Zum Inhalte wechseln

Wegen Corona: Bundesliga drohen Geisterspiele - Entscheidung rückt näher

Bundesliga drohen Geisterspiele - Entscheidung rückt näher

Die Allianzarena bleibt wohl bis zum 10. April leer.
Image: Der Bundesliga drohen erneut Geisterspiele.  © Imago

Der deutsche Profifußball muss sich auf die Rückkehr der Geisterspiele einstellen. Eine endgültige Entscheidung soll am Donnerstag fallen.

In den Bundesligastadien wird es ab dem Wochenende wohl wieder gespenstisch still, es drohen bundesweit Geisterspiele. "Man kann davon ausgehen, dass die Bundesliga ohne Zuschauer weiterspielen soll. Das ist eine richtige Entscheidung", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. Eine endgültige Entscheidung soll am Donnerstag auf einer kurzfristig angesetzten Ministerpräsidentenkonferenz fallen.

ZUM BUNDESLIGA-SPIELPLAN

Söder will bis Jahresende keine Zuschauer

Es gebe zwar noch "unterschiedliche Ansätze", berichtete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), doch alle seien sich einig gewesen, "dass im Fußball etwas passieren muss". Söder will, "bis zum Jahresende in den Profiligen ohne Zuschauer auskommen". Sollte sich nicht auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigt werden, würde man "in Bayern einen Alleingang" machen. In Sachsen fand bereits am vergangenen Sonntag die Begegnung zwischen RB Leipzig und Bayer Leverkusen (1:3) ohne Zuschauer statt. Auch Baden-Württemberg sprach sich schon für Geisterspiele aus. Hamburg werde sich einer "bundeseinheitlichen Regelung anschließen", erklärte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Jetzt Push-Nachrichten zu Deinen Lieblingssportarten!

Jetzt Push-Nachrichten zu Deinen Lieblingssportarten!

Du willst personalisierte Sport-Nachrichten als Push auf dein Handy? Dann hol Dir die Sky Sport App und wähle Deine Lieblingssportarten- und wettbewerbe aus. So funktioniert's.

Söder begründete den Schritt in Richtung Geisterspiele damit, "dass die hohe Mobilität bei der An- und Abreise aktuell nicht verantwortbar ist". Der Fußball habe "eine große Vorbildfunktion". Daher müsse man "überall Kontakte reduzieren". Da Bayern mit zahlreichen Infektions-Hotspots zu kämpfen hat, war die Zahl der erlaubten Besucher in den Stadien zuletzt schon stark reduziert worden.

Wüst lässt Entscheidung für BVB - FCB offen

Was das genau für das Topspiel am Samstag zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern bedeutet, ließ NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst noch offen. Der CDU-Politiker erwartet aber "eine deutliche Reduzierung bei Großveranstaltungen". Bilder wie vom Wochenende in Köln dürfe und werde es nicht mehr geben, so Wüst: "Wir werden entsprechende Beschlüsse fassen."

Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) berieten ab Dienstagmittag dreieinhalb Stunden mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder über die Coronalage. Die Rufe nach einer Verschärfung der Schutzmaßnahmen und Beschränkungen waren in den vergangenen Tagen nochmals lauter geworden. Grund sind die hohen Infektionszahlen und die Verbreitung der neuen Omikron-Variante.

Mehr zum Thema Corona News Im Sport

Auch andere Sportarten betroffen

Dass die Geisterspiele oder zumindest starke Zuschauer-Beschränkungen wieder eingeführt werden, war bereits am Dienstagmorgen ein offenes Geheimnis. Neben dem Fußball sind auch die anderen Sportarten betroffen sein. Schließlich ging es um das Thema der Großveranstaltungen in seiner Gesamtheit.

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

In unserem täglichen Liveblog halten wir Euch über alle Gerüchte und fixe Transfers auf dem Laufenden.

"Wir müssen Freizeitveranstaltungen deutlich zurückfahren", sagte der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) schon im ZDF-Morgenmagazin: "Dass es am letzten Wochenende noch große Bundesligaspiele mit Zigtausenden von Besuchern gab, ist angesichts der dramatischen Lage im Land nicht mehr zu verantworten."

Habeck äußert sich ähnlich

Ähnlich äußerte sich Grünen-Chef Robert Habeck. "Die Bundesliga muss nicht in vollen Stadien spielen. Das ist jetzt schon möglich und hätte auch schon am letzten Wochenende untersagt werden können", sagte Habeck: "Es war ein Fehler, dass die Bundesliga am letzten Spieltag in vollen Stadien gespielt hat. Das ist völlig klar, das hätte man unterbinden sollen."

Vor allem das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach (4:1) am Samstag vor 50.000 Zuschauern hatte die Debatte um die Geisterspiele entscheidend befeuert. Zahlreiche Spitzenpolitiker und Experten äußerten ihr Unverständnis.

Nur eine Frage der Zeit?

Die flächendeckende Rückkehr der Begegnungen vor leeren Rängen, deren Ende vor einem halben Jahr von der Politik proklamiert worden war, schien deshalb nur eine Frage der Zeit zu sein.

Dass sich Klubverantwortliche wie Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart ("Geisterspiele sind für uns wirklich dramatisch") und Alexander Wehrle vom 1. FC Köln ("Wir sind nicht die Hotspots als Großveranstaltungen") gegen die Geisterspiele wehrten, erschien ohnehin keine Aussicht auf Erfolg zu haben.

SID

Alles zur Bundesliga auf skysport.de:

Alle News & Infos zur Bundesliga
Spielplan zur Bundesliga
Ergebnisse zur Bundesliga
Tabelle zur Bundesliga
Videos zur Bundesliga
Liveticker zur Bundesliga

Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.

Weiterempfehlen: