst 17 Jahre alte Maximilian Beier durfte bereits sechs Mal Bundesliga-Luft schnuppern. Der Stürmer könnte in diesem Jahr die Chance auf mehr Einsätze bekommen.

Ebenso wie Innenverteidiger Melayro Bogarde. Der 18-jährige Defensivmann steht nicht nur bei der TSG hoch im Kurs. Neben Ajax Amsterdam sollen mit RB Leipzig und Borussia Dortmund zwei weitere Star-Fabriken Interesse zeigen. Die Kraichgauer täten allerdings gut daran, den gebürtigen Niederländer in den eigenen Reihen zu halten.

Das wichtigste Argument für einen Verbleib haben die Hoffenheimer nun auf ihrer Seite: den Trainer. Nach seiner Zeit in den Nachwuchleistungs-Zentren von Leipzig und Bayern sowie dem perfekten Profi-Trainereinstand in Münchens zweiter Mannschaft steht der Talent-Flüsterer für gute Jugendarbeit. Von der profitieren im besten Fall aus TSG-Sicht nicht nur die Youngster, sondern künftig wieder der Verein selbst.

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