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Jürgen Klopp exklusiv über DFB-Start, Kader, Eingespieltheit und Entwicklung

Jürgen Klopp sieht die deutsche Nationalmannschaft auf dem richtigen Weg, fordert aber Zeit für die Entwicklung des Teams. Nach den ersten Spielen betont der Bundestrainer, dass Erfolg und Eingespieltheit nicht innerhalb weniger Tage entstehen können.

Bundestrainer Jürgen Klopp zeigt sich optimistisch.
Image: Bundestrainer Jürgen Klopp zeigt sich optimistisch.  © Imago

Jürgen Klopp bleibt trotz durchwachsener Ergebnisse optimistisch und setzt auf einen langfristigen Aufbau. Der Bundestrainer zieht im exklusiven RTL/ntv-Interview eine erste Zwischenbilanz und spricht über die Herausforderungen vor den beiden nächsten Nations League-Spielen gegen Serbien und in Griechenland.

Bundestrainer Jürgen Klopp ...

... über seine Herangehensweise, eine Mannschaft zu bauen: "Eine Entwicklung braucht Zeit. Wir brauchen Eindrücke von Spielern, die uns zukünftig zur Verfügung stehen. Deshalb haben wir relativ viele eingeladen, um zu gucken, wer könnte das alles sein. Und der Anfang ist gemacht. Der war von den Ergebnissen her nicht so, wie wir uns das vorstellen, wie man das gerne hätte. Alles andere war genauso, wie ich es haben wollte und ich bin jetzt damit super happy. Dass wir in den Spielen nicht so funktionieren, wie man nach ein paar Monaten, ein paar Wochen oder sonst was funktionieren könnte im Fußball, das war vollkommen klar. Ist halt nur doof, dass wir das in der Öffentlichkeit ablaufen lassen und es alle Leute interessiert, was sehr schön ist. Wenn ich sage, Entwicklung braucht Zeit, bedeutet das, die Leute müssen uns die Zeit geben, wir nehmen sie uns sowieso. Ich brauche auch niemanden fragen, sondern wir nehmen uns die Zeit, die wir dafür benötigen, wohlwissend, dass wir am Ende so dastehen wollen, dass wir eine Mannschaft sind, die sehr erfolgreichen Fußball spielen kann. Und da bin ich superoptimistisch, dass das klappt."

... über die Schwierigkeit, in wenigen Tagen ein eingespieltes Team zu formen: "Eingespieltheit ist unmöglich in der Kürze der Zeit. Tiefstehende Gegner sind die größte Herausforderung im Fußball für jede Mannschaft. Mir ist wurscht, was die Leute über mich denken. Aber kein Trainer der Welt schafft es, in vier, fünf Tagen einer Mannschaft eine Spielweise auf die Festplatte zu hauen, wo sie tief stehenden Griechen mit dem fußballerischen Talent, das sie dazu noch haben, einfach einmal durchs Nasenloch spielt. Das geht einfach nicht. Und deshalb wussten wir, dass das ein bisschen doof wird. Und jetzt spielen wir gegen Serben, die wahrscheinlich eine ähnliche Herangehensweise wählen wollen. Wir haben allerdings mit den neuen Jungs jetzt noch mal drei richtige Trainingstage gehabt. Erkenntnisse aus dem ersten Spiel, Videomaterial zusammengeschnitten, ihnen gezeigt: Wo sind die Räume, in denen wir spielen wollen und müssen und hoffen, dass wir das morgen 'nen Ticken besser machen."

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... über den Blick nach vorn mit dem zweiten Kader: "Ich hätte auch gerne, dass es direkt klickt, aber das ist unmöglich. Wir müssen uns die Zeit geben, Schritt für Schritt die richtigen Dinge im Spiel zu machen. Die Anzahl der Dinge, die wir richtig machen, zu erhöhen, sie konsequenter und mit mehr Überzeugung zu machen. Und wenn wir da sind, dann wird es sehr, sehr unangenehm gegen uns zu spielen. Denn wir haben Fußballtalent und wenn wir uns so organisieren, dass wir wenig bis nichts zulassen, dann werden wir alle Riesenspaß haben, wenn diese Jungs zusammenspielen."

... sein Kader-Puzzle: "Ich bin kein Puzzler, aber ich verstehe trotzdem das Bild. Und heute Morgen ist ein Puzzleteil leider noch ausgefallen, kurzfristig mit Nico Schlotterbeck. Aber das wird immer wieder passieren. Unser Vorteil ist: Wir dürfen dann zumindest mal kurzfristig Puzzleteile ersetzen und können weiter am Gesamtbild arbeiten. Und genau das werden wir tun. Aber wir können nicht mehr Zeitdruck drauf machen. (...) Wir können nicht alles gleichzeitig machen. Wir können nicht versuchen, die Nations League irgendwie zu gewinnen und danach Augen zu und hoffen, dass wir uns für die EM qualifizieren und dass wir da weit kommen. Durch Hoffnung passiert da gar nichts. Wir müssen uns das erarbeiten, Schritt für Schritt. Und deshalb brauchen wir diese Phase, um zusammenzuwachsen als Truppe. Ich kenne jeden Einzelnen so viel besser als das vorher der Fall war. Wir haben jedem das Gefühl gegeben, die da waren und auch denen, die nicht da waren: Das Einzige, um was es geht, ist Leistung zu bringen, um dabei sein zu können. Natürlich werden im November weniger dabei sein, ist ja auch klar. Da sind nur zwei Spiele, aber trotzdem ist es auch ein generelles Zeichen. Also wer nicht nur mir, sondern jedem zeigt, dass er dazu bereit ist, diesen Weg mit uns zu gehen, da sind die Türen wirklich offen. Man muss bestimmte Dinge auf den Platz bringen, um in dieser Mannschaft einen Platz zu haben, auf einem gemeinsamen Weg. Und da sind wir gerade dabei, das den Jungs so aufzuzeigen, dass sie den dann auch gehen können."

RTL präsentiert das Nations-League-Spiel Griechenland vs. Deutschland am 04. Oktober, ab 20:00 Uhr live bei RTL.

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