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XXL-Umbruch: Runderneuerter HSV-Kader nimmt Formen an

Hecking und Boldt basteln am neuen HSV

Sven Töllner

07.07.2019 | 12:42 Uhr

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und Trainer Dieter Hecking müssen den ganzen Klub umkrempeln - keine einfache Aufgabe.
Image: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und Trainer Dieter Hecking müssen den ganzen Klub umkrempeln - keine einfache Aufgabe. © Getty

Die Verantwortlichen beim Hamburger SV haben noch bis zum 2. September Zeit, einen neuen Kader und eine neue Mentaliät auf die Beine zu stellen. Sky Reporter und HSV-Experte Sven Töllner mit einem Zwischenstand.

Die Angelegenheit ist nur noch Formsache. Sobald alle Zahlen an die richtigen Stellen geschoben worden sind, Berater und Verantwortliche das Klausel-Dickicht in den Verträgen verankert haben, ist Douglas Santos weg. St. Petersburg statt Hamburg, Champions League statt 2. Liga. Der bislang größte Baustein des XXL-Umbruchs beim HSV - aber mit ziemlicher Sicherheit nicht der letzte.

HSV-Mannschaft fast komplett ausgetauscht

Kurz zur Veranschaulichung: Die Startelf, die am 34. Spieltag der Vorsaison im Volkspark gegen Duisburg antrat, bestand aus: Mickel, Vagnoman, Lacroix, van Drongelen, Santos, Janjicic, Arp, Jung, Özcan, Köhlert, Wintzheimer. Die Elf, die am 28. Juli die Zweitliga-Saison gegen Darmstadt eröffnen wird, könnte hingegen so aussehen: Heuer Fernandes, Gyamerah, Ewerton, Papadopoulos, Leibold, Kinsombi, Fein, Kittel, Dudziak, Hunt, Hinterseer. Neun Neue, zwei Alte - kein Teilnehmer des Saison-Finales.

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Alles neu beim HSV - auf dem Weg zu altem Glanz. So oder so ähnlich stellen sie es sich zumindest vor beim HSV nach einem enttäuschenden Jahrzehnt, das mit dem Abstieg und dem Nichtaufstieg seine vorläufigen Tiefpunkte bereit hielt.

Ein Kulturwandel muss her. Eine neue Identität, eine veränderte Mentalität. Unter der Regie einer komplett neuen sportlichen Führung.

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Die neue sportliche Führung des HSV mit Manager Jonas Boldt und Trainer Dieter Hecking tüfteln am Kader dem der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelingen soll. Sky Reporter Sven Töllner hat exklusiv mit dem Trainer über seine neue Mannschaft und die

Wird mit Hecking und Boldt diesmal alles anders?

Dieter Hecking und Jonas Boldt sind die oberen Gefilde der 1. Liga gewohnt. In der Tabelle und auf dem Transfermarkt. Ganz klar: Da wollen sie wieder hin - in hohem Tempo, aber mit Augenmaß. Ungezählte Male wurden in Hamburg neue Hoffnungen an neue Kräfte geknüpft. Die Liste der Enttäuschungen hat immense Ausmaße. Wird diesmal alles anders? Ein bisschen was spricht dafür. In erster Linie das Duo Hecking/Boldt - und die Dinge, für die sie stehen.

Heckings Trainerkarriere ist eine Erfolgsgeschichte. Der erfahrene Fußballlehrer legt Wert auf einen Umgang, der von Menschlichkeit und Ehrlichkeit geprägt ist. Boldt hat das Geschäft in Leverkusen in allen Facetten kennengelernt, genießt in der Branche einen sehr guten Ruf und fällt bei seinen Transfers durch exzellente Marktkenntnis auf. Kein Zweifel: Diese beiden wissen, was sie tun. Keine Selbstverständlichkeit beim HSV in den vergangenen Jahren.

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Seit eineinhalb Wochen steht Dieter Hecking jetzt mit dem HSV auf dem Trainingsplatz. Mit Sky Reporter Sven Töllner hat der Trainer exklusiv über die Erwartungshaltung in Hamburg gesprochen und warum er bereit war, in die 2. Liga zu wechseln.

Strudel falscher Entscheidungen muss aufhören

Die Transferpolitik - angeschoben von Ex-Sportvorstand Ralf Becker - ist geprägt von Besonnenheit. Zur Wahrheit gehört, dass die erhebliche wirtschaftliche Schieflage keine andere Strategie zulässt. Dass viel Geld nicht notwendigerweise zu viel Erfolg führt, hat der Ex-Dino unangenehm häufig erkennen und ertragen müssen. Die angestrebte Schnittmenge aus sportlichen Erfordernissen, wirtschaftlicher Machbarkeit und charakterlicher Homogenität haben die jeweiligen Hamburger Handlungsreisenden immer wieder mit bemerkenswerter Konsequenz verfehlt, den stetigen Niedergang somit eingeleitet und forciert.

Unmöglich zu identifizieren, wer welchen Anteil an der jahrelangen Misere hat. Bei dem Versuch, kostspielige Fehleinschätzungen zu korrigieren, sind den Verantwortlichen noch teurere und noch größere Fauxpas unterlaufen. Millionenlöcher und die rasante sportliche Talfahrt waren die Folge. Aus diesem Strudel will und muss (!) der HSV heraus. Kaiserslautern oder 1860 München seien als warnende Beispiel erwähnt.

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Abgänge von Pollersbeck und van Drongelen wahrscheinlich

Boldt und Hecking haben noch bis zum 2. September Zeit, einen Kader zu basteln, der den Anforderungen der Gegenwart genügt, im Idealfall zukunftsträchtig ist und möglichst Werte schafft. Die Zeit der Hasardeure, die den Erfolg brachial erzwingen wollten und dabei den Blick für finanzielle und atmosphärische Belastungsgrenzen im Verein verloren, soll vorüber sein.

Kaum anzunehmen, dass Julian Pollersbeck ein Teil dieses Kaders sein wird, einigermaßen wahrscheinlich, dass Rick van Drongelen von seinen auffälligen Anlagen profitiert und sich (gegen eine anständige Ablösesumme) einem höherklassigen Verein anschließt. Beides würde Spielraum für weitere Zugänge schaffen, die Runderneuerung des sechsmaligen Deutschen Meisters weiter vorantreiben. Boldt, Hecking und Sportdirektor Michael Mutzel werden umtriebig bleiben und zuschlagen, wenn es passt - sportlich, finanziell und charakterlich!

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