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2. Bundesliga: Sky Reporter Sven Töllner und Christian Akber-Sade berichten über den HSV und Arminia Bielefeld

Aufstiegs-Kracher in Liga zwei: HSV & Arminia im Topspiel-Check

Sven Töllner und Christian Akber-Sade

27.05.2020 | 13:34 Uhr

Kann der HSV gegen Bielefeld Boden gut machen?
Image: Kann der HSV gegen Bielefeld Boden gut machen? © Imago

Am heutigen Sonntag steigt das Spitzenspiel in der 2. Bundesliga zwischen dem Hamburger SV und Arminia Bielefeld (in der Konferenz frei empfangbar auf Sky Sport News HD). Es ist das Duell des Tabellendritten gegen den Spitzenreiter. Wer hat am Ende die Nase vorn? Unsere Reporter Sven Töllner und Christian Akber-Sade mit ihren Meinungen zum Kampf um den Aufstieg.

Sven Töllner: Die höhere Qualität des HSV wird sich durchsetzen

Der HSV hat in Fürth sichtbar hinterlegt, dass er nochmal anpacken will. Vor der Zwangspause war es von allem ein bisschen zu wenig. Der Stolper-Sieg gegen Regensburg hatte zwar Punkte gebracht, aber nicht der Einschätzung den Nährboden entziehen können, dass dem Aufstiegsfavoriten die notwendige Schärfe abhanden gekommen war. Seit dem Wiedereinstieg in den Spielbetrieb sieht die Sache ein bisschen anders aus.

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Und sie hört sich auch ein bisschen anders an. Dieter Heckings öffentlich formulierte Gedankenspiele, zur Not auch ein weiteres Zweitligajahr auf dem Trainerstuhl im Volkspark verbringen zu wollen, hatten Skeptiker als kontraproduktiv bewertet. Seit es wieder um Punkte geht, stellt der erfahrene Trainer immer wieder überdeutlich klar, dass es für den Verein nur ein Ziel geben kann: den Aufstieg.

Der Auftritt in Fürth hat bewiesen, dass diese Aussagen keine heiße Luft sind, sondern rhetorische Orientierungshilfe für seine Profis. Zuvor waren in manchem Steckpass Zweifel zu erkennen gewesen, entscheidende Zweikämpfe zu häufig nicht mit der notwendigen Kompromisslosigkeit zu Ende geführt worden. In Fürth ließen sich Hunt & Co von einem Rückstand nicht in ihrer Überzeugung irritieren, dass die bessere Mannschaft im Ronhof pink gescheckte Trikots trägt, drehten das Spiel bis zum späten und äußerst überflüssigen Ausgleich in der Nachspielzeit.

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B-Jungendtrainer des HSV und ehemaliger Amrinia- & HSV-Profi Bastian Reinhardt spricht über die Favoritenrolle im Spitzenspiel. (Videolänge: 02:37 Minuten)

Die Erleichterung über den stabilen Vortrag überwiegt den Verdruss über den Punktverlust. Dass mit Jeremy Dudziak ein Spieler, der zwar ein paar Wochen gebraucht hat, um anzukommen, mittlerweile aber immer wieder spielentscheidende Aktionen im Repertoire hat, wieder vollständig matchfit ist, gehört zu den (sehr) wenigen positiven Begleiterscheinungen der unerwünschten Unterbrechung.

Zumindest aus Hamburger Sicht. Aus der Bielefelder Perspektive ist Dudziaks Spielfreude, die auch auf die Kollegen ansteckend wirkt, eher ein Alarmsignal. Der HSV tritt beinahe in Bestbesetzung gegen Arminias Überflieger an - ein interessanter Realitätscheck für den mentalitätsstarken Fußball-Mob aus Ostwestfalen. Die besseren Einzelspieler haben die Hamburger. Das war auch im Hinspiel so lange zu beobachten, bis die Hausherren - befeuert vom fantastischen Bielefelder Anhang - immer mutiger und gieriger wurden.

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Hamburgs Aaron Hunt spricht über das Duell mit Arminia Bielefeld vor leeren Rängen. (Videolänge: 00:37 Sekunden)

Die Atmosphäre am Sonntag wird keine der beiden Mannschaften beschweren oder beflügeln können. Die höhere Qualität wird sich durchsetzen, und dafür sorgen, dass sich der HSV nochmal ransaugt und den Abstand auf den Spitzenreiter auf vier Punkte verkürzt. Wäre sicher ein Wirkungstreffer im Aufstiegsrennen!

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Die Partie gegen Osnabrück hat über weite Strecken gezeigt, dass die Mannschaft nichts von ihrer Dominanz verloren hat. Jedoch fehlten nach der langen Pause mit eingeschränktem Training die spielerische Raffinesse und der Zug zum Tor. Dass der späte Ausgleich durch die gleichzeitigen Patzer der Konkurrenz kein schwerer Rückschlag war, kam auch für die Ostwestfalen selbst überraschend.

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Und so hat er dem Team nochmal eines vor Augen geführt: Trotz des komfortablen Vorsprungs, trotz all der Statistiken wird der Aufstieg kein Selbstläufer. Diese Erkenntnis wird der Mannschaft gut tun. Zwar hat die Coronakrise den Bielefelder Flow jäh unterbrochen, die Pause hatte aus sportlicher Sicht allerdings auch etwas Gutes. Denn Andreas Voglsammer ist zurück. Nach seinem Mittelfußbruch im Januar hat der Angreifer die spielfreie Zeit optimal für seine Reha nutzen können. Das Ergebnis: Voglsammer feierte bereits gegen Osnabrück sein Comeback nach Einwechselung.

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Arminia Bielefeld: Torhüter Stefan Ortega über das Spiel beim HSV (Videolänge: 25 Sekunden).

Sein von Athletik geprägtes Spiel kann helfen, zurück in den genannten Flow zu kommen. Der Stürmer wird gegen den HSV sicherlich eine Rolle spielen, Cedrik Brunner wird es dagegen nicht. Der solide Rechtsverteidiger fehlt gelbgesperrt. Es ist davon auszugehen, dass Trainer Uwe Neuhaus Jonathan Clauss auf der rechten Außenbahn zurückzieht. Der Franzose, der Arminia im Sommer verlässt, ist in seiner Zeit beim DSC taktisch gereift und hilft auch auf dieser Position mit seiner Dynamik.

Cebio Soukou oder eben Voglsammer könnten in der Folge in die Startelf rücken. Diese Personalrochade verdeutlicht eine weitere Stärke der Bielefelder. Die Verantwortlichen um Sportgeschäftsführer Samir Arabi haben es geschafft, im Laufe der letzten Transferphasen mehr Tiefe in den Kader zu bringen. Trainer Neuhaus profitiert von dieser Flexibilität. Naturgemäß haben die Ligaschwergewichte Stuttgart und Hamburg auf einigen Position die besseren Individualisten.

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Doch neben der neuen Tiefe im Kader lebt Arminia vor allem von einem: dem Teamgeist. Kaum eine Mannschaft in der zweiten Liga steht so für sich ein wie der DSC - Comebackqualitäten inklusive. Nicht zuletzt daher wird die Mannschaft um Kapitän Fabian Klos auch im leeren Hamburger Volkspark bestehen und bald die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga feiern können.

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