1. FC Köln - 1. FC Union Berlin; DFB-Pokal 2. Runde
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1. FC Köln - 1. FC Union Berlin. DFB-Pokal 2. Runde.
RheinEnergieStadion.
Das wars an dieser Stelle. Morgen setzen wir den Betrieb im DFB-Pokal fort. Vielen Dank für das Interesse und bis dahin!
Wobei sich kaum Zeit bietet, um viel zu sprechen, vielmehr helfen Taten, um diese Schmach wiedergutzumachen. Wie gut, dass Köln ja schon in fünf Tagen nach Köpenick zum Duell in der Bundesliga kommt, da gibt es dann einiges wiedergutzumachen. Für die Eisernen ist es übrigens das dritte Zweitrundenaus in den vergangenen vier Jahren. Köln freut sich auf die Auslosung am Sonntag. Und reist mit neuem Selbstvertrauen in die Hauptstadt.
Der 1. FC Köln feiert einen überzeugenden, gar begeisternden Sieg gegen Union Berlin, bleibt in dieser Saison zu Hause ungeschlagen und zieht erst zum zweiten Mal in den vergangenen fünf Jahren ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Union Berlin hielt 30 Minuten lang gut mit, hatte da auch Chancen, dann drehte sich der Wind. Die Gäste wurden nach dem 0:1 gerade defensiv immer schwächer und waren gegen die starken Maina und El Mala auf verlorenem Posten. Dass die Eisernen hinten raus auch noch völlig zusammenfielen, darüber wird gesprochen werden müssen.
Nachspielzeit braucht hier keiner. Schluss, der 1. FC Köln gewinnt mit 5:0 gegen Union Berlin!
Gelbe Karte
Viel Frust bei Burcu, der Sebulonsen umrempelt. Das gibt Gelb.
Und die Südkurve singt davon, den 1. FC Köln eines Tages in Mailand spielen zu sehen ...
Tor
Toooor! 1. FC KÖLN - Union Berlin 5:0. Köln im Rausch. Jetzt glänzen auch noch die Joker. Und Union Berlin mit Auflösungserscheinungen. Ganz viel Platz für Johannesson im Mittelkreis, der spielt den langen Ball zu Heskey auf die rechte Seite. Der erhält nur Begleitschutz vom schwachen Khedira und darf in den Sechzehner spazieren. Der Pass geht drei Meter zurück zu Sebulonsen. Und der schießt frei und trocken ins lange Eck ein.
Vorlage
Vorlage Reigan Heskey
Gelbe Karte
Sebulonsen foult erst gegen Köhn auf der rechten Seite und stichelt danach noch. Und verdient sich die Gelbe Karte damit redlich.
Fast das 5:0. Es wäre aber auch zu viel des Guten, sonst singen sie hier wieder von der Champions League. Mensah legt den Ball von der linken Seite klasse und umsichtig zu Thielmann an den Strafraumrand. Der schießt aufs kurze Eck, wo Raab stark pariert. Und Heskey feuert den Abstauber weit drüber.
Auswechslung
Gleichzeitig kommt Mensah, dem der jetzt ausgewechselte Sosa den Rang auf der linken Abwehrseite abgelaufen hat.
Auswechslung
Feierabend für den gefeierten Doppeltorschützen und Vorlagengeber El Mala, der die Sprechchöre für ihn auf seinem Weg an der Südkurve vorbei sichtlich genießt. Reigan Heskey kommt rein.
Irgendwann und irgendwo stand hier mal etwas davon, dass Union Berlin seine defensive Stabilität wiedergefunden hätte. Das ist schlecht gealtert. Dieser Auftritt heute ist ein herber Rückschritt für Lustrinelli und sein Team. Beim vierten Gegentor gerade wurde die Gegenwehr fast vollständig eingestellt.
Tor
Tooooor! 1. FC KÖLN - Union Berlin 4:0. Das Spiel steht, als Okon-Engstler den Ball rechts im Mittelfeld am Fuß hat. Und dann stellt er die Szene scharf mit seinem tiefen Pass zu Thielmann an den Strafraumrand. Der ist von drei Gegenspielern umgeben, kann sich aber trotzdem aufdrehen und für Bülter rechts in den Sechzehner durchstecken. Der Rest ist einfach: Bülter legt quer, Johannesson schiebt ein.
