Zum Inhalte wechseln

Änis Ben-Hatira sagte dem FC Bayern München ab

Absage an Bayern: Deshalb wechselte Ben-Hatira zum HSV

Daniel Becker

23.03.2020 | 19:28 Uhr

Änis Ben-Hatira stand von 2006 bis 2011 beim HSV unter Vertrag.
Image: Änis Ben-Hatira stand von 2006 bis 2011 beim HSV unter Vertrag. © Getty

Änis Ben-Hatira spielt aktuell in der Zweiten Liga beim Karlsruher SC. Zuvor war der 31-jährige Tunesier in Deutschland unter anderem bei Eintracht Frankfurt und dem Hamburger SV aktiv – wäre aber fast beim FC Bayern gelandet.

Er hat den Tag noch ganz genau im Gedächtnis: am 10. Oktober 2005 erhielt Änis Ben-Hatira einen Anruf von Herrmann Gerland. Zunächst hielt der gebürtige Berliner diesen für einen Scherz. "Zu der Zeit hatte ich so viele Angebote, viele Vereine haben sich gemeldet. Freunde von mir haben sich dann gern mal einen Telefonstreich erlaubt und sich als Scout oder Manager ausgegeben", verrät der KSC-Profi im Inteview mit transfermarkt.de.

ZUM DURCHKLICKEN: Kuriose Beinahe-Transfers

  1. -
    Image: Marek Hamsik wäre 2016 fast bei Borussia Dortmund gelandet. Das verriet der Slowake der Sport Bild. © Imago
  2. -
    Image: Die Gespräche seien nicht einfach gewesen, da der BVB erst Spieler verkaufen wollte. ''Das hat sich bis in den August gezogen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon die Vorbereitung mit Neapel begonnen und wollte nicht mehr weg'', erklärte Hamsik. © Imago
  3. Angel di Maria wäre fast beim 1. FC Köln gelandet. Das verriet der ehemalige FC-Trainer Christoph Daum in seiner Autobiografie.
    Image: Angel di Maria wäre fast beim 1. FC Köln gelandet. Das verriet der ehemalige FC-Trainer Christoph Daum in seiner Autobiografie. © DPA pa
  4. Daum wollte 2007 den damals 18-Jährigen ins Rheinland holen. Der Transfer kam wegen der Tabellensituation der Kölner nicht zustande.
    Image: Daum wollte 2007 den damals 18-Jährigen ins Rheinland holen. Der Transfer kam wegen der Tabellensituation der Kölner nicht zustande. © DPA pa
  5. -
    Image: 2006 spielte der HSV noch in der Champions League und hätte damals fast Marcelo von Fluminense Rio de Janeiro verpflichtet. ''Ich habe mich mit Marcelo und seinem Vater in Rio getroffen'', bestätigte Dietmar Beiersdorfer in der Sport Bild. © Imago
  6. -
    Image: Der Transfer kam aber nie zustande. ''Damals haben wir uns noch schwer getan, eine mittlere Millionen-Summe für einen jungen Linksverteidiger auszugeben'', erinnert sich Beiersdorfer. So schlug Real Madrid zu - für schlappe 6,5 Millionen Euro. © Imago
  7. David Odonkor wäre beinahe Teamkollege von Philipp Lahm (r.) geworden. Gegenüber der 'Bild' verriet der ehemalige Außenstürmer von Borussia Dortmund, dass ihn Uli Hoeneß nach der WM 2006 zum FC Bayern München holen wollte. Allerdings ...
    Image: Um ein Haar wäre David Odonkor Teamkollege von Philipp Lahm (r.) geworden. Gegenüber der Bild gab er bekannt, dass ihn Uli Hoeneß nach der WM 2006 holen wollte. Allerdings... © DPA pa
  8. -
    Image: ...habe der damalige Bayern-Trainer Felix Magath sein Veto eingelegt. ''Uli wollte mich, Magath aber nicht'', sagte der WM-Held von 2006, der stattdessen dann zu Betis Sevilla wechselte.  © Imago
  9. -
    Image: Ex-HSV-Trainer Martin Jol wollte Gareth Bale 2008 zum HSV holen. Der Niederländer trainierte den Youngster zuvor bei Tottenham. ''Die Spurs boten mir Bale an, als ich nach Hamburg gegangen bin'', sagte er dem englischen Radiosender Talksport. © DPA pa
  10. -
    Image: Die Rothosen hätten das damals 18-jährige Mega-Talent für rund sieben Millionen Euro verpflichten können, doch den Norddeutschen war der Waliser zu teuer. 2013 wechselte er dann für 101 Millionen Euro zu Real Madrid. © DPA pa
  11. -
    Image: Kaka wäre ebenfalls fast in der Bundesliga gelandet. Bayer Leverkusen beobachtete den Brasilianer 2002 bei einem U21-Turnier und war beeindruckt von den Qualitäten des Mittelfeldmannes. Die Werkself gab nach Angaben des heute 37-Jährigen ein ... © Imago
  12. -
    Image: ... konkretes Angebot ab, doch der FC Sao Paulo lehnte ab. So wechselte Kaka 2003 zum AC Milan, wo er vier Jahre später zum Weltfußballer ausgezeichnet wurde. © Imago
  13. Der VfB Stuttgart stand 1994 kurz davor, einen der besten Stürmer aller Zeiten zu verpflichten. Ralf Rangnick, damaliger A-Jugendtrainer, flog nach Brasilien, um Ronaldo unter die Lupe zu nehmen udn war begeistert vom 16-jährigen Ausnahmetalent.
    Image: Der VfB Stuttgart stand 1994 kurz davor, einen der besten Stürmer aller Zeiten zu verpflichten. Ralf Rangnick, damaliger A-Jugendtrainer, flog nach Brasilien, um Ronaldo unter die Lupe zu nehmen und war begeistert vom 17-jährigen Ausnahmetalent. © DPA pa
  14. -
