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WM News: Andreas Brehme wird 60 - das machen die Weltmeister von 1990 heute

Brehme wird 60! Das machen die Weltmeister von 1990 heute

Sport-Informations-Dienst (SID)

09.11.2020 | 09:29 Uhr

Andreas Brehme 1990 mit dem WM-Pokal.
Image: Andreas Brehme 1990 mit dem WM-Pokal. © DPA pa

Cool bis ans Herz machte Andreas Brehme Deutschland mit seinem legendären Elfmeter von Rom zum Weltmeister. Jetzt wird der Goldfuß 60 Jahre alt. Sky Sport zeigt euch, was die die Weltmeister von 1990 heute machen.

Andreas Brehme erinnert sich, als wäre es gestern gewesen. Natürlich. 8. Juli 1990, WM-Finale gegen Argentinien, 73.603 Zuschauer im Stadio Olimpico, Millionen vor dem Fernseher, die Entscheidung naht. Pass in die Tiefe von Lothar Matthäus, Roberto Sensini grätscht, Rudi Völler fällt, Schiedsrichter Edgardo Codesal Mendez pfeift. Elfmeter. Die Argentinier sind außer sich, Diego Maradona will es nicht wahrhaben, ein anderer schießt den Ball, den sich Brehme schon auf den Punkt gelegt hat, weg. Doch Brehme bleibt in der Hektik cool bis ans Herz.