Vorlage
Vorlage Marius Bülter
Gelbe Karte
Ljubicic führt sich mit einer Gelben Karte ein. Er rennt dem quer durchs Mittelfeld dribbelnden Okon-Engstler lange Zeit hinterher, stochert da schon eifrig. Und tritt ihm dann letztlich von hinten recht rüde in die Beine.
Auswechslung
Die letzte Patrone für Union Berlin heißt Marin Ljubicic und kommt jetzt für Jeong ins Spiel.
Ganz schön viel Ballbesitz für Union Berlin seit den zwei weiteren Gegentoren, insgesamt sogar über 66 Prozent in der zweiten Halbzeit. Aber an eine echte gute Chance für die Eisernen können wir uns nicht erinnern.
Auswechslung
Auch Moore war gut unterwegs, muss aber weiter auf seine erste Torbeteiligung warten. Und für 90 Minuten scheint es noch nicht zu reichen. Erst recht, wenn mit Johannesson ein solider und defensiv denkender Teamkollege bereitsteht, der ein Ergebnis absichern kann.
Auswechslung
Danach wird doppelt gewechselt. Maina wird mit viel Applaus verabschiedet, Thielmann kommt rein.
El Mala, die Dritte? Nein, auch dem Topstürmer gelingt nicht alles. Er kommt auch eher zufällig aus 15 Metern zum Schuss, weil Moore nach dem Pass von Sosa mit seinem Versuch aus spitzem Winkel an van den Bosch hängen bleibt. Und schießt dann deutlich über den rechten Giebel.
Auswechslung
Vierter Wechsel bei Union Berlin: Kemlein kommt für Schäfer.
15 Torschüsse weist die Statistik erstaunlicherweise für Union Berlin auf, jetzt 16, Sebulonsen blockt aber gegen Burcu, das sind trotzdem ganz schön viele. Doch es sind meistens Schüsse wie diese. Quantität ja, Qualität nein. So erklärt sich auch der recht hohe xGoals-Wert von etwas über 1,0. Die Masse machts. Köln ist übrigens wesentlich gefährlicher unterwegs: Neun Torschüsse, 1,65 xGoals, drei Tore, das passt.
Mehr als Halbchance ist bei Union Berlin nicht. Jetzt durch Köhn, der links an Sebulonsen und Maina vorbeidribbelt und mit der Innenseite schießt. Schwäbe hat keine Probleme mit diesem unpräzisen Versuch.
Auswechslung
Castro-Montes hat seine Startelfnominierung heute gerechtfertigt. Sebulonsen ersetzt ihn jetzt.
Köln reibt sich die Augen, Köln feiert, 3:0, ein Tor schöner als das andere. Das ist ohne Zweifel die beste Saisonleistung des Effzeh und die beste unter der Leitung von Rene Wagner. Das Spiel wirkt entschieden, das Achtelfinale gebucht. Ein Comeback von Union Berlin in heutiger Form ist schwer vorstellbar.
Tor
Tooooor! 1. FC KÖLN - Union Berlin 3:0. Köln schießt Tore! Und was für welche: Es geht über rechts mit Castro-Montes und Bülter, der Querfeld aus der Abwehrkette lockt und den Ball am nur zusehenden Köhn vorbei zu El Mala rechts neben den Strafraum spielt. Der geht isoliert gegen van den Bosch ins Dribbling, der nicht ansatzweise in den Zweikampf findet. Und dann zieht El Mala von rechts im Strafraum eben wuchtig ins lange Eck ab, sogar mit dem schwachen linken Fuß.
Vorlage
Vorlage Marius Bülter
Köln meckert deswegen, Union Berlin greift an. Und kommt durch Burcu zu einem guten Schuss von rechts im Strafraum. Aber genau auf Schwäbe, der den Ball sicher festhält.
Hui, da hat Querfeld aber Glück. Er schmeißt sich an der Mittellinie in den Laufweg von Moore, foult ihn damit taktisch. Jablonski lässt das durchgehen, pfeift nicht mal Foul - und zeigt Querfeld damit auch nicht die Ampelkarte. Der hat ja schon Gelb.
Auswechslung
Außerdem spielt jetzt Latte Lath für Gray, dessen Startelfdebüt unglücklich verlief.
Auswechslung
Lustrinelli reagiert auf den Rückstand mit einem Doppelwechsel. Burcu kommt für Skarke.
