WM 2022: Otto Addo bei Sky über Ghanas WM-Teilnahme und den BVB
Als Ghana-Coach zur WM? Addo hofft auf Zwischenlösung
Marlon Irlbacher
31.03.2022 | 22:41 Uhr
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5:43
Otto Addo im exklusiven Interview mit Sky nach der WM-Qualifikation mit Ghana. (Videolänge: 5:43 Minuten)
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Otto Addo hat als Interims-Nationaltrainer Ghanas mit seinem Team die Teilnahme an der WM perfekt gemacht. Bei Sky Sport spricht der Ex-Profi über den Erfolg gegen Nigeria, seine WM-Teilnahme als Spieler und über seinen eigentlichen Job als Top-Talente-Coach bei Borussia Dortmund.
Sky Sport: Herzlichen Glückwunsch zur WM-Teilnahme mit Ghana und willkommen zurück in Deutschland! Sie haben jetzt ein paar aufregende Tage hinter sich. Können sie uns einmal mitnehmen, was ihnen das alles bedeutet hat?
Otto Addo: Es freut mich natürlich sehr. Ich habe viele Spiele für Ghana gemacht und es ist toll, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte. Ich bin schon auch etwas kaputt jetzt gerade, waren lange 10 Tage. Die nervliche Anspannung war hoch, aber wir haben es geschafft und das ist das was zählt.
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Sky Sport: Wie müssen wir uns die Party danach vorstellen? Was war in Ghana los? Was bedeutet den Menschen die WM-Teilnahme dort?
Addo: Nachdem wir uns 2006, 2010 und 2014 für die Weltmeisterschaften qualifiziert hatten waren wir 2018 nicht dabei. Deshalb war die Anspannung schon sehr groß. Der Druck war hoch, denn Nigeria hat auch eine sehr starke Mannschaft. Wir hatten zudem viele Ausfälle. Da standen die Chancen von Außen betrachtet nicht ganz so gut. Dazu kommt noch unser schlechtes Abschneiden beim Afrika Cup, von daher war die Erwartungshaltung da vielleicht nicht ganz so hoch, aber die Mannschaft hat sich zusammengerauft. Sie haben alles gegeben und haben es sich total verdient, sich für die WM zu qualifizieren und es war richtig, richtig gut.
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Sky Sport: Welches sportliche Potential besitzt die Mannschaft, um vielleicht auch bei der WM für Überraschungen zu sorgen?
Addo: Ich denke schon, dass sie das kann. Es haben ja auch viele Spieler gefehlt. Ich kenne die Mannschaft ja schon und habe im November als Co-Trainer mitgeholfen bei den letzten zwei Runden zur Qualifikation. Da haben wir uns auch schon sehr gut kennengelernt. Ich denke, das war auch der ausschlaggebende Punkt, dass ich die Mannschaft weiterführen sollte, weil ich die Jungs schon kenne. Es sind sehr viele junge Spieler. Die meisten von ihnen spielen in Europa. Sie sind auf einem aufstrebenden Weg und werden bei der WM mit Sicherheit noch auf sich aufmerksam machen.
Sky Sport: Sie haben sich in zwei Spielen gegen Nigeria durchgesetzt. Nach dem Abpfiff gab es leider auch ein paar unschöne Szenen, als Zuschauer auf den Platz gelaufen sind und randaliert haben. Was ist da genau passiert und wie haben Sie das erlebt?
Addo: Ja klar haben wir das mitbekommen, wir sind dann aber auch schnell in die Kabinen gegangen. Zum Glück haben unsere Staffmitglieder oder Spieler keinen Schaden davongetragen. Ich bin nicht aus Nigeria, deshalb weiß ich nicht, woher diese Strömung kam. Für ein Land wie Nigeria mit 200 Millionen Einwohnern natürlich schon eine große Enttäuschung. Ghana hat 30 Millionen Einwohner. Nigeria hat viele Stars, viele sehr gute Spieler. Daher war die Erwartungshaltung dort sehr hoch. Daher kamen, glaube ich, auch die Unruhen.
Sky Sport: Sie haben 2006 selbst an einer WM teilgenommen. Wie ist das Gefühl dabei zu sein?
Addo: Das ist das, wovon man als kleiner Junge träumt. Die ganze Welt schaut zu und man misst sich mit den besten Ländern. Das ist die größte Bühne, die man als Fußballer haben kann. Für mich war es damals ein Traum bei der WM in Deutschland. Das war unglaublich, kaum zu beschreiben dieses Gefühl. Ich freue mich, dass die Jungs das auch erleben werden.
Sky Sport: Sie gehen nun wieder ganz normal in ihren Job bei Borussia Dortmund zurück. Aber hat man nicht das Verlangen danach, jetzt auch mit der Mannschaften zum Turnier zu fahren und das alles mitzunehmen?
Addo: Das ist schwierig zu sagen. Ich muss das jetzt erstmal alles sacken lassen. Wir haben vieles richtig gemacht und viel erreicht. Sicherlich wird es bald auch ein paar Gespräche geben. Ausschlaggebend ist natürlich trotzdem mein Arbeitgeber Borussia Dortmund. Ich fühle mich hier wohl, möchte auch hier bleiben, aber vielleicht bekommt man ja irgendwie eine Zwischenlösung hin. Für den Moment freue ich mich jetzt aber einfach erstmal, dass wir das geschafft haben. Das ist riesig!
Sky Sport: Sie helfen beim BVB bekanntlich dabei, Talente auszubilden. Wie zufrieden sind sie mit ihren Schützlingen in der aktuellen Spielzeit?
Addo: Da gibt es sehr viel zutun. Für die ganz jungen Spieler ist es jetzt wichtig, einen guten Saisonabschluss zu haben. Wir blicken natürlich auch schon auf die kommende Saison, wo wir viele neue Spieler integrieren werden und in den nächsten Stunden schon wieder an der Tür klopfen. Wir haben beim BVB ein Superteam mit Trainer Marco Rose, der sich auch sehr für die jungen Mannschaften interessiert. Er guckt sich sehr viel an und ich bin mit ihm auch im ständigen Austausch. Ich habe sowohl von ihm, als auch Edin Terzic sehr viel gelernt und auch angewandt. Ich freue mich, dass wir im Verein solche Strukturen haben und unsere jungen Spieler auch fördern. Ich hoffe dass es vor allem in der kommenden Saison auch wieder der ein oder andere mehr schaffen wird, den Sprung zu den Profis hinzubekommen.
Sky Sport: Wie groß ist die Vorfreude auf einen ausverkauften Signal Iduna Park?
Addo: Totale Vorfreude! Alle haben drauf gewartet, die Spieler und die Fans. Alle freuen sich und die Fans haben sich das verdient. Gerade in solchen Spielen wie gegen Leipzig, wenn es eng wird, können sie noch einmal diesen extra Schub geben. Wir freuen uns sehr darauf, dass alle wieder rein können.