BILDERGALERIE: Das machen die Weltmeister von 1990 heute

  1. Bodo Ilgner: Der Torhüter ging unter die Buchautoren und ließ sich zum Manager ausbilden. Der Spieleentwickler Empire widmete ihm ein eigenes Computerspiel: "Bodo Illgners Super Soccer". Heute hält Ilgner Seminare zum Thema Zeitmanagement.
    Image: Bodo Illgner: Der Torhüter geht 2004 unter die Buchautoren und lässt sich später zum Manager ausbilden. Der Spiele-Entwickler Empire widmet ihm ein Computerspiel: ''Bodo Illgners Super Soccer''. Heute hält Illgner Seminare zum Thema Zeitmanagement. © Imago
  2. Raimond Aumann: Lange Zeit hütete Aumann erfolgreich das Bayern-Tor, heute leitet er die Abteilung Fan- und Fanclubbetreuung beim deutschen Rekordmeister.
    Image: Raimond Aumann: Lange Zeit hütet Aumann erfolgreich das Bayern-Tor, heute leitet er die Abteilung Fan- und Fanclubbetreuung beim deutschen Rekordmeister. © Imago
  3. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke sieht Alexander Nübel noch in der Entwicklungsphase.
    Image: Andreas Köpke: 1990 als dritter Torwart dabei. Seit 2004 ist der gebürtige Kieler beim DFB als Torwarttrainer tätig und war beim WM-Titel 2014 dabei. © Imago
  4. Jürgen Kohler
    Image: Jürgen Kohler: Der ehemalige Verteidiger hat mehrere Posten im Profi-Fußball inne: Trainer des U21-Nationalteams, Sportdirektor in Leverkusen oder auch Trainer in Duisburg. Seit 2018 coacht er die A-Jugend von Viktoria Köln. © DPA pa
  5. Klaus Augenthaler
    Image: Klaus Augenthaler: Der Libero bleibt dem FCB lange in verschiedensten Positionen treu, ehe er als Coach unter anderem Nürnberg, Leverkusen und Wolfsburg trainiert. Kehrt 2017 zu Bayern zurück und ist Nachwuchstrainer für internationale Programme.  © Imago
  6. Thomas Berthold: Auch als Markenbotschafter und Unternehmensberater ist der ehemalige Verteidiger dem Fußball treu geblieben – als TV-Experte und Kolumnist. Der Wunsch, neuer Präsident seines Ex-Klubs VfB Stuttgart zu werden, ging nicht in Erfüllung.
    Image: Thomas Berthold: Der Markenbotschafter und Unternehmensberater bleibt dem Fußball als TV-Experte und Kolumnist treu. Der Wunsch, neuer Präsident seines Ex-Klubs VfB Stuttgart zu werden, geht zu Beginn dieses Jahres nicht in Erfüllung. © Imago
  7. Hans Pflügler: Als eisenharter Verteidiger bekannt, zeigt sich der Bayer heute von seiner zahmen Seite und ist für die Fanshops des FC Bayern verantwortlich. Darüber hinaus betreibt er eine Pension in seiner Heimatstadt Freising.
    Image: Hans Pflügler: Als eisenharter Verteidiger bekannt, zeigt sich der Bayer heute von seiner zahmen Seite und ist für die Fanshops des FC Bayern verantwortlich. Darüber hinaus betreibt er eine Pension in seiner Heimatstadt Freising. © Imago
  8. Paul Steiner: Beim Gewinn des WM-Titels (ohne Einsatz) bereits 33 Jahre alt, beendete er kurz darauf seine aktive Karriere. Der ehemalige Verteidiger arbeitete anschließend lange Jahre als Scout in Leverkusen und beim 1. FC Köln.
    Image: Paul Steiner: Beim Gewinn des WM-Titels (ohne Einsatz) bereits 33 Jahre alt, beendet er kurz darauf seine aktive Karriere. Der Verteidiger arbeitet anschließend lange als Scout in Leverkusen und Köln. Genießt das Leben im spanischen Alicante. © Imago
  9. Stefan Reuter stellt sich den Fragen der Journalisten.
    Image: Stefan Reuter: Zunächst Mitarbeiter im Sponsoring beim BVB, später als Manager bei 1860 München. Seit 2012 in gleicher Position beim FC Augsburg tätig. Dazu gründete Reuter gemeinsam mit einigen Weltmeister-Kollegen die Stiftung Jugendfußball. © Imago
  10. Olaf Thon: Lange Zeit saß das Schalker Eigengewächs im Aufsichtsrat der Knappen, heute ist Thon in den Medien omnipräsent – ob als TV-Experte, Kolumnist oder Radiostimme.
    Image: Olaf Thon: Lange Zeit sitzt das Schalker Eigengewächs im Aufsichtsrat der Knappen, heute ist Thon in den Medien omnipräsent – ob als TV-Experte, Kolumnist oder Radiostimme.  © Imago
  11. Guido Buchwald: Als Funktionär sehr aktiv - Trainer in Aachen, bei den Urawa Red Diamonds und im Präsidium der Stuttgarter Kickers. Buchwald war als neuer VfB-Präsident im Gespräch, saß beim Ex-Klub bis zum Rücktritt im Februar im Aufsichtsrat.
    Image: Guido Buchwald: Trainer in Aachen, bei den Urawa Red Diamonds und später im Präsidium der Stuttgarter Kickers. Buchwald ist 2020 als neuer VfB-Präsident im Gespräch, sitzt beim Ex-Klub bis zum Rücktritt im Februar im Aufsichtsrat.  © Imago
  12. -