    Image: Allerdings forderte Cruzeiro Belo Horizonte rund fünf Millionen Dollar - zu viel Geld für die Schwaben. Ronaldo wechselte daraufhin zur PSV Eindhoven und startete dort eine Weltkarriere. © Imago
  15. -
    Image: Petr Cech absolvierte 2001 ein Probetraining bei Werder Bremen. Der damals 18-Jährige hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Norddeutschen, allerdings war Manager Klaus Allofs die aufgerufene Ablösesumme von rund 600.000 Euro zu hoch. © DPA pa
  16. -
    Image: Drei Jahre später wechselte der Schlussmann zum FC Chelsea, 2015 zum FC Arsenal, wo er 2019 die Fußballschuhe an den Nagel hing. © DPA pa
  17. -
    Image: Der FC Bayern hätte Raphael Varane 2011 für vier bis fünf Millionen Euro haben können. Das verriet Willy Sagnol, damals Scout beim FCB, gegenüber RMC Sport. Doch die Münchner schlugen nicht zu und holten stattdessen Jerome Boateng für 13,5 Millionen. © Imago
  18. -
    Image: Varane landete 2011 bei Real Madrid und holte mit den Königlichen zahlreiche Titel. Jose Mourinho verpflichtete ihn für zehn Millionen Euro. © Imago
  19. -
    Image: Gerhard Tremmel stand 2009 kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern. Der Keeper, damals bei Energie Cottbus, sollte als neue Nummer zwei zum Rekordmeister kommen. © DPA pa
  20. -
    Image: ''Aber Michael Rensing entschied sich, dann wieder auf die Bank zu setzen. Das wäre in dem Moment eigentlich mein Platz gewesen. Aber die Bayern wollten keine Unruhe reinbringen'', so Tremmel im Kicker. Er spielte später unter anderem für Swansea. © DPA pa
  21. -
    Image: Ronaldinho verzauberte die Fußball-Welt ab 2003 beim FC Barcelona. Zwei Jahre zuvor warb auch Borussia Dortmund intensiv um ihn. Er entschied sich aber letztlich für einen anderen Klub ... © Imago
  22. -
    Image: ... Paris Saint-Germain. Ronaldinho wollte nicht zum BVB. ''Der Sprung nach Dortmund wäre mir etwas zu groß gewesen'', sagte der Brasilianer, der bis 2001 für Gremio spielte. Der BVB hatte damals Stars wie Amoroso, Rosicky oder Koller im Kader. © Imago
  23. -
    Image: Edwin van der Sar stand 2001 bei Juventus zwischen den Pfosten, suchte aber einen neuen Verein. ''Ich hatte zwei Möglichkeiten und hätte nach Liverpool oder Dortmund wechseln können'', so der Niederländer zu t-online.de. © Imago
  24. -
    Image: ''Beide Vereine haben etwas gezögert, also habe ich mich letzten Endes für Fulham entschieden'', sagte der Keeper, der 2008 mit Manchester United nochmals die Champions League gewann, nachdem er bereits 1995 mit Ajax triumphierte. © Imago
  25. Ulf Kirsten (1989, Leverkusen – Inter): Die Vereine waren sich einig. Inter stellte dem Stürmer sogar einen Privatjet, um zu Verhandlungen nach Mailand zu fliegen. Großes Problem war Kirstens panische Flugangst, sodass der Wechsel noch scheiterte.
    Image: Ulf Kirsten (1989, Leverkusen – Inter): Die Vereine waren sich einig. Inter stellte dem Stürmer sogar einen Privatjet, um zu Verhandlungen nach Mailand zu fliegen. Großes Problem war Kirstens panische Flugangst, sodass der Wechsel noch scheiterte. © Imago
  26. Andreas Köpke (1996, Frankfurt – VfB): Der amtierende Europameister einigt sich mit dem VfB, wird kurz darauf als Neuzugang präsentiert. Plötzlicher Sinneswandel, zu Barca wechseln zu wollen. Das zerschlägt sich, so wird es eben Olympique Marseille.
    Image: Andreas Köpke (1996, Frankfurt – VfB): Der amtierende Europameister einigt sich mit dem VfB, wird kurz darauf als Neuzugang präsentiert. Plötzlicher Sinneswandel, zu Barca wechseln zu wollen. Das zerschlägt sich, so wird es eben Olympique Marseille. © Imago
  27. Valdas Ivanauskas (1997, HSV – Wolfsburg): Der Wechsel des Litauers in die Autostadt scheitert am Veto von Frau Beatrix: "Valdas, ich liebe dich, aber ich kann nicht in Wolfsburg leben." Geht schließlich nach Salzburg zum Vorgänger-Klub von Red Bull.
    Image: Valdas Ivanauskas (1997, HSV – Wolfsburg): Der Wechsel des Litauers in die Autostadt scheitert am Veto von Frau Beatrix: "Valdas, ich liebe dich, aber ich kann nicht in Wolfsburg leben." Geht schließlich nach Salzburg zum Vorgänger-Klub von Red Bull. © Imago
  28. Rafael van der Vaart (2007, HSV – Valencia): Als Druckmittel für die Verhandlungen lässt sich der Niederländer mit dem Trikot der „Fledermäuse“ ablichten. Zu vorschnell, es kommt zu keiner Einigung. Die Fans verzeihen ihm, später der Wechsel zu Real.
    Image: Rafael van der Vaart (2007, HSV – Valencia): Als Druckmittel für die Verhandlungen lässt sich der Niederländer mit dem Trikot der „Fledermäuse“ ablichten. Zu vorschnell, es kommt zu keiner Einigung. Die Fans verzeihen ihm, später der Wechsel zu Real. © Imago
