Ferrari-Krise? Schumacher kritisiert fehlenden Zusammenhalt bei Hamilton und Leclerc
Ferrari steht nach dem Formel-1-Rennen in Monza unter Druck. Sky Sport Experte Ralf Schumacher kritisiert fehlenden Teamgeist und sieht darin ein zentrales Problem der Scuderia.
08.09.2026 | 20:45 Uhr
Der Heim-GP in Monza endete für Ferrari mit einem Ausfall von Charles Leclerc und Platz sechs für Lewis Hamilton. Danach wurde die Diskussion über die Teamstruktur lauter.
Von Johann Spiegler
Die Hoffnungen waren groß, doch nach dem Formel-1-Rennen in Monza war auf Seiten des Ferrari-Teams Frust statt Freude angesagt. Nach dem Abflug von Charles Leclerc und einem enttäuschenden sechsten Rang von Lewis Hamilton glich das Wochenende vor heimischem Publikum letztlich eher einem Debakel.
Ralf Schumacher ging anschließend auch mit Fred Vasseur, dem Team-Chef der Scuderia, hart ins Gericht: "Ich bin mir nicht so sicher, was das jetzt für Fred Vasseur bedeutet. So etwas in Italien, der Ferrari-Chef war auch hier. Das war eine Art Blamage, die man nicht gerne sieht."
Doch was erzählt diese Heim-Blamage über das Teamgefüge innerhalb der Scuderia? Dieser Frage geht der Sky Sport F1-Experte in der aktuellen Folge von Backstage Boxengasse nach. "Für uns ist das unterhaltsam, aber ich glaube es ist das größte Problem, das Ferrari momentan hat, dass kein Zusammenhalt herrscht", erklärte Schumacher im Sky Sport Formel-1-Podcast. "Wenn man speziell die Interviews von Lewis (Hamilton, Anm.d.Red.) manchmal sieht, den Umgang der Fahrer auf der Strecke und mit dem Team neben der Strecke, dann muss man sich nicht wundern: Das ist ja keine Einheit. Da kämpft man gegeneinander, da bepöbelt man sich am Funk, dann gibt es Schuldzuweisungen nach dem Rennen."
Hamilton bezweifelt erneut die Strategie seines Ferrari-Teams
Das Rennen ging für Ferrari bereits denkbar schlecht und mit einem Manöver los, welches die Aussagen Schumachers direkt unterstreicht: Hamilton landete kurz nach dem Start im Kiesbett, nachdem sich sein Teamkollege hart gegen den siebenmaligen Weltmeister verteidigte. Das Ergebnis ist bekannt. Leclerc beendete das Rennen nicht und Hamilton musste sich mit lediglich acht WM-Punkten begnügen.
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Letzterer konnte es sich auch ein weiteres Mal nicht verkneifen, die Team-Strategie öffentlich zu hinterfragen: "Ich hatte das Gefühl, dass wir auf dem harten Reifen hätten starten und dann auf Medium wechseln sollen. Das hätte uns auch beim Stopp mehr Freiheiten gegeben, weil wir weiter hinten waren und mehr Überholmanöver hatten."
Schumacher: "Sehe, warum es damals geklappt hat"
Hamilton startete eigentlich mit dem Ziel bei Ferrari, den alten Glanz zurückzubringen. Warum dies einst bei Michael Schumacher geklappt hat und beim Engländer bislang nicht funktionieren will, stellt Ralf Schumacher in der neuen Folge heraus: "Ich sehe jetzt den Grund, warum es damals geklappt hat und warum es heute nicht klappt: Als es damals schwierig war für meinen Bruder, als er mit Ross Brawn und Jean Todt das Team aufgebaut hat, waren die Tage auch nicht leicht. Aber solche Vorwürfe hat es nie gegeben, und wenn es was zu klären gab, blieb es intern." Und weiter: "Michael kannte damals jedes einzelne Teammitglied mit Vornamen - es war eine Familie."
Hamilton steht zwar nach wie vor auf Rang drei der Fahrerwertung, doch der Rückstand auf Überflieger Kimi Antonelli beträgt bereits 76 Punkte. Es deutet also vieles darauf hin, dass die Scuderia und Hamilton sich mindestens ein weiteres Jahr gedulden müssen, ehe wieder ein Fahrer des roten Boliden den Titel in der Formel 1 gewinnen kann.
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