Uli Hoeneß will den Transferwahn mit dem FC Bayern kontern
FCB-Aufsichtsrats-Boss beim Mediengespräch
25.07.2017 | 12:49 Uhr
Der FC Bayern hat sich mit namhaften Spielern verstärkt und viel Geld in die Hand genommen. Dennoch sind Uli Hoeneß die steigenden Ablösesummen nicht geheuer. Der Aufsichtsratsvorsitzende erklärt im Mediengespräch, wie der FC Bayern diesen Transferwahn kontern und mit wechselwilligen Spielern umgehen will.
Die Ablösesummen sind in diesem Sommer eskaliert. 100 Millionen Euro für Romeulu Lukaku, 80 Millionen für Alvaro Morata Euro und für Neymar steht die irrwitzige Summe von 222 Millionen Euro im Raum. Hoeneß kann damit wenig anfangen.
"Es ist eher ein Zeichen von Schwäche, wenn ich viel Geld ausgeben muss, um nix zu erreichen", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende beim Mediengespräch in Singapur. "Nicht der teuerste Transfer ist der Beste, sondern der, der auf dem Platz am meisten leistet."
FC Bayern sucht eigenen Weg
Auch der FC Bayern investierte fleißig und gab über 100 Millionen für Neuzugänge aus. „Wir wollen da mitspielen, aber nicht um jeden Preis", sagt der FCB-Präsident. "Deshalb müssen wir in diesem Haifischbecken, in dem wir uns bewegen, unseren eigenen Weg finden."
Exemplarisch nennt der 65-Jährige dafür Corentin Tolisso, für den der Rekordmeister 41,5 Millionen Euro nach Lyon überwies. Der Franzose sei "zwar auch recht teuer" aber noch "in einem vernünftigen Rahmen" und überzeugt vor allem als Typ. "Er ist sehr mannschaftsdienlich, hat einen guten Charakter, willig und reißt sich den Hintern auf", lobt Hoeneß. "Das sind Spieler, auf die man bauen kann".
Hoeneß fordert Umdenken
Generell fordert der gebürtige Ulmer die Vereine zum Umdenken auf. Man müsse nachdenken, ob es nicht auch andere Wege zum Erfolg gibt.
Doch nicht nur die astronomischen Ablösesummen sind Hoeneß ein Dorn im Auge. Auch wechselwilligen Spielern sagt er den Kampf an. Ein Transferhickhack, wie es der BVB derzeit mit Pierre-Emerick Aubameyang mitmacht, will Hoeneß an der Säbener Straße nicht dulden.
Der FC Bayern werde sich nicht „auf dem Kopf herumtanzen lassen", erklärt Hoeneß. „Ein Vertrag ist ein Vertrag und der wird dann beendet, wenn der FC Bayern das will. Sonst niemand".
Hoeneß sieht die Bayern auf jeden Fall gut gerüstet. "Der FC Bayern ist kerngesund, steht gut da und das Image ist auch okay", so Hoeneß. „Wirtschaftlich sind wir zudem immer in der Lage, nachzulegen, falls es notwendig ist".