14 plus X: Leipzigs Scharfschützen planen dritte Tor-Party
RB mit Top-Form ins Spiel gegen St. Petersburg
05.11.2019 | 17:56 Uhr
Mit reichlich Selbstvertrauen stiegen die Leipziger in den Flieger nach St. Petersburg. Mit ihrer aktuellen Torlaune können Timo Werner und Co. den dritten Klubrekord innerhalb einer Woche brechen.
Mit der Tor-Formel "14 plus X" wollen die Leipziger Scharfschützen ihre Rekordwoche in der Königsklasse krönen und einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen. Nach dem höchsten Sieg im DFB-Pokal (6:1 in Wolfsburg) und dem höchsten Bundesligaerfolg (8:0 gegen Mainz) könnten die Scharfschützen um Timo Werner auch in der Champions League einen neuen Meilenstein setzen.
Bislang steht ein 4:1 gegen die AS Monaco aus der Premieren-Saison 2017/18 als höchster Sieg in der Vereinschronik. Angesichts der aktuellen Torlaune könnte diese Bestmarke im richtungweisenden Auswärtsspiel am Dienstag (ab 18.55 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport 2 HD) bei Zenit St. Petersburg fallen. "Jetzt müssen wir dranbleiben und diese Gier weiter auf den Platz bringen", forderte Stürmer Yussuf Poulsen.
Leipzig auf Kurs Gruppensieg
Trainer Julian Nagelsmann warnte jedoch am Montag veranschaulichend: "Erfolg ist kein Besitz, sondern eine Miete. Und diese Miete müssen wir alle drei Tage bezahlen." Es wäre vermessen zu sagen, "dass wir jetzt jedes Spiel sechs bis acht Tore schießen".
Sollten die Leipziger im winterkalten Petersburg so gnadenlos effektiv, konterstark und auch defensiv gefestigt auftreten wie in Wolfsburg und gegen Mainz, dürfte ihnen der Sieg und damit die Tabellenführung in der Gruppe G nicht zu nehmen sein. "Wir wollen mit dem Selbstvertrauen und Mut weiterspielen", verriet Torhüter Peter Gulacsi den offensichtlichen Plan, "dann haben wir gute Möglichkeiten, ein großartiges Spiel zu machen."
Durch zwei Spiele mit insgesamt 14 Toren hat sich die Stimmung beim ambitionierten Klub um 180 Grad gedreht. Nach dem enttäuschenden 1:2 beim SC Freiburg waren noch Qualität und Mentalität im Kader hinterfragt worden, ja sogar leicht die Arbeit von Nagelsmann. Die kritischen Stimmen hat der Coach nicht vergessen.
Nagelsmann lobt Qualitäten von Werner
Der 32-Jährige, der genau wie Sportdirektor Markus Krösche die Mannschaft mit einer Ansprache bei der Ehre gepackt hatte, wollte sich daher für den Stimmungsumschwung und die Leistungsexplosion auch nicht feiern lassen. "Ich bin noch ein junger Trainer, aber so ein bisschen weiß ich, wie das Geschäft funktioniert", sagte Nagelsmann: "Ich weiß, dass die Bewertungsräume im Fußball extrem kurz sind."
Davon kann auch Werner ein Lied singen. Bei kleineren Durststrecken wird dem Nationalstürmer oft das ganz große Potenzial abgesprochen, bei einem Lauf wie jetzt hört die Lobhudelei kaum auf. Fakt ist: Auch Werner hat nach dem Zwischentief einen Gang hochgeschaltet und arbeitet inzwischen offensiv wie defensiv herausragend für das Team. Und vor dem Tor ist die Kaltschnäuzigkeit zurück. "Außergewöhnlich gut" - so lautet Nagelsmanns Zwischen-Zeugnis für seinen Stürmer Nummer eins.
Emil Forsberg musste sich die 8:0-Gala gegen Mainz dagegen komplett von der Bank aus anschauen. Das dürfte den ehrgeizigen Schweden mächtig gewurmt haben, doch für Petersburg bekam er vom Trainer eine Startelf-Garantie ausgestellt. "Da freut er sich schon drauf", sagte Nagelsmann.