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Formel 1: So kam es zu dem Safety-Car-Wirrwarr in Monza

Darum wurde in Monza hinter dem Safety-Car zu Ende gefahren

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Sky Kommentator Sascha Roos erklärt, warum es beim GP in Monza keinen Re-Start mehr gegeben hat.

Ein Safety-Car hat zum Ende des Rennens in Monza für viele Diskussionen gesorgt. Warum hat die Rennleitung sich dazu entschieden, den Italien-GP hinter dem Safety-Car zu beenden?

In Runde 47 von 53 musste McLaren-Pilot Daniel Ricciardo sein Auto abstellen. "Das ging alles sehr schnell. In der Lesmo 1 war plötzlich der Motor weg. Ich steckte im Gang fest, konnte nicht mehr in neutral schalten. Daher bin ich rechts ran und hab das Auto abgestellt", erklärte der Australier sein Aus am Sky Mikrofon.

Ricciardo hatte sein Auto mit der Nummer drei allerdings an einer Stelle geparkt, wo es in der Theorie eigentlich gut hätte geborgen werden können. Doch erst vier Runden später hing der McLaren dann tatsächlich am Bergungskran. Offensichtlich war dieser doch zu weit weg, um schnell das Auto zu erreichen. Auch die Kommunikation der Marshalls verlief wohl nicht optimal. Das Rennen wurde nicht mehr freigegeben.

"Das Ende war frustrierend. Wir hätten uns gewünscht, dass wir am Ende noch mal ein Rennen hätten fahren können. Das ist echt schade", ärgerte sich Ferrari-Pilot Charles Leclerc, dem so auf P2 ein möglicher Angriff auf Max Verstappen verwehrt blieb. "Leider ist das Rennen hinter dem Safety-Car zu Ende gegangen und es gab keinen Restart mehr", meinte auch der amtierende Weltmeister, der den Grand Prix somit zum Schluss quasi kampflos gewann.

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Max Verstappen wird in Monza bei der Siegerehrung von den Tifosi ausgebuht. Die ganze Siegerehrung im Video.

Safety-Car erwischt "falschen" Fahrer

Doch nicht nur die Dauer der Bergung von Ricciardos Auto, die knapp fünf Runden dauerte, verhinderte letztendlich ein womöglich spektakuläres Rennende. Auch wegen Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer lief den Stewards offenbar am Ende die Zeit weg, um das Rennen noch einmal freizugeben. Mayländer hatte offenbar kurzzeitig George Russell für den Führenden gehalten.

"Das war sicher nicht die richtige Entscheidung. Das Safety-Car ist auch vor dem falschen Fahrer gefahren. Man muss auch aufhören, dass die Überrundeten durchgewunken werden. Das spielt überhaupt keine Rolle und wir hätten ein tolles Finish gesehen. Man muss den Sport in den Vordergrund stellen", echauffierte sich auch Red Bulls Motorsportchef Dr. Helmut Marko bei Sky über die Vorfälle und fügte noch hinzu: "Das war kein würdiges Ende dieses Rennens."

Kritik von Ferrari

Mayländer ließ erst nach der Bergungsstelle von Riccardos Auto, an der noch ein Traktor auf der Strecke stand, Russell und die hinter dem Mercedes-Piloten liegenden Fahrzeuge vorbei und wartete dann auf Verstappen. Das dauerte und kostete viel Zeit. An der Stelle, wo der Traktor auf der Strecke stand, konnte das Safety-Car aus Sicherheitsaspekten natürlich keine Autos überholen lassen. Was allerdings merkwürdig war: Zwischen Verstappen und Leclerc fuhren die überrundeten Valtteri Bottas und Yuki Tsunoda - und diese durften sich nicht mehr zurückrunden.

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"Es ist schon ziemlich enttäuschend, wie es gelaufen ist. Er war genug Zeit, die Autos zwischen Max und Charles da wegzubekommen. Ich weiß nicht, warum das nicht passiert ist, man hätte das alles viel schneller machen können. Für die Show und für die Formel 1, die das eigentlich verdient hätte, dass man das Rennen nicht hinter dem Safety-Car zu Ende fährt", meinte ein wütender Ferrari-Teamchef Mattia Binotto bei Sky.

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Verständnis für Rennleitung

Während die beiden Topteams Red Bull und Ferrari kein Verständnis für die Entscheidungen der Rennleitung aufbrauchten, hielten andere Teams diese für richtig. "Das ist nun mal die Regel und die Regel muss man befolgen - und genauso ist es passiert. Das ist vielleicht nicht das Allerspektakulärste, eine Runde oder zwei am Ende Racing zu haben, ist vielleicht cooler, aber deswegen gibt es Regeln", erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Sky Mikrofon.

McLaren-Teamchef Andreas Seidl nahm die Rennleitung bei Sky sogar in Schutz: "Da hat der Renndirektor das Reglement angewendet. Beim Auto von Daniel ist der Gang nicht rausgegangen, daher hat es so lange gedauert." Auch Timo Glock sah keinen Fehler bei den Entscheidungen. "Solange es ein Sicherheitsthema ist und der Traktor war noch lange auf der Strecke, ist es am Ende der richtige Weg", so der Sky F1-Experte.

FIA bezieht Stellung

Kurz nach dem Rennen äußerte sich dann auch ein FIA-Sprecher zu den Vorfällen und begründete dabei die getroffenen Entscheidungen der Rennleitung: "Während alle Anstrengungen unternommen wurden, um das Auto Nummer 3 schnell zu bergen und das Rennen fortzusetzen, entwickelte sich die Situation so, dass die Streckenposten nicht in der Lage waren, das Auto in den Leerlauf zu schalten und es in die Auslaufzone zu schieben. Da die Sicherheit der Bergungsarbeiten unsere einzige Priorität ist und der Zwischenfall nicht so schwerwiegend war, dass eine Rote Flagge erforderlich gewesen wäre, wurde das Rennen gemäß den zwischen der FIA und allen Wettbewerbern vereinbarten Verfahren unter Safety-Car beendet. Der Zeitpunkt der Safety-Car-Phase innerhalb eines Rennens hat keinen Einfluss auf dieses Verfahren."

Mehr zum Autor Peer Kuni

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