Vom Weltmeister zur Not-Leihe: Andre Schürrle weiter im Fall
Von der BVB-Bank zum VfB Stuttgart?
30.12.2017 | 13:16 Uhr
Andre Schürrle steht einmal mehr am Scheideweg seiner Karriere. Nach Chelsea und Wolfsburg ist er auch beim BVB vom Weltmeister zum Bankdrücker avanciert. Um seine WM-Chancen am Leben zu halten, erwägt der 27-Jährige angeblich eine Leihe zum VfB Stuttgart. Wir dröseln die bittere Bilanz auf.
Mit seiner Vorlage zum Weltmeister-Tor von Mario Götze stieg Andre Schürrle 2014 zum deutschen Fußball-Helden auf. Seitdem stockt die Karriere des Flügelstürmers erheblich.
Von der Ersatzbank des FC Chelsea wechselte er Anfang 2015 zum VfL Wolfsburg, nach eineinhalb mäßigen Jahren zog es den Hochveranlagten dann zu Borussia Dortmund. Jedes Mal wechselte er mit der Hoffnung, endlich durchzustarten. Doch auf den großen Knall warten Schürrle und viele Experten immer noch.
Bittere BVB-Bilanz: 19 Liga-Einsätze in drei Jahren
Nun bahnt sich laut den Ruhr Nachrichten eine Ausleihe des 27-Jährigen zum VfB an, um im Schlussspurt seine Chancen auf ein WM-Ticket zu erhöhen. In Dortmund jedenfalls wärmte Schürrle die meiste Zeit die Bank, oder er schindete sich in der Reha nach zahllosen Verletzungen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In knapp eineinhalb Jahren in Dortmund kommt Schürrle nur auf 19 Einsätze in der Bundesliga. In der abgelaufenen Hinrunde stand er gar nur 339 Minuten auf dem Rasen.
Leihe zum VfB die letzte Chance auf die WM 2018
Er wolle aber "so viel wie möglich spielen, und wenn die Spielzeit nicht gewährleistet ist, dann wäre es geradezu fahrlässig, nicht darüber nachzudenken, wie die Zukunft da aussehen kann und wo man mehr Spielzeit bekommt", hatte Berater Ingo Haspel in der vergangenen Woche exklusiv bei Sky einen Wechsel angedeutet.
Diese Spielpraxis dürfte Schürrle beim Tabellen-14. Stuttgart bekommen. Doch auch bei den Schwaben würde man an ihn, den 57-maligen Nationalspieler (22 Tore), Erwartungen stellen. Diese hatte er in Dortmund trotz großer Vorschusslorbeeren nicht erfüllen können.
Erwartungen beim BVB nicht erfüllt
"Andre Schürrle ist ein deutscher Nationalspieler mit herausragendem Offensivpotenzial. Seine Qualität wird für unsere Mannschaft sehr wertvoll sein", hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc im Sommer 2016 noch gesagt, nachdem Schürrle für 30 Millionen Euro Ablöse zu seinem einstigen Förderer aus Mainzer Tagen, Thomas Tuchel, gewechselt war.
Zuvor hatte Wolfsburg 32 Millionen Euro für ihn bezahlt. Mit der Summe war Schürrle einem Erwartungsdruck ausgesetzt, dem der WM-Held auch in der Autostadt nicht gerecht wurde.
Schürrle selbst sieht in gesundheitlichen Problemen den Hauptgrund dafür, warum er sich bei den Vereinen nicht durchsetzen konnte. Er habe eine Fehlstellung, die sich auf seine Muskeln auswirke. Dadurch verhärteten diese leichter, hatte er einmal der Sport Bild gesagt. Zuletzt laborierte er an Rückenproblemen und einem Muskelfaserriss.