FC Schalke holt Robin Gosens als Linksverteidiger - Moussa Ndiaye ohne Zukunft
Der FC Schalke 04 hat die Lücke hinten links mit Ex-Nationalspiele Robin Gosens geschlossen.
22.07.2026 | 19:39 Uhr
Viele Fans verstehen nicht, warum sich die Knappen damit gegen den letztjährigen Publikumsliebling Moussa Ndiaye entschieden haben. Dabei gibt es durchaus viele Gründe pro Gosens.
Robin Gosens läuft endlich für seinen Herzensklub FC Schalke 04 auf!
In der vergangenen Woche machte der Pottklub den Transfer des ehemaligen Nationalspielers, der nur unweit von Gelsenkirchen aufwuchs, perfekt. Gosens kommt leihweise von der Fiorentina zu den Königsblauen. Zudem wurde eine Kaufpflicht unter bestimmten Parametern (Klassenerhalt und eine gewisse Anzahl an Einsätzen, Anm. d. Red.) verankert. In diesem Fall müsste der Aufsteiger etwas mehr als eine Million Euro nach Italien überweisen.
Zahlreiche Fans freuen sich auf den neuen Linksverteidiger, aber bei vielen Anhängern gab es auch ein gewisses Unverständnis, warum die Knappen den 32-jährigen Gosens und nicht den acht Jahre jüngeren Moussa Ndiaye vom RSC Anderlecht verpflichteten. Dieser hatte in der vergangenen Rückrunde entscheidenden Anteil an der Zweitliga-Meisterschaft.
Diese Frage war auch Thema in Schalker Markt - dem S04-Podcast von Sky Sport. Was steckt also dahinter?
01. Finanzielle Gründe
Vereinfacht formuliert: Gosens ist schlicht und einfach günstiger für die nach wie vor klammen Schalker zu haben. Beim Routinier ist keine Leihgebühr fällig, bei Ndiaye dagegen schon. Zudem liegt der Kaufpreis bei Gosens deutlich unter dem des Senegalesen. Bei Ndiaye wären kommenden Sommer mindestens drei Millionen Euro, vielleicht sogar vier oder gar fünf Millionen Euro fällig gewesen. "Aktuell ist Ndiaye für Schalke finanziell nicht darstellbar", so Dirk große Schlarmann in der aktuellen Podcast-Folge.
02. Spielerprofil
Schalke wird mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Torjäger im Team haben, der dem Bundesliga-Neuling in der höchsten deutschen Spielklasse 15 oder mehr Tore garantiert und muss diese Last somit auf mehreren Schultern verteilen. In dieser Beziehung hilft Gosens enorm. Der Linksfuß hat in der Serie A oder der Bundesliga bereits vier Saisons mit mindestens fünf eigenen Treffern absolviert. Einmal traf er als Linksverteidiger, der die Seite rauf- und runterrennt, sogar neun Mal, ein anderes Mal gelangen ihm gar elf Saisontore. Drei Mal legte er außerdem zudem mindestens fünf Treffer auf. Gosens weiß also, wie man gefährlich vor das gegnerische Tor kommt oder Mitspieler einsetzt.
Ndiaye dagegen kommt in 133 Pflichtspielen nur auf zwei eigene Tore. Sein Bestwert in Sachen Assists liegt bei zwei. Letzte Spielzeit in der 2. Bundesliga auf Schalke und 2023/24 in der belgischen Julpiler Pro League für Anderlecht. Ohne Zweifel hat Ndiaye große Qualitäten, aber in der Bundesliga ist Gosens' Profil für S04 wertvoller.
03. Konstanz
Gosens hat seine Klasse seit vielen Jahren in internationalen Topligen oder auch der Champions League (34 Einsätze) unter Beweis gestellt. Trainer Miron Muslic weiß also genau, was er von dem Neuzugang bekommt. Bei Ndiaye ist dies anders. Er hat zwar in der 2. Bundesliga teils herausragend performt, aber in Belgien wurde ihm eine gewisse Inkonstanz nachgesagt. Zudem kommt Ndiaye auf je acht Partien in der Europa- und Conference League, aber konnte sich bisher weder in der Königsklasse noch einer Top-5-Liga beweisen.
04. Rolle im Team
Gosens gilt als absoluter Führungsspieler und dürfte auch bei Schalke zu den Anführern gehören, mutmaßt große Schlarmann, dass der Familienvater für die S04-Kabine wichtig werden dürfte. Hinzu kommt, dass Gosens von seiner Einstellung absolut vorangeht. Er selbst betonte außerdem, dass der Spielstil von Trainer Miron Muslic, der sich vor allem über Intensität und Einsatz definiert, perfekt zu seinem Verständnis von Fußball passt. Ndiaye kam in der Mannschaft letztes Jahr zwar hervorragend an, war aber nicht zwingend jemand, der voranging. Muslic schwärmt daher auch wenig überraschend in den höchsten Tönen vom "Bessermacher" Gosens.
Als letzten Mini-Punkt nennt große Schlarmann noch das risikobehaftete Spiel Ndiayes. Der 24-Jährige bestach im Unterhaus durch (meistens) perfekt getimte Grätschen. Zweifelsfrei spektakulär und ein Grund für seine Popularität bei den Fans, aber in der Bundesliga ist alles noch einmal etwas schneller. Das Risiko von möglichen Sperren durch Gelbe, Gelb-Rote oder gar Rote Karten ist hier also nicht ganz von der Hand zu weisen.
"Das Gesamtpaket Gosens bringt tatsächlich für Schalke in der jetzigen Situation viel mehr Pro-Argumente als Ndiaye", konstatiert der S04-Insider als Fazit.
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