Erkenntnisse zur Länderspielpause beim FC Schalke 04
Der FC Schalke 04 geht mit fünf Punkten aus den ersten vier Saisonspielen in die XXL-Länderspielpause.
21.09.2026 | 19:04 Uhr
Was lief beim Aufsteiger schon gut und wo ist noch Luft nach oben? Das war auch Thema in Schalker Markt - der S04-Podcast von Sky Sport.
Der FC Schalke 04 kann mit der bisherigen Saison in der Bundesliga durchaus zufrieden sein. Nachdem die "Knappen" am 1. Spieltag noch mit 0:3 beim FC Augsburg verloren, ist man in den vergangenen drei Partien seitdem ungeschlagen.
Darunter fällt auch ein beachtlicher Punktgewinn gegen den FC Bayern München und ein überzeugender Auswärtsdreier bei Union Berlin. Am vergangenen Sonntag war gegen den starken Mitaufsteiger SV Elversberg zwar möglicherweise mehr drin, als das zweite 0:0 zu Hause in Folge, am Ende kann "Königsblau" mit dem fünften Punkt aus vier Spielen aber gut leben, wie auch Trainer Miron Muslic danach festhielt. Welche Erkenntnisse kann der Coach also aus dem bisherigen Saisonverlauf ziehen?
01 Schalke ist konkurrenzfähig
Die sicher wichtigste Erkenntnis ist, dass S04 in der Beletage des deutschen Fußballs mithalten kann. "Schalke hat alle Gesichter gezeigt. Man sieht, dass es sehr viele Facetten gibt. Schalke hat schon sehr naiv begonnen, aber war dann in der Lage, aus diesem 0:3 in Augsburg die entsprechenden Schlüsse zu ziehen und zu handeln", analysiert Dirk große Schlarmann in Schalker Markt - dem S04-Podcast von Sky Sport.
Und weiter: "Man sieht, dass die Mannschaft angekommen ist in dieser Liga und sie kann mit einer Großzahl der Vereine mithalten. Fünf Punkte war auch das, was ich im Vorfeld gesagt habe. Wenn bis zur Länderspielpause fünf Punkte dabei sind, kann Schalke mehr als zufrieden sein. Und das sind sie auch."
02 Die Abwehr ist wieder ein Bollwerk
In der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga war Schalke in der Hinrunde mit der praktizierten Dreier- beziehungsweise Fünferkette fast nicht zu knacken. Nur zehn Gegentore in 17 Spielen waren absoluter Bestwert. Nach Startschwierigkeiten hat der Pottklub diese defensive Stabilität auch eine Liga höher mittlerweile gefunden. Gegen die Bayern, Union und Elversberg musste Torhüter Loris Karius nur einmal hinter sich greifen - auch weil der Routinier in Topform ist.
24 Paraden zeigte Karius bereits, was Platz eins in diesem Ranking zusammen mit Augsburgs Finn Dahmen und Gladbachs Moritz Nicolas bedeutet. Mit 85,2 Prozent abgewehrter Bälle liegt er zudem nur minimal hinter BVB-Keeper Gregor Kobel und Bayerns Manuel Neuer (jeweils 85,7 Prozent).
Doch auch die Abwehr vor Karius um Nikola Katic, Hasan Kurucay und Timo Becker räumt richtig ab. Schalke hat bereits 125 Kopfballduelle gewonnen. Klarer Bestwert, denn Paderborn kommt auf Rang zwei nur auf 96. Die meisten davon entscheidet S04 in der Defensive für sich. Allen voran Katic, der bereits 32 Mal einen Luftzweikampf gewinnen konnte. Auch das ist deutlich Platz eins - Frankfurts Abwehrchef Robin Koch und Hoffenheims Ozan Kabak kommen auf dem zweiten Platz jeweils auf 25.
03 Bei der Offensive gibt es noch Luft nach oben
In drei von vier Spielen blieb Schalke auf der anderen Seite ohne eigenen Treffer. Nur bei der Schießbude der Liga an der Alten Försterei, die schon 17 Gegentore kassierte, gelangen drei Erfolgserlebnisse. Zwei davon (Robin Gosens und Maximilian Wöber, Anm. d. Red.) wurden sogar von Abwehrspielern erzielt. Gegen die Bayern lag der Fokus zwar eindeutig auf dem Verteidigen des eigenes Gehäuses, aber in Augsburg betrieben die "Knappen" vor allem zu Beginn durchaus Chancenwucher und auch gegen Elversberg war ein Treffer möglich. Man agierte jedoch oft zu ungenau oder überhastet in der Offensive.
Dass Schalke in vorderster Linie noch nach der perfekten Besetzung sucht, ist auch daran zu sehen, dass Muslic mit Moussa Sylla, Junior Adamu und zuletzt Edin Dzeko bereits drei Angreifer in der Startelf ausprobierte. Positiv ist allerdings, dass Schalke klare Abläufe in der Offensive zeigt und von den Namen auch genügend Spieler haben sollte, die für Tore gut sind, so dass der Knoten bald platzen könnte.
04 Neuzugänge kommen immer besser in Schwung
Satoshi Tanaka hat Aufstiegsheld Ron Schallenberg aktuell den Rang auf der Doppelsechs neben Soufiane El-Faouzi abgelaufen. Gosens links und Junior Dina Ebimbe auf den beiden Schienenpositionen kommen ebenfalls immer besser in Schwung. Wöber zeigte vor allem in Berlin nach Einwechslung eine überragende Leistung und ist eine echte Alternative im Abwehrbollwerk und die Offensivspieler Adamu und Hee-chan Hwang bereiteten immerhin auch schon jeweils ein Tor vor.
Es ist deutlich, dass noch nicht alle Neuzugänge bei 100 Prozent sind, aber sich ihrer Bestform zumindest nähern. Muslic spricht immer von "Gamechangern" und ist froh darüber, dass der Konkurrenzkampf im Team sehr hoch ist und er praktisch ohne Qualitätsverlust durchwechseln kann. Dies ist nur deswegen möglich, da die Neuen entweder Druck machen oder bereits gesetzt sind - und Schalke durchaus optimistisch auf die nächsten schweren Aufgaben nach der Pause in Freiburg und gegen Mainz blicken lassen.
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