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1. FC Köln News: Effzeh mit Baumgart bereit für den FC Bayern

Kölle ist wieder jeck! Baumgart entfesselt den Effzeh vor Bayern

Lars Pricken

19.08.2021 | 14:53 Uhr

Beim 1. FC Köln ist der Spaß am Fußball zurück.
Image: Beim 1. FC Köln ist der Spaß am Fußball zurück.  © DPA pa

Im Rheinland deutet sich schon nach kürzester Zeit eine echte Liebesgeschichte an. Steffen Baumgart hat dem 1. FC Köln neues Leben eingehaucht und die Identität des Klubs wieder auf und neben den Platz gebracht. Genau zum richtigen Zeitpunkt.

Der Effzeh hat eine Saison zum Vergessen hinter sich. In der zurückliegenden Spielzeit schafften die Geißböcke um Haaresbreite den Klassenerhalt, mussten sich in der Relegation gegen Holstein Kiel durchsetzen. Am Ende ist es wohl Interimstrainer Friedhelm Funkel zu verdanken, dass die Kölner auch im neuen Fußball-Jahr im deutschen Oberhaus spielen dürfen.

Der neue Trainer muss die Kölner Werte leben

Doch schon beim Antritt des 67-Jährigen, der die Arbeit vom lange kritisierten Markus Gisdol übernahm, war klar: Funkel bleibt nur bis Saisonende. Im Sommer brauchte es einen neuen Mann auf der Trainerbank, der in ein ganz spezielles Anforderungsprofil passen musste. Die Mission Neuanfang soll auf den Schultern eines jungen, lockeren und kreativen Coaches aufgebaut werden, der zwar seine eigene Spielphilosophie mitbringt, aber die Kölner Werte leben kann.

Neben Edin Terzic, der sich für einen Verbleib beim BVB in neuer Funktion entschied, kristallisierte sich schnell ein Favorit heraus. Baumgart hatte bereits angekündigt, sein Engagement beim SC Paderborn mit Vertragsschluss zu beenden. Auch der FC Schalke hatte ein Auge auf den 49-Jährigen geworfen, der sich allerdings schnell für Köln entschied.

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Spieler verinnerlichen Baumgart-Spielweise auf Anhieb

Dass es zwischen dem charismatischen Coach und dem Effzeh passen könnte, wurde oft prognostiziert. Dass Baumgart den Kölnern in kürzester Zeit seinen persönlichen wie auch spielerischen Stempel aufdrücken kann, übertrifft allerdings alle Erwartungen. Die Kölner absolvierten unter dem Ex-Paderborner ganze sieben Testspiele. Die Mannschaft sollte sich finden und an das neue System sowie an die temporeiche, laufintensive Spielweise des neuen Übungsleiters gewöhnt werden. Die Bilanz: Fünf Siege, zwei Unentschieden, keine Niederlage.

Obwohl mit Sebastiaan Bornauw der Abwehrchef in Richtung Wolfsburg abgewandert ist, steht die Defensive solide. Lediglich fünf Mal landete der Ball im eigenen Kasten. Die neu formierte Abwehr funktioniert über Einsatzbereitschaft und Wille. Dieser schien auch im Spiel gegen die Hertha der Schlüssel zu sein. Beim Bundesliga-Auftakt schmissen sich die Spieler in jeden Ball, ackerten über die vollen 90 Minuten und belohnten sich dafür mit einem 3:1-Sieg.

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Der 1. FC Köln ist super aus dem Startblock gekommen. 3:1-Heimsieg nach 0:1-Rückstand gegen Hertha BSC. Sky Reporter Thomas Mörs berichtet aus Köln (Videolänge: 1:23 Min.).

Baumgart: "Habe ein geiles Spiel gesehen!"

"Die Jungs sind beim Plan geblieben, auch als wir etwas unglücklich in Rückstand geraten sind. Man hat gesehen, dass die Mannschaft anfangs unruhig war, dass sie auch Sachen gemacht hat, die wir eigentlich nicht machen wollten. Aber das ist normal", analysierte Baumgart nach der Partie zufrieden bei DAZN.

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Neben der Hingabe darf das Spielerische allerdings nicht unter den Tisch fallen. Die Geißböcke strotzen vor Energie und Kreativität, schafften es auch in Drucksituationen Lösungen zu finden und überrannten die Herthaner nach dem zwischenzeitlichen Rückstand schier. "Ich habe ein geiles Spiel gesehen, und ich bin froh, dass die Fans wieder da sind. Mehr geht nicht", schwärmte der Coach nach seinem Kölner Bundesliga-Debüt.

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Symbolspieler Modeste: Baumgart erweckt Köln zum Leben

Die Fans stehen voll hinter ihrem neuen Trainer, dessen ikonische Schiebermütze schon erste Nachahmer auf der Tribüne gefunden hat. Sprechchöre nach einem Spiel - mehr geht nicht. Die Profis wiederum bringen das auf den Platz, was der Trainer erwartet. Das Beeindruckende: Die Truppe hat sich kaum verändert. Zwar ist mit Mark Uth ein Hochkaräter zurück und auch die Neuzugänge Dejan Ljubicic und Timo Hübers machten eine gute Partie, doch die schillernden Kräfte hießen unter anderem Florian Kainz und Anthony Modeste.

Gerade Letzterer kommt aus einem schweren Jahr, in dem weder von guten Leistungen noch übergroßer Motivation die Rede sein kann. Plötzlich ackert der 33-Jährige wieder für die Mannschaft und belohnt sich mit einem Tor und einer Vorlage. Sinnbildlich für das veränderte Stimmungsbild: Beim Stand von 2:1 schnappt sich Modeste eine Wasserflasche, trinkt einen Schluck und spritzt seinen Trainer danach mit Wasser voll. Kölle ist wieder jeck.

Das zeigte sich bereits im Trainingslager. Baumgart erregte mit seinen Methoden Aufmerksamkeit. Schlagermusik beim Lauftraining, Erlaubnis zum Rauchen und Bier trinken - solange die Leistung stimmt. Diese Lockerheit passt perfekt in die Karnevals-Hauptstadt und wird von den Spielern mit Partien wie gegen die Hertha zurückgezahlt.

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Köln-Trainer Steffen Baumgart über den 3:1-Sieg gegen Hertha BSC. (Videolänge: 30 Sekunden)

Gelingt jetzt das Wunder gegen den FC Bayern?

Der Zeitpunkt der kölschen Wiedergeburt könnte derweil nicht passender kommen. Nicht nur, dass der Baumgart-Fußball pünktlich zum Saisonstart sitzt, als nächstes steht das Duell mit dem FC Bayern auf dem Plan. Die Münchner sind trotz des Supercup-Siegs noch auf Formsuche und ein gutes Stück von 100 Prozent entfernt. Wenn es je einen guten Zeitpunkt für eine Überraschung gab, dann ist der wohl am kommenden Wochenende.

Es scheinen wieder Dinge möglich, von denen die Kölner in der letzten Saison nicht zu träumen gewagt hätten. Die Identität des Traditionsklubs, der für Fannähe, gute Laune, offensiven Fußball und - obwohl es der ein oder andere nicht zugeben mag - ein gewisses Maß an Selbstüberschätzung steht, ist wieder zurück. Baumgart sei Dank.

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