Kimi Antonelli gewinnt Formel-1-Rennen in Monza: Historischer Heimsieg von P19 zum Triumph
Kimi Antonelli hat den Grand Prix von Italien in Monza gewonnen und dabei Motorsport-Geschichte geschrieben. Der Mercedes-Pilot fuhr von Startplatz 19 zum Sieg und sorgte für den ersten italienischen Heimsieg in Monza seit 1966.
06.09.2026 | 22:30 Uhr
Kimi Antonelli begeisterte die Tifosi mit einer spektakulären Aufholjagd beim Italien-GP. Der 20-Jährige baute zudem seine Führung in der Formel-1-WM weiter aus.
Das gab es seit 60 Jahren nicht mehr!
Kimi Antonelli feiert einen historischen Heimsieg in Monza. Der junge Italiener rast in unnachahmlicher Weise von Startplatz 19 auf Platz 1 und verzückt die Tifosi. Nur John Watson (von 22 auf 1) gelang 1983 in Long Beach ein Rennsieg von noch weiter hinten. Antonelli ist mit seinem siebten Karriereerfolg nun bereits der zweiterfolgreichste italienische F1-Pilot hinter Alberto Ascari (13 Siege).
"Ich bin so glücklich, das war unvorstellbar. Aber wir haben es geschafft. Schon beim Re-Start habe ich gedacht, dass ich eine Chance auf den Sieg haben werde. Ich habe definitiv dran geglaubt", zeigte sich der 20-Jährige nach seiner Triumphfahrt im Königlichen Park, bei der er mit der schnellsten Runde zum Abschluss noch ein Statement setzte, überwältigt: "Ein Traum, der wahr geworden ist." Der bis dato letzte Heimsieg in Monza gelang Ludovico Scarfiotti im Jahr 1966.
ZUM DURCHKLICKEN: Das Rennergebnis in Monza
Antonelli pflügt durchs Feld
Antonelli pflügte in seinem Mercedes durch das Feld. Nach zwei Runde war er bereits von P19 auf P12 vorgefahren. Nach dem Re-Start lag er plötzlich auf P6. In Runde 15 lag der Youngster dann schon auf Rang drei. Nur drei weitere Runden später schnappte er sich dann erstmals die Führung. Es ist der zwölfte Grand Prix in Serie, in dem Antonelli Führungsrunden sammelte, damit stellte er die Bestmarke von Ayrton Senna ein.
"Es war sicherlich eines meiner besten Rennen. Eins, an das ich mich immer erinnern werde", betonte der Senkrechtstarter auf der Pressekonferenz. Nach seinem Boxenstopp unter VSC startete Antonelli dann eine zweite Aufholjagd von P6 aus. In Windeseile schob er sich wieder auf P2 vor und verringerte den Abstand zu Teamkollege George Russell Runde für Runde. Vier Umläufe vor der Zielflagge gelang ihm dann sein 26. und siegbringendes Überholmanöver, ausgerechnet vor der Ascari-Schikane.
Rosberg und Schumacher mit viel Lob
"Er ist historisch gefahren. Er ist gefahren wie Michael Schumacher. Er hat alles perfekt gemacht. Sein Speed war da, phänomenal. Zweites Jahr Formel 1, das gibt's ja gar nicht", meinte Sky Sport F1-Experte Nico Rosberg anerkennend. Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher ergänzte: "Das ist die Superlative der Formel 1. Und Kimi ist erst am Anfang, aber er hat schon viel geprägt. Das ist beeindruckend. Kimi hat es wirklich verdient. Er hat nicht nur das beste Auto, sondern macht auch den besten Job."
Die grandiose Leistung im Königlichen Park beeindruckte auch Toto Wolff. "Das ist natürlich ein unglaublich toller Tag. Der kleine Italiener, an den am Anfang so niemand geglaubt hat. Dass er vom 19. Startplatz gewinnt, in einer ganz kontrollierten Art und Weise, das war gut. Er hat über allen anderen gestanden, was den Speed betrifft. Er wollte den Sieg unbedingt einfahren", so der Mercedes-Teamchef am Sky Sport Mikrofon. Antonellis Eltern zeigten sich, genau wie ihr Sohn, extrem emotional.
Bitterer Rückschlag für Russell
Ganz anders die Gemütslage bei Mercedes-Teamkollege Russell. Der Brite kontrollierte das Rennen über weite Strecken, konnte allerdings den am Ende heranstürmenden Antonelli trotz harter Gegenwehr nicht hinter sich halten. "Kimi ist ganz schön schnell nach vorne gekommen. Da wusste ich schon, dass er am Rennende ganz vorne mit dabei sein wird. Bei mir sind zum Schluss die Reifen einfach eingebrochen", so Russell.
Rosberg bezeichnete das Monza-Ergebnis für den 28-Jährigen als "brutal". "Heftiger Tag für Russell. Wenn ich in seiner Situation wäre, wo der Teamkollege vom letzten Platz zum Sieg fährt, das wäre eine heftige Niederlage für mich. Das ist so schwierig, wenn der Rivale der Teamkollege ist. Dann denkst du sofort: 'Oh, jetzt hat das Team Kimi die bessere Strategie gegeben. Das gibt es doch nicht, das ist unfair'. Auch wenn es wahrscheinlich nicht so ist. Da wirst du komplett verrückt im Kopf", erklärte Rosberg.
Russell in der Rolle als Nummer zwei
Für Schumacher ist nach dem Italien-GP klar, dass "Russell ab heute nur noch für Antonelli fährt. Das war's. Man hat genug riskiert, es ist noch eine lange Saison. Alles Mögliche kann noch passieren und man will keine Punkte mehr verschenken. George muss sich einfach darüber im Klaren werden, dass er im Moment nur die Nummer zwei ist. Wenn bei Kimi das alles so reibungslos funktioniert und bei George nicht, dann hört man natürlich die Flöhe husten und das hilft nicht."
In der Fahrer-WM hat Russell nach 13 von 23 Rennen als erster Verfolger nun 66 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Antonelli. "Kimi kontrolliert die WM. Ich denke gar nicht mehr über den WM-Kampf nach", gab sich Russell frustriert und schwenkte schon fast die Weiße Flagge. Auf dem Podium musste Russell Buhrufe der Tifosi über sich ergehen lassen. Antonelli wurde von den Ferrari-Fans hingegen frenetisch gefeiert.
Tritt Antonelli in Ascaris Fußstapfen?
"Die gesamte Formel 1 kann auf dieses Ereignis stolz sein. Kimi ist ein außerordentliches Rennen gefahren. Ein historisches Rennen für Italien. Was mich am meisten beeindruckt hat, war der Respekt der Ferrari-Fans für Kimi. Das habe ich noch nie erlebt in Monza, das war großartig. Das war ein unglaublicher Sonntag für unser Land", schwärmte F1-Boss Stefano Domenicali.
Antonelli ist auf dem besten Weg, der zweite italienische Weltmeister nach Ascari (1952 und 1953) zu werden. Die Herzen der Tifosi fliegen dem Mercedes-Mann bereits jetzt genauso zu wie vor über 70 Jahren seinem italienischen Landsmann oder auch wie vor 20 Jahren einem gewissen Michael Schumacher.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.