    Image: Andreas Brehme: Der Verteidiger verwandelt im Finale den Elfmeter und startet danach eine Trainerkarriere – mit Stationen in Kaiserslautern, Unterhaching und als Co. in Stuttgart. Darüber hinaus als Botschafter des DFB und Vereinsberater aktiv. © Imago
  13. Pierre Littbarski stemmt am 8. Juli 1990 in Rom den WM-Pokal in die Höhe.
    Image: Pierre Littbarski: Sein Start als Trainer in Leverkusen und Duisburg verläuft holprig, anschließend probiert ''Litti'' sein Glück im Rest der Welt. Von 2010 bis 2012 Co-Trainer in Wolfsburg. Heute Markenbotschafter für die Niedersachsen.  © Imago
  14. Lothar Matthäus spielte gemeinsam mit Jürgen Klinsmann für den FC Bayern.
    Image: Lothar Matthäus: Der Erlanger hat zahlreiche Trainer-Stationen in seiner Vita stehen: Er sitzt bei Klubs aus Österreich, Serbien, Brasilien oder Israel sowie den Nationalteams Ungarns und Bulgariens auf der Bank. Seit 2012 ist Matthäus Sky Experte.  © Imago
  15. FC SCHALKE 04 2000/01: 6. Spieltag beim BVB (0:4)
Andreas Möller als Triumphator: Nach seinem  Wechsel zum Erzrivalen kehrte er erstmals nach Dortmund zurück und feierte mit den Knappen einen historischen Sieg.  Und so sah die Aufstellung aus ...
    Image: Andreas Möller: Nach drei Jahren als Manager beim damaligen Drittligisten Offenbach avanciert Möller 2015 zum Assistenzcoach in Ungarns Nationalteam. Seit 2019 Nachwuchschef von Eintracht Frankfurt. © Getty
  16. Uwe Bein: Lange nach seiner Karriere schnürte er noch die Stiefel in der 5. Liga, heute betreibt der ehemalige Mittelfeldspieler eine eigene Fußball-Schule. Bis auf ein kurzes Intermezzo als Manager in Offenbach keine große Karriere als Funktionär.
    Image: Uwe Bein: Lange nach seiner Karriere schnürt er noch die Stiefel in der 5. Liga, heute betreibt der ehemalige Mittelfeldspieler eine eigene Fußball-Schule. Bis auf ein kurzes Intermezzo als Manager in Offenbach keine große Karriere als Funktionär.  © Imago
  17. Thomas Häßler: Seine Laufbahn als Trainer begann klein, beim Berliner Club Italia 80. Danach war „Icke“ Assistent von Berti Vogts (Nigeria) und im Iran. Außerhalb des Platzes trat Häßler bei Shows wie Let’s Dance oder im Dschungelcamp auf.
    Image: Thomas Häßler: Seine Laufbahn als Trainer beginnt klein, beim Berliner Club Italia 80. Danach war ''Icke''Assistent von Berti Vogts (Nigeria) und im Iran. Außerhalb des Platzes tritt Häßler bei Shows wie Let’s Dance oder im Dschungelcamp auf.  © Imago
  18. Günter Hermann: Den ehemaligen Werderaner zog es nach seiner Karriere in die Wirtschaft. Heute ist Hermann Leiter zweier Sportgeschäfte, dazu Trainer im Amateurbereich.
    Image: Günter Hermann: Den ehemaligen Werderaner zieht es nach seiner Karriere in die Wirtschaft. Heute ist Hermann Leiter zweier Sportgeschäfte, dazu Trainer im Amateurbereich. © Imago
  19. Hertha BSC & FC Watford – Für beide Teams läuft es in dieser Saison nicht sehr gut. Die größte Parallele steckt wohl in der Trainerfrage. Klinsmann coachte Hertha für nur 10 Spiele, Flores Watford für nur 12.
    Image: Jürgen Klinsmann: Als Teamchef führt er Deutschland zu Platz drei bei der WM 2006, darauf folgt ein kurzes Intermezzo als FCB-Coach. Zwischenzeitlich als Experte tätig, sein letztes Engagement bei der Hertha findet ein unrühmliches Ende. © Imago
  20. Karl-Heinz Riedle ist am Sonntag zu Gast bei Sky90.
    Image: Karl-Heinz Riedle: Zieht sich komplett aus dem Fußball-Business zurück und entwickelt sich zu einem erfolgreichen Geschäftsmann – er besitzt im Allgäu ein Vier-Sterne-Hotel und eine Fußball-Schule. Seit 2014 Markenbotschafter bei Ex-Klub Dortmund. © Imago
  21. Rudi Völler feiert am 13. April 2020 seinen 60. Geburtstag.
    Image: Rudi Völler: ''Tante Käthe'' ist von 2002 bis 2004 Teamchef der deutschen Nationalmannschaft. Seit mittlerweile 15 Jahren – mit einer kurzen Unterbrechung - ist der ehemalige Torjäger Sportdirektor von Bayer Leverkusen.  © Imago
  22. Frank Mill: Nach seiner Karriere stieg er als Manager bei Fortuna Düsseldorf ein, wurde allerdings frühzeitig entlassen. Heute ist Mill ein Unternehmer und betreibt insgesamt 88 Fußball-Schulen im gesamten Bundesgebiet.
    Image: Frank Mill: Nach seiner Karriere steigt er als Manager bei Fortuna Düsseldorf ein, wird allerdings frühzeitig entlassen. Heute ist Mill ein Unternehmer und betreibt insgesamt 88 Fußball-Schulen im gesamten Bundesgebiet.  © Imago
  23. -
    Image: Franz Beckenbauer: Als Teammanager führt er das Team zum dritten WM-Titel. Anschließend auf der Bank bei Olympique Marseille und dem FC Bayern. Lange Zeit als gefragtes Werbegesicht und als TV-Experte für Sky im Einsatz. Mittlerweile im Ruhestand. © DPA pa

