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Kretzschmar: Magdeburg hat das Zeug zum Titel! Aber...

Die Handball-Kolumne

von Stefan Kretzschmar

01.10.2018 | 16:32 Uhr

Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs
Image: Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs © Sky

Sky Experte Stefan Kretzschmar beleuchtet in seiner Kolumne jede Woche die wichtigsten Themen aus der Welt des Handballs. Dieses Mal blickt der ehemalige Weltklasse-Linksaußen auf den aktuellen Bundesliga-Tabellenführer: Seinen Ex-Klub SC Magdeburg.

Sieben Spiele, sieben Siege, eine Tordifferenz von +47: Der SC Magdeburg ist furios in die Saison gestartet, hat einen vereinsinternen Startrekord aufgestellt und steht völlig zurecht an der Tabellenspitze der DKB Handball-Bundesliga. Natürlich werden deshalb Erinnerungen an die Meistersaison 2000/2001 wach.

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Seht in diesem Video (90 Sekunden) alle Highlights der Partie SC Magdeburg gegen TSV GWD Minden vom sechsten Spieltag der DKB Handball Bundesliga.

Das Team von Bennet Wiegert mit unserer Mannschaft damals zu vergleichen, kommt mir persönlich noch ein bisschen zu früh. Ich muss aber schon sagen, dass es einige Parallelen gibt:

Das Tempospiel zeichnet Magdeburg aus

So hat uns damals das konsequente Tempospiel ausgezeichnet. Unser Coach Alfred Gislason hatte sich ein Gegenstoß-System überlegt, bei dem mir als Linksaußen eine tragende Rolle zukam. Wir gingen so konsequent in die erste, zweite und dritte Welle, dass wir auf diese Weise viele einfache Tore erzielten.

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Das macht Bennet Wiegert mit seinem jetzigen Team ähnlich. Mit dieser Geschwindigkeit, dieser Konsequenz und dieser geringen Anzahl an Fehlern wurde das Tempospiel seit unserer Meistersaison nicht mehr praktiziert in Magdeburg.

Musche ist das Aushängeschild des Klubs

Auf Linksaußen hat der SCM mit Matthias Musche einen tollen Typen: Er ist ein absolutes Aushängeschild für den Klub und eine echte Identifikationsfigur. Ich glaube, dass er den Verein über Jahre hinweg prägen kann. Mir gefällt es gut, was der Junge macht.

Mit seiner hohen Emotionalität gibt er dem Team viel Energie. Und er ist ein absoluter Publikumsliebling! Ich möchte Matthias Musche nicht mit mir vergleichen, aber er hat auf jeden Fall das Zeug dazu, dass irgendwann sein Trikot unter die Hallendecke gezogen wird.

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Magdeburg hat vor Niemandem Angst

Der Gewinn der Meisterschaft wäre für solch eine Ehre natürlich alles andere als hinderlich. Die Magdeburger gehen ja sehr offen damit um, Titel gewinnen zu wollen. Das finde ich gut! Ich bin kein Fan von Understatement oder Floskeln.

Sie wissen, dass sie gerade einen Lauf haben und ihr Spielsystem funktioniert. Daraus entsteht immenses Selbstvertrauen. Das ist aktuell der große Pluspunkt der Magdeburger: Sie haben vor niemandem Angst!

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Der SCM hat das Zeug zur Meisterschaft. Aber...

Der SC Magdeburg hat das Zeug zur Meisterschaft. Aber auf dem Weg dorthin gibt es noch viele Variablen. Einen längeren Ausfall von Marko Bezjak beispielsweise könnte die Mannschaft sicher noch nicht kompensieren. Auch ein Jannick Green in der aktuellen Verfassung ist unverzichtbar.

Der Rückraum ist zwar sehr gut besetzt, aber die Jungs müssen ohne Verletzung durch die Saison kommen. Das ist eine Mammutaufgabe! Zumal Magdeburg auch EHF-Cup spielt. Das wird sehr kräftezehrend. Der SCM ist nicht die dominante Mannschaft der Liga, dafür ist die Bundesliga viel zu ausgeglichen.

Mit den Top-Mannschaften Rhein-Neckar Löwen und Flensburg ist der SCM aber ganz klar auf Augenhöhe! Das Problem: Neben diesen drei Klubs haben auch der THW Kiel und die Füchse Berlin den Anspruch, Titel zu gewinnen. Am Ende werden also mindestens zwei Teams enttäuscht sein.

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Seht in diesem Video (90 Sekunden) alle Highlights der Partie HC Erlangen gegen die Füchse Berlin vom sechsten Spieltag der DKB Handball Bundesliga.

Berlin ist die nächste Herausforderung

Magdeburg muss ja als nächstes in die Hauptstadt. Die Füchse haben zuletzt eine positive Entwicklung genommen, durch klare Sieg gegen Minden und Erlangen das Selbstbewusstsein gestärkt.

Die Rückkehr von Fabian Wiede war für die Stabilität des Teams extrem wichtig. Zwar gibt es im Team von Velimir Petković immer noch viele Verletzte, doch die Anfangsschwierigkeiten sind beseitigt. Das wird also die maximale Herausforderung für Magdeburg!

In der aktuellen Verfassung halte ich es aber absolut für möglich, dass der SCM auch nach den nächsten beiden Spielen gegen Berlin und Hannover ohne Verlustpunkte dasteht.

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