Zehn Ausfälle! Man United mit Notelf in Paris
Champions League: Paris gegen Manchester United
06.03.2019 | 20:53 Uhr
Manchester United geht mit einer Notelf ins Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Paris St. Germain.
Teammanager Ole Gunnar Solskjaer muss am Mittwoch (ab 19:30 Uhr EXKLUSIV auf Sky) zehn prominente Spieler ersetzen, darunter der gesperrte Weltmeister Paul Pogba (Gelb-Rote Karte im Hinspiel) sowie Jesse Lingaard, Anthony Martial und Alexis Sanchez.
Das 0:2 aus dem Hinspiel aufzuholen, wird zur Mammutaufgabe. Auch Phil Jones, Antonio Valencia, Matteo Darmian und Nemanja Matic werden wegen Verletzungen fehlen, hinzu kommen der erfahrene Juan Mata und Ander Herrera. Solskjaer füllte seinen Kader mit Nachwuchsspielern wie Tahith Chong (19), Mason Greenwood (17) und Angel Gomes (18) auf.
Neymar schwärmt von Tuchel
PSG-Trainer Thomas Tuchel geht hingegen zuversichtlich in die Partie. Tuchel und PSG - das scheint hervorragend zu passen. Der deutsche Trainer wirkt entkrampft, weniger streng und nahbarer. "Er hat das Eis ganz schnell gebrochen", schrieb die Tageszeitung Le Figaro in einer langen Eloge auf Tuchel, "diesen Meditationsliebhaber, der auf alles neugierig ist, der Bücher über Management und Psychologie liebt". Nach weniger als zehn Monaten habe er bei PSG im "Minenfeld" schon alle auf seiner Seite.
Das Hinspiel gewann PSG in Old Trafford 2:0. Neymar fehlte. Auch der teuerste Fußballer der Welt schwärmt von seinem Trainer. Liebevoll sei Tuchel, "er weiß aber auch, wann es nötig ist, uns die Ohren lang zu ziehen". Ein 222 Millionen Euro teurer, bisweilen kapriziöser Superstar wie Neymar darf dann auch mal seine Fußverletzung in seiner brasilianischen Heimat auskurieren. Dort unterzog Neymar seinen Fuß einem Belastungstest: Er tanzte beim Karneval von Rio de Janeiro im Sambodrom.
Tuchel mit Pharrell-Williams-Gesangseinlage
Nicht nur Peitsche, auch mal Zuckerbrot. Das scheint Tuchel in Paris gelernt zu haben. Dort kapselt er sich nicht mehr ein wie in Dortmund, er nimmt Umfeld und Fans mit. Das zeigte sich bei seiner Hymne auf die Stadt während seiner Vorstellung oder bei seiner Pharrell-Williams-Gesangseinlage nach dem Sieg im Ligapokal. Die Liga dominiert PSG: Der erste Verfolger liegt 17 Punkte zurück, PSG hat zudem noch ein Spiel ausstehen.
In der Champions League gewann PSG die schwierige Gruppe mit dem FC Liverpool, dem SSC Neapel und Roter Stern Belgrad. Nur die Königsklasse zählt, das wusste Tuchel schon vor seinem Amtsantritt. Nationale Titel haben wenig Wert, da sich Katar mit ihnen kaum über Frankreich hinaus schmücken kann. Die Champions League hingegen besitzt Weltgeltung. Über Misserfolge darin sind in Paris schon andere gestürzt: unter anderem Tuchels Vorgänger Unai Emery.
PSG kam seit 1995 nie weiter als bis ins Viertelfinale
Für ihre exorbitanten Investitionen will die staatliche Qatar Sports Investments Erfolge sehen. Ein Trainer hat diese zu erbringen - unabhängig davon, ob andere Vereine ähnlich viel in ihre Mannschaft pumpen, wie beispielsweise Manchester City mit der Abu Dhabi United Group.
Tuchel also ist mit seiner sportlichen Devise gut beraten: "Es gibt nicht nur einen Plan B, ich habe viele. Wir haben auch einen Plan D." Sein Vorteil: PSG kam seit 1995 nie weiter als bis ins Viertelfinale (4x). Und das ist fast schon erreicht.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
Paris: Buffon - Kehrer, Kimpembe, Silva, Bernat - Marquinhos, Verratti - Dani Alves, Draxler, Di Maria - Mbappe. - Trainer: Tuchel
Manchester United: De Gea - Dalot, Bailly, Lindelöf, Shaw - McTominay, Fred, Pereira - Young, Rashford - Lukaku. Trainer: Ole Gunnar Solskjaer
Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien)