WM 2018: So stehen die Chancen von Neuer
Nach erfolgreichem Test gegen U20
29.05.2018 | 22:24 Uhr
Manuel Neuer hat den nächsten Schritt Richtung Weltmeisterschaft gemacht. Der Nationaltorwart feierte in einem Test gegen die U20 des DFB sein Comeback, er kam die zweiten 30 Minuten zum Einsatz. Was heißt das für seine WM-Chancen?
Fest steht: Es wird eine enge Kiste. Bundestrainer Joachim Löw hat angekündigt, Neuer nach seinem Mittelfußbruch nur 100 Prozent fit und als klare Nummer eins mit nach Russland zu nehmen.
Im nicht öffentlichen Spiel gegen die deutsche U20 reichte es am Montagabend noch nicht für die Startelf. Wie Sky Reporter Uli Köhler berichtet, spielte Neuer in seinen 30 Spielminuten gut mit. Nach Abpfiff habe der lang verletzte 32-Jährige allerdings erschöpft und angestrengt gewirkt.
Test gegen Österreich wird "Neuers D-Day"
"Am Ende wird sich alles am 2. Juni beim Testspiel gegen Österreich entscheiden", legt sich Köhler fest: "Das ist der D-Day für Neuer." Denn: Nur zwei Tage später muss Löw seinen endgültigen Kader bekannt geben.
Soll es mit der Nominierung klappen, muss der Bayern-Torwart zunächst einmal unbedingt spielen. Das sieht auch DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke so. "Ich glaube, das kann man so klar sagen: Gegen Österreich sollte Manuel spielen können. Wenn er da auch keinen Einsatz hat, braucht man über eine WM nicht zu reden", so der 56-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
Sky Sport News HD zeigt die DFB-Pressekonferenz mit Köpke am Dienstag ab 12:45 Uhr live (auch im Livestream auf skysport.de).
Zum anderen geht es vor allem im Spiel gegen Österreich darum, gutes Timing und ein Top-Zusammenspiel mit der Defensive zu beweisen. Qualitäten, die Keeper bei langwierigen Verletzungen verlieren können. Auf Reaktionen und große Paraden dürfte es dagegen weniger ankommen.
Spieler drücken Neuer die Daumen
Wie wichtig es wäre, Neuer bei der WM 2018 in Russland dabei zu haben, belegen Äußerungen seiner Mitspieler. "Die Bedeutung von Manuel Neuer fürs Team ist ungeheuer wichtig. Alle Spieler wollen, dass er mitfährt", berichtet Köhler aus Südtirol: "Keiner der Spieler sagt, dass ter Stegen nicht gut ist. Aber Neuer hat das gewisse Extra. Er ist Kernpunkt der Mannschaft und nicht umsonst Kapitän. Viele richten sich nach ihm - und er kann viele aufrichten."
Schon am Mittwoch steht ein weiterer geheimer Test gegen die U20 an. Sollte es dort für die Startelf reichen, sieht es gut aus für die WM-Mission. Und selbst wenn nicht: Die finale Entscheidung wird Löw erst nach dem Testspiel gegen Österreich (Samstag, ab 17 Uhr im Liveblog auf skysport.de) fällen. Denn bis zur letzten Sekunde wird der Bundestrainer alles daran setzen, seine Nummer eins doch noch mit nach Russland zu nehmen.