Viele Tore zu schießen, ist wahrlich nicht die Stärke von Union Berlin. Jetzt braucht es mal mindestens zwei. Und der 1. FC Köln hat ja zuletzt die hintere Null wieder für sich entdeckt, kassierte gegen Schalke erstmals seit Januar kein Gegentor. Vieles deutet gerade auf einen klaren Stimmungsaufheller bei den Geißböcken und Tristesse in Köpenick.
Erst Maina auf El Mala, jetzt El Mala auf Maina: Kölns Flitzer harmonieren prächtig heute. Beide Tore wurden in letzter Instanz stark von den auffälligsten Protagonisten auf dem Platz erzwungen, wobei sich Union beim zweiten auch echt an den eigenen Kopf fassen muss. Dieser weite Abschlag von Schwäbe, der Ball bei Köhn: Da war eigentlich überhaupt nichts gefährlich dran.
Tor
Toooor! 1. FC KÖLN - Union Berlin 2:0. Die Gäste legen sich das zweite Gegentor quasi selbst rein. Ein langer Ball von Schwäbe rutscht rechts neben den Strafraum zu Köhn durch, der wird von Bülter angegangen und kann nicht klären. Der Ball springt vor den Strafraum, wo jetzt Querfeld verhängnisvoll zögert. Maina und El Mala sagen danke: Maina prescht dazwischen und spielt zu El Mala, der legt von rechts im Strafraum quer und Maina aus zentralen sieben Metern schiebt per Grätsche ins lange Eck ein.
Vorlage
Vorlage Saïd El Mala
Starker Schuss von Skarke! Einen langen Ball aus der Abwehrkette verlängert Gray im Duell mit Simpson-Pusey mit der Schädeldecke, Skarke ist dann eng bewacht von Schmied, schießt von rechts im Strafraum trotzdem aus der Drehung. Und trifft das Außennetz.
Gelbe Karte
Heftiges Foul von Querfeld, der Castro-Montes direkt vor der Kölner Bank an der rechten Seitenlinie am Schienbein erwischt. Die erste Gelbe Karte der Partie ist fällig. Castro-Montes kann weitermachen.
Und weiter gehts mit einem ersten kleinen Warnschuss von El Mala. Der empfängt den langen Ball auf seiner linken Seite und sprintet los, dribbelt an Schäfer und van den Bosch auf dem Weg nach innen vorbei. Sein Schuss verreißt dann aber.
Köln unverändert. Weiter gehts.
Auswechslung
Union Berlin wechselt eine Personalie aus: Köhn kommt, Rothe bleibt draußen.
Bis zum Gegentor war Union Berlin gut im Spiel und die beiden Bundesligisten lieferten sich im Dauerregen von Müngersdorf einen ausgeglichenen und spannenden Pokalfight mit guten Chancen auf beiden Seiten. Dann traf El Mala nach dem bislang besten Angriff des Spiels. Und davon hat sich Union Berlin nicht erholt. Fortan spielte der FC mit breiter Brust, kam zu weiteren guten Chancen, ließ das 2:0 aber aus. Und hielt Union Berlin damit im Rennen. Trotzdem herrscht gerade wieder Zuversicht in Köln.
Eine Minute gabs zusätzlich, in der gabs noch eine FC-Ecke, schenken wir uns. Es ist Pause.
Nächster Abschluss von Castro-Montes, der es im rechten Strafraumeck auf eigene Faust probiert. Recht weit am langen Pfosten vorbei, das für den Moment befriedete Publikum honoriert aber auch diese Aktion.
Und weiter der FC, wenn auch jetzt mit etwas Glück: Moore sucht aus dem Mittelkreis heraus El Mala in der Spitze, der kommt aber nur dran, weil der Ball erst von Querfeld, dann von Haberer unglücklich Richtung eigenes Tor abgelenkt wird. Raab ist aber hellwach, kommt frühzeitig weit aus seinem Kasten und kann verhindern, dass El Mala ihn umkurvt. Unions Keeper entwickelt sich zum besten Spieler seiner Farben.
Stark, wie Moore einen schwierigen Pass von Sosa unter Bedrängnis links im Mittelfeld kontrolliert bekommt, technisch und athletisch vom Feinsten. Moore spielt dann nach innen ins Zentrum zu Maina, der legt links raus zu El Mala. Der sucht den lauernden Bülter im Zentrum. Raab schmeißt sich dazwischen und ist mit den Fingerspitzen dran, so rennt Bülter ins Leere. Da fehlte nicht viel.