"Egal wo ich bin, am Flughafen, beim Einkaufen, immer wieder werde ich danach gefragt", sagt Brehme im Gespräch mit dem SID. "Ich habe nicht daran gedacht, was dieser Elfmeter für eine Bedeutung hat. Ich habe gar nichts gedacht", sagt der Hamburger Jung, der am Montag 60 wird, über den wohl wichtigsten Moment seiner Karriere.

Fünf Schritte Anlauf, mit rechts flach ins linke Eck, Sergio Goycochea, der Elfmetertöter, streckt sich vergebens, 85. Minute, 1:0 für Deutschland. Die Warterei bis zum Schuss sei schlimm gewesen, sagt Brehme. Sieben, acht Minuten habe es gefühlt gedauert - dabei waren es "nur" 117 Sekunden. Aber Völler hatte ja auch noch gerufen: "Andy, wenn du den reinmachst, sind wir Weltmeister." Brehme genervt: "Schönen Dank auch."

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Brehme hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern auf ewig sicher

Doch um 21.50 Uhr ist Deutschlands dritter WM-Sieg nach 1954 und 1974 perfekt, das Land jubelt - im Westen und im Osten. Und Brehme hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern auf ewig sicher.

Eigentlich wollte Brehme am Montag bei einer großen Party am Gardasee in seiner zweiten Heimat Italien mit Franz Beckenbauer, Matthäus, Jürgen Klinsmann, Giuseppe Bergomi, Franco Baresi und vielen anderen in Erinnerungen schwelgen, aber daraus wird nichts - Corona. Die Feier will er im nächsten Sommer nachholen.

Teamgeist war für Brehme keine Floskel

Brehme wird dann viel zu erzählen haben, nicht nur über diese magische Nacht in Rom. Denn es wäre ein großes Unrecht, seine Karriere nur auf diesen einen Moment zu reduzieren. Teamgeist war für Brehme keine Floskel, er war da, wenn er gebraucht wurde. Das hat ihm schon sein Vater Bernd damals im Arbeiterviertel Hamburg-Barmbek eingeimpft. Papa Brehme sorgte auch für die legendäre Beidfüßigkeit seines Sohnes. Links? Rechts? Bei Brehme - 86 Länderspiele, Mitglied der Hall of Fame - egal.

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Für Barmbek-Uhlenhorst wird Brehme natürlich bald zu gut. Für den Hamburger SV, Anfang der 80er noch ein großer Klub, reicht es aber nicht. Über Saarbrücken arbeitet sich Brehme nach ganz oben: Erst Kaiserslautern, dann Bayern München und Inter Mailand, zum Schluss noch Real Saragossa und erneut der FCK.

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Brehme weint 1996 nach dem Abstieg in den Armen von Rudi Völler

Und wer könnte die Bilder vergessen, wie Brehme 1996 nach dem Abstieg mit dem FCK in den Armen seines Kumpels Völler bitterlich weint. Damals prägte der Weltmeister, der UEFA-Pokalsieger, der zweimalige Deutsche Meister, der italienische Meister, der DFB-Pokalsieger auch den Spruch: "Hast Du Scheiße am Fuß, hast Du Scheiße am Fuß."

Doch den Roten Teufeln gelingt mit Brehme und Trainer Otto Rehhagel direkt die Bundesliga-Rückkehr, dann die Sensations-Meisterschaft als Aufsteiger. Ausgerechnet in Hamburg, seiner Geburtsstadt, reckt Brehme die Schale in die Luft. Was für eine Genugtuung. "Jeder Titel ist etwas ganz Besonderes", sagt er.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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