  29. Eric Maxim Choupo-Moting (2011, HSV – Köln): Parteien sind sich einig, Details bereits ausgehandelt. Dann ein Faxstau, wichtige Unterlagen landen zu spät bei der DFL. Ganze 14 Minuten verhindern einen Transfer, die Statuten lassen keine Ausnahme zu.
    Image: Eric Maxim Choupo-Moting (2011, HSV – Köln): Parteien sind sich einig, Details bereits ausgehandelt. Dann ein Faxstau, wichtige Unterlagen landen zu spät bei der DFL. Ganze 14 Minuten verhindern einen Transfer, die Statuten lassen keine Ausnahme zu. © Imago
  30. Sadio Mane (2013, RB Salzburg – BVB): Der Senegalese traf sich mit BVB-Coach Jürgen Klopp und trug dabei ausgefallene Klamotten sowie eine Kappe. Das hat Klopp abgeschreckt: „Er sah aus wie ein Rapper. Ich dachte mir: ‚Für sowas habe ich keine Zeit.“
    Image: Sadio Mane (2013, RB Salzburg – BVB): Der Senegalese traf sich mit BVB-Coach Jürgen Klopp, trug dabei ausgefallene Klamotten und eine Kappe. Das hat Klopp abgeschreckt: ''Er sah aus wie ein Rapper. Ich dachte mir: 'Für sowas habe ich keine Zeit.''' © Imago
  31. Isco (2013, Malaga – ManU): Scouts der Red Devils beobachten den aufstrebenden Spanier, raten in ihrem Bericht aber von einer Verpflichtung ab. Die kuriose Begründung: Sein Kopf sei im Vergleich zum Körper zu groß - eine fatale Fehleinschätzung.
    Image: Isco (2013, Malaga – ManU): Scouts der Red Devils beobachten den aufstrebenden Spanier, raten in ihrem Bericht aber von einer Verpflichtung ab. Die kuriose Begründung: Sein Kopf sei im Vergleich zum Körper zu groß - eine fatale Fehleinschätzung.  © Imago
  32. David de Gea (2015, ManU – Real): Spanier stand vor einem Wechsel nach Madrid. Unterlagen sind zu spät beim Verband, weil Real-Keeper Keylor Navas, der im Gegenzug auf die Insel soll, bei Vertragsdetails zu lange braucht. Am Ende wechselt keiner.
    Image: David de Gea (2015, ManU – Real): Spanier stand vor einem Wechsel nach Madrid. Unterlagen sind zu spät beim Verband, weil Real-Keeper Keylor Navas, der im Gegenzug auf die Insel soll, bei Vertragsdetails zu lange braucht. Am Ende wechselt keiner. © Imago
  33. Nikola Maksimovic (2016, FC Turin – Neapel): Der Serbe, im Flieger auf dem Weg zum Medizincheck, wurde in Frankfurt angehalten. Grund war eine Sicherheitspanne, der Transfer stand auf der Kippe. Am Ende wechselt der 
 Verteidiger ohne Untersuchung.
    Image: Nikola Maksimovic (2016, FC Turin – Neapel): Der Serbe, im Flieger auf dem Weg zum Medizincheck, wurde in Frankfurt angehalten. Grund war eine Sicherheitspanne, der Transfer stand auf der Kippe. Am Ende wechselt der Verteidiger ohne Untersuchung. © Imago
  34. Sekou Sanogo (Bern – HSV): Sechser ist sich mit den Hanseaten einig. Der Wechsel scheitert am Ende nicht an einem kaputten Faxgerät, sondern an einer zu spät versendeten E-Mail. Bern weißt jede Schuld von sich, der HSV vermutet dahinter ein System.
    Image: Sekou Sanogo (Bern – HSV): Sechser ist sich mit den Hanseaten einig. Der Wechsel scheitert am Ende nicht an einem kaputten Faxgerät, sondern an einer zu spät versendeten E-Mail. Bern weißt jede Schuld von sich, der HSV vermutet dahinter ein System.  © Imago
  35. Kevin Großkreutz (2017, BVB – Galatasaray): Bei der Vertragsunterzeichnung vergisst der Klub die entscheidende Unterschrift. Großkreutz macht in sechs Monaten am Bosporus kein einziges Pflichtspiel, zurück in Deutschland wechselt er später zum VfB.
    Image: Kevin Großkreutz (2017, BVB – Galatasaray): Bei der Vertragsunterzeichnung vergisst der Klub die entscheidende Unterschrift. Großkreutz macht in sechs Monaten am Bosporus kein einziges Pflichtspiel, zurück in Deutschland wechselt er später zum VfB. © Imago
  36. Adrien Silva (2017, Sporting – Leicester): Portugiese sollte zu den Foxes wechseln, die Vereine waren sich bereits einig. Ein Extremfall von zu spät eingereichten Transfer-Unterlagen: Wegen 14 Sekunden (!) gab es die Spielberechtigung erst ab Januar.
    Image: Adrien Silva (2017, Sporting – Leicester): Portugiese sollte zu den Foxes wechseln, die Vereine waren sich bereits einig. Ein Extremfall von zu spät eingereichten Transfer-Unterlagen: Wegen 14 Sekunden (!) gab es die Spielberechtigung erst ab Januar. © Imago
  37. Sergio Cordova (2017, Caracas - VfB): Der Venezolaner wird beim VfB gehandelt. Als ein Foto des Stürmers am Stuttgarter Flughafen auftaucht, sind die Fans euphorisiert und in freudiger Erwartung. Am Abend wird er beim FCA als Neuzugang vorgestellt...
    Image: Sergio Cordova (2017, Caracas - VfB): Der Venezolaner wird beim VfB gehandelt. Als ein Foto des Stürmers am Stuttgarter Flughafen auftaucht, sind die Fans euphorisiert und in freudiger Erwartung. Am Abend wird er beim FCA als Neuzugang vorgestellt... © Imago