Schön gemacht vom auffälligen Maina, der im rechten Halbfeld das Tempo verzögert und dann zu Moore in den Strafraum spielt. Der will sich an Querfeld vorbeitanken, schafft es nicht ganz, holt aber die Ecke raus. Die wiederum fängt Raab sicher runter.
Und Union Berlin hat jetzt so seine Probleme. Das Spiel ist in den Minuten nach dem Tor recht schnell verflacht. Köln hat keine Eile mehr. Die Eisernen wirken konsterniert. Den ersten Stich hätten gut und gerne auch sie setzen können, die Chancen waren da.
Und natürlich ist es El Mala, der das Stadion hier richtig anzündet. Im wahrsten Sinne übrigens, in der Südkurve wird fleißig gezündelt, sieht wieder teuer aus. Diesmal war es aber keine Einzelleistung. Krauß und Maina lieferten starke Assistenz.
Die Topchance für Köln, zwei große Chancen für Union Berlin, dann dieser astrein vorgetragener Gegenstoß der Kölner: Dieses Spiel hat doch mehr zu bieten als wir befürchtet hatten. Union Berlin ist die schnelle Antwort zuzutrauen. Köln dürfte der feine Treffer Selbstvertrauen geben. Und vielleicht ein bisschen Platz für weitere Umschaltaktionen?
Tor
Toooor! 1. FC KÖLN - Union Berlin 1:0. Köln kontert sich zur Führung: Krauß fängt den riskanten Pass von Rothe vor dem eigenen Strafraum ab und dann geht es schnell nach vorne. Krauß spielt zu El Mala im Mittelkreis, der nimmt Maina im linken Halbfeld mit und geht steil. Maina bedient El Mala im richtigen Moment, so taucht Kölns Topstar am linken Torraumeck frei vor Raab auf. Und schickt den Ball aus spitzem Winkel mit rechts ins lange Eck.
Vorlage
Vorlage Linton Maina
Gray und Okon-Engstler im Kopfballduell nach einem langen Einwurf, bei dem ist nicht ganz klar zu erkennen, wer zuletzt am Ball ist. Und dass Eckball entschieden wird, wird fast tatsächlich noch zum Thema: Aebischer flankt den Ball nämlich scharf in die Mitte. Und van den Bosch scheitert mit seinem Kopfball aus sechs Metern an einer guten Tat von Schwäbe auf der Linie.
Union Berlin zieht nach. Erst der weite Fernschuss von Skarke, den schenken wir uns. Viel gefährlicher wird es nach drei Pingpong-Kopfbällen am Kölner Strafraum, nach denen der Ball Aebischer vor die Füße fällt. Der zieht aus 16 Metern ab, verfehlt das Gehäuse aber deutlich.
Ein sehr guter Angriff führt zu ersten echten Topchance: Okon-Engstler spielt den Ball von der Mittellinie tief auf die linke Seite zu El Mala, der dreht kurz nach innen auf und spielt schnell weiter zu Maina, der im linken Halbfeld den Turbo zündet und Khedira abhängt. Maina steht halblinks vor dem Tor frei vor Raab und will ins rechte Eck schieben. Raab ist noch mit der Pranke dran - und lenkt den Ball an den Pfosten.
Schöner Ballgewinn von Schäfer gegen Moore, da ist gut zu erkennen, wie Union Berlin im Pressing auf die Ballgewinne spekuliert. Der Ball springt zu Gray, der will dann auf den kreuzenden Skarke durchstecken. Das misslingt aber.
Und weiter gehts mit diesen halben Szenen. Moore und Sosa spielen sich links bis zur Grundlinie, wo Moore den Ball in den Strafraum hebt. Zwei Unioner sind dran, klären aber nur auf den Fuß von Castro-Montes im hinteren Teil des Sechzehners. Der gibt ins Zentrum, wo Bülter den Fuß reinhält. Und die Kugel in die Arme von Raab leitet.
Es ist also nicht so, als wäre vor den Toren oder in den Strafräumen nichts los. Auch wenn die klaren Chancen noch fehlen. Aber abwechslungsreich und spannend ist das allemal.
Schönes Solo von Maina, der rechts im Mittelfeld unverhofft losrennt, an drei Gegenspielern vorbeikommt, dann aber doch hängen bleibt. Köln bleibt aber am Ball, der von Krauß nach links zu Sosa verlagert wird. Der schlägt die weite Flanke ins Zentrum, wo Querfeld mit Mühe gegen Bülter klärt.
Es entwickelt sich ein Spiel der verpassten Möglichkeiten. Denn auf der anderen Seite muss Haberer aus sechs Metern eigentlich nur einschieben, nachdem eine weite Jeong-Flanke vom zweiten Pfosten von Rothe zurück ins Zentrum geköpft wird. Okon-Engstler ist noch gerade rechtzeitig zur Stelle und schiebt seinen Körper in den Ball.
Bei einem Rückpass aus der gegnerischen (!) Hälfte Richtung eigenes (!!) Tor wartet Querfeld vergeblich auf seinen Keeper und unterschätzt dabei die hohe Geschwindigkeit von Maina. Der erläuft diesen Ball tatsächlich noch rechts im Sechzehner. Legt ihn aber ungenau ins Zentrum, und zum Gegenspieler, statt zum eingelaufenen El Mala.
Ein erster kleiner El-Mala-Moment, der im Mittelfeld einen freien Ball vor einem Unioner nach links zu Sosa weiterleitet, hinterherrennt, Sosa überholt und ihm dabei quasi den Ball wegnimmt. El Mala geht dann bis zur Grundlinie, und ausnahmsweise nicht nach innen, spielt den Querpass. An Bülter am ersten Pfosten vorbei. Und dahinter fängt sich Raab die Kugel.
Danach beruhigt sich das Geschehen aber, sofern es überhaupt unruhig war. Es wird eifrig um jeden Ball und die Platzhoheit gekämpft, eine feste Spielrichtung lässt sich nicht erkennen. Union Berlin attackiert in der Regel früh, Köln nutzt dann gerne den langen Ball, damit hat Bülter in vorderster Front dann meistens so seine Probleme.
Und die dritte gleich hinterher: Nach einem langen Einwurf wird der Ball zwei Mal verlängert, so landet er zufällig bei Skarke, der aus der Drehung einen Roller Richtung Schwäbe schickt, der damit keine Probleme hat. Doch das geht als erster Torschuss aufs Tor durch.
Aber als die ersten zwei Halbchancen dieser jungen Partie können wir das gut und gerne schon mal abheften.
Auf der anderen Seite wird Maina von Castro-Montes das freie rechte Halbfeld entlang geschickt. Moore läuft mit, der Pass von Maina rechts in den Strafraum ist aber einen Tick zu weit. Raab kommt aus dem Tor, ist am Ball, der dann an Moore prallt und von dort knapp am Pfosten vorbeirollt.
Dann der erste spielerische Akzent, wobei spielerisch hier wohlwollend gemeint ist. Denn es ist ein Standard, der für leichte Gefahr sorgt. Nachdem Krauß eine Halbfeldflanke von Jeong ins Toraus klärt, schlägt Aebischer den Ball abgesprochen und flach hinter den Fünfer. Dort schießt Khedira nicht ungefährlich, wird aber von Krauß geblockt.
Gefolgt vom zweiten Foul, Maina revanchiert sich und prescht Schäfer in die Beine. Dafür gibt es dann auch gleich mal die mündliche Ermahnung. Könnte sein, dass dem erfahrenen und allseits geschätzten Jablonski heute viel Arbeit ins Haus steht.
Pünktlich zum Anpfiff hat es in Müngersdorf angefangen zu stürmen und zu regnen, vielleicht ein Vorbote dessen, was uns an diesem Abend erwartet. Und siehe da: Das erste Foul nach nicht mal 20 Sekunden, Maina wird auf die Wade gestiegen.
Los gehts! Mit Schiedsrichter Sven Jablonski.
Im DFB-Pokal gab es das Spiel derweil noch nicht. Köln qualifizierte sich durch einen knappen 2:1-Sieg in Würzburg für die 2. Runde. Union Berlin gewann mit 4:2 bei Eintracht Braunschweig. Das war der damals noch positive Beginn der kurzzeitigen Sturm-und-Drang-Zeit der Köpenicker, die dann wie erwähnt bis zur Länderspielpause nach hinten losging.
Seit Union Berlin ein Bundesligist ist, tut sich der 1. FC Köln traditionell schwer mit der Gangart der Eisernen, die ihrem Spitznamen in der Regel ja gerecht werden. Satte acht Niederlagen gab es in den zwölf Duellen bei nur einem einzigen Sieg. Eine echte Horrorbilanz, wenn man bedenkt, dass sich die Teams mit ihren ähnlichen Mitteln auf dem Papier auf Augenhöhe begegnen sollten.
Denn was uns bevorsteht, sollte jedem klar sein. Bei Union Berlin gegen Köln gibt es für keines der Teams einen Schönheitspreis zu gewinnen. Einzig die Ergebnisse zählen. Unter normalen Bedingungen sollten es zwei knappe, umkämpfte und ausgeglichene Spiele werden. Und wer den großen Kombinationsfußball und die offensive Wucht sucht, schaltet besser woanders ein. Hier wird Fußball gearbeitet.
So mussten Wagner, aber auch sein Team und Geschäftsführer Kessler am Samstag nach dem schlimmen 0:0 zu Hause gegen ein arg beschränktes Schalke 04 in Müngersdorf die ersten "Wagner raus"-Rufe abmoderieren. Das erledigten die Verantwortlichen recht besonnen und verständnisvoll, am ehesten verstummen solche Meinungen aber, wenn der Klub erfolgreich auftritt. Die zwei Spiele gegen Union Berlin, jetzt im Pokal und am Sonntag zu Hause in der Bundesliga, sind dafür richtungsweisend.
Wenn wir den Bogen zum 1. FC Köln spannen wollen, ist unansehnlicher Fußball da ein ganz brauchbares Stichwort. In der Domstadt herrscht Unzufriedenheit. Gebt El Mala den Ball und hofft, dass was passiert, kann keine nachhaltig erfolgreiche Taktik sein, um Tore zu schießen. Und so steht der junge Trainer Wagner unter Druck. Nicht im Verein, der stärkt ihm den Rücken und glaubt an die positive Entwicklung. Aber in der Öffentlichkeit. Fans, Umfeld und Medien im wie immer aufgeregten Köln konnte Wagner in seinen 14 Spielen für den Effzeh, von denen nur drei gewonnen wurden, nicht von sich überzeugen. Und das trotz Derbysieg vor drei Wochen.
Und die heißt eben nicht Spektakel, Offensivdrang und alle Scheunentore geöffnet, sondern Kampfgeist, Leidenschaft, Härte und das effektive Nutzen der wenigen Momente. So krebsen sich die Eisernen derzeit mit ihrem neuen Trainer Mauro Lustrinelli aus der Krise. Fünf der sechs Bundesligapunkte wurden in den drei Spielen nach der langen Länderspielpause geholt. Ansehnlich waren weder der Sieg gegen Elversberg noch die Remis gegen Dortmund und Augsburg. Aber das kümmert in Köpenick keinen, so lange die Entwicklungsrichtung stimmt. Und die zeigt gerade leicht nach oben.
Im Schnitt 3,8 Gegentore pro Spiel in fünf Spielen vor der Pause, im Schnitt 0,3 Gegentore pro Spiel in drei Spielen nach der Pause: Zwischen dem 18. September, nach einem niederschmetternden 0:7 gegen den FC Bayern, und dem 10. Oktober, an dem in Elversberg mit 1:0 endlich der erste Saisonsieg eingefahren wurde, ist beim 1. FC Union Berlin in der spielfreien Zeit etwas passiert. Die Rückbesinnung zur eigenen Stärke.
Bei Union Berlin stand beim nervenaufreibenden 1:1 gegen den FC Augsburg noch Stammkeeper Rönnow im Tor, er wird heute von Pokalkeeper Raab ersetzt. Außerdem setzt Trainer Lustrinelli auf Querfeld für Uduokhai und Startelfdebütant Gray für Burcu. Macht auch hier in Summe drei Veränderungen.
So beginnt Union Berlin: Raab - Haberer, Querfeld, van den Bosch, Rothe - Schäfer, Khedira - Skarke, Aebischer, Jeong - Gray.
Nach dem lahmen 0:0 gegen Schalke 04 am vergangenen Samstag tauscht FC-Trainer Wagner seine Startelf auf drei Positionen aus. Schmied ist nach Verletzungspause bereit für einen Startelfeinsatz und verdrängt Lochoshvili in der Innenverteidigung. Und Castro-Montes und Okon-Engstler kommen für Sebulonsen und Johannesson.
So spielt der 1. FC Köln: Schwäbe - Castro-Montes, Schmied, Simpson-Pusey, Sosa - Okon-Engstler, Krauß - Maina, Moore - Bülter, El Mala.
Herzlich willkommen zur 2. Runde des DFB-Pokals 2026/27 zur Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und Union Berlin.