Dass das Ganze kein Scherz war, merkte Ben-Hatira, als das Telefon ein zweites Mal klingelte und er realisierte, dass die Nummer keinem seiner Freunde gehörte.

Deshalb ist Ben-Hatira zum HSV gewechselt

Weiter erzählt der elfmalige Nationalspieler Tunesiens, dass er bereits in München weilte und ein Transfer kurz vor dem Abschluss stand. Doch dann grätschte der HSV dazwischen. Ben-Hatira reiste direkt aus der bayerischen Landeshauptstadt in den hohen Norden. "Ich war damals so geflasht vom HSV, als Thomas Doll Trainer und Didi Beiersdorfer Manager waren. Das coole Stadion, der Kabinentrakt, die Spieler: All das hat mir imponiert", erklärt der Offensiv-Mann seine kurzfristige Absage an den FC Bayern.

Sky und Netflix – zum besten Preis

Sky und Netflix – zum besten Preis

Mit Entertainment Plus die besten Serien von Sky und alle Inhalte von Netflix zu einem unschlagbaren Angebot sichern. Netflix-Standard-Abo im Wert von € 11,99 inklusive.

Heute würde Ben-Hatira eventuell eine andere Entscheidung treffen. "Hätte ich zu dem Zeitpunkt einen erfahrenen Berater gehabt, hätte ich mich vielleicht anders entschieden", beäugt er seine Entscheidung heute kritisch.

Mehr zum Autor Daniel Becker

Weiterempfehlen: