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Bayer Leverkusen News: Ein Titel zum Abschied von Rudi Völler möglich?

Ära von "Rudi Riese" bei Bayer endet - mit einem Titel zum Abschied?

Robert Gherda

30.08.2021 | 19:52 Uhr

Rudi Völler hört im Sommer bei Bayer Leverkusen auf.
Image: Rudi Völler hört im Sommer bei Bayer Leverkusen auf.  © Imago

Rudi Völler hört im Sommer bei Bayer Leverkusen auf. In seiner Zeit in verantwortlicher Position hat er bei der Werkself viel bewegt und erreicht. Ein Titel war aber nicht dabei. Klappt es in dieser Saison? Die Vorzeichen stehen besser als man meinen könnte.

Als Bayer Leverkusen Rudi Völler 1994 im zarten Alter von 34 Jahren verpflichtete, dachten die meisten Experten und Fans, dass es sich um eine reine PR-Maßnahme handeln würde, um den Werksklub sympathischer wirken zu lassen. Ob man die Leverkusener nun mit Rudi Riese sympathischer findet als ohne muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden, aber klar ist knapp drei Jahrzehnte später: Die Verpflichtung des 90-fachen Nationalspielers war für Bayer ein wahrer Glücksgriff und weit mehr als eine PR-Maßnahme.

Zwei Jahre lang zeigte er noch auf dem Platz, dass auf den Torriecher auch im hohen Alter noch Verlass war, stieg dann nach seinem Karriereende 1996 als Sportdirektor bei den Rheinländern ein und steuerte seitdem mit einer Unterbrechung die Geschehnisse der Werkself. Von 2000 bis 2004 übernahm er die Nationalmannschaft als Teamchef, kehrte aber 2005 zu Bayer zurück und prägte den Klub wie kein anderer.

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Völler etabliert Leverkusen als Spitzenteam

Unter Völler spielte Leverkusen fast jedes Jahr um die internationalen Plätze und dem mittlerweile 61-Jährigen gelang es auch, eine Spielidee im Verein zu implementieren. Nur zu einem Titel reichte es nicht - die größte Chance bot sich ausgerechnet zu der Zeit, als Völler beim DFB angestellt war.

Die auch von ihm noch zusammengestellte Truppe mit Spielern wie Michael Ballack, Emerson, Lucio, Ze Roberto oder auch Ulf Kirsten war 2002 sowohl im Endspiel der Champions League als auch im Finale des DFB-Pokals und führte bis zum letzten Spieltag die Bundesliga an, musste aber am Ende den anderen beim jubeln zusehen.

"So eine Mannschaft wird es bei Bayer Leverkusen nicht wieder geben. Da war Leverkusen die beste Mannschaft in Deutschland und dass man es da nicht geschafft hat, Deutscher Meister zu werden, das war fast ein Unding", erinnert sich Völler bei Sky90 - die Fußballdebatte. Und weiter: "Du warst auf allen drei Hochzeiten, hast aber die Endspiele verloren. Das war schade, denn da hatte man es verdient, aber es ist halt nicht passiert, das muss man korrekterweise sagen."

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Rudi Völler blickt auf seine Zeit in Leverkusen zurück und verrät seine Ziele (Videodauer: 1:47 Minuten)

Völler träumt von einem Pokalfinale

Nach dieser Spielzeit hört Völler nun in Leverkusen auf und die Fans hoffen natürlich, dass sich Weltmeister von 1990 mit einem Titel verabschieden kann. Der Saisonstart ist jedenfalls gelungen. Im Pokal zog man souverän in die 2. Runde ein und in der Liga steht man nach zwei Kantersiegen zuletzt mit sieben Punkten auch bestens da.

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Völler bremst die Erwartungen aber erstmal - zumindest was die Meisterschaft angeht: "Natürlich wäre ein Titel wunderbar, aber natürlich muss man sagen, dass es in der Bundesliga natürlich schwierig ist. Wir wären jetzt im zehnten Meisterjahr, wenn die Bayern den Titel wieder holen - dann hat es eben nicht nur Bayer Leverkusen nicht geschafft, sondern auch Dortmund nicht und viele anderen auch nicht", so der gebürtige Hanauer in der Talkshow auf Sky.

Und doch hat er ein klares Ziel in seiner letzten Saison in verantwortlicher Position: "Ein Wermutstropfen der letzten Jahre ist sicherlich, dass wir es nicht geschafft haben, in der Europa League - oder auch in der Champions League - etwas weiter zu kommen. Und natürlich auch im Pokal. Das ärgert mich, denn da muss ein Klub wie Bayer Leverkusen besser abschneiden", so Völler und schiebt hinterher:

"Meisterschaft ist immer schwierig, aber in der Europa League und eben im Pokal wollen wir dieses Jahr sehr weit kommen. Ein Pokalfinale zum Schluss würde mir natürlich gefallen."

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Ist die Meisterschaft möglich?

Doch vielleicht klappt es ja sogar mit der Schale, denn der neue Trainer weiß zumindest wie man Meister wird. Gerardo Seoane holte zuletzt dreimal in Serie den Titel in der Schweiz mit den Young Boys Bern und beendete damit zusammen mit dem aktuellen Gladbach-Trainer Adi Hütter, der den Hauptstadtklub 2017/18 zum Titel führte, endgültig die lange Dominanz des FC Basel.

Ob es Seoane auch gelingt den deutschen FCB abzulösen, werden die kommenden Monate zeigen, aber Parallelen zwischen seinen Klubs erkennt der neue Coach auf jeden Fall: "Was sehr ähnlich ist, dass man auf talentierte Spieler setzt mit einem Potenzial, sich weiter zu entwickeln. Wie in Bern gibt es hier eine offene und gute Kommunikation mit der sportlichen Führung", erklärt der 42-Jährige im Exklusiv-Interview mit Sky Sport.

Und weiter: "Man muss nicht immer bei der Kaderplanung der gleichen Meinung sein, aber ein guter Austausch ist wichtig, dass man diese Reibung auch ein wenig sucht, um den nächsten Schritt zu gehen und bisher hat das sehr Spaß gemacht."

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Auch Völler ist voll des Lobes für den neuen Trainer und ist sicher, endlich die Idealbesetzung gefunden zu haben: Der Geschäftsführer lobt vor allem "die Art und Weise, wie er trainiert und mit den Spielern umgeht". Das Sprachtalent, das fast jeden Spieler in seiner Sprache ansprechen kann, würde auch Probleme direkt und kritisch ansprechen, betont Völler.

Kader lässt keine Wünsche übrig

Und auch der Kader lässt aktuell keine Wünsche übrig. Völler und Sportdirektor Simon Rolfes haben nach den teuren Verkäufen von Leon Bailey und vor allem Kai Havertz eine Mannschaft zusammengestellt, die doppelte Qualität auf jeder Position mitbringt. Vor Torhüter und Kapitän Lukas Hradecky hat Seoane in der Innenverteidigung mit den Neuzugängen Odilon Kossounou und Piero Hincapie sowie Jonathan Tah und dem aktuell noch verletzten Edmond Tabsoba gleich vier hochkarätige Optionen.

Links streiten sich Mitchel Bakker und Daley Singraven um eine Position, rechts demonstriert aktuell Jeremie Frimpong seine Klasse und in der Rückrunde wird auch Timothy Fosu-Mensah nach seinem Kreuzbandriss zurückerwartet.

Auch der Angriff ist mit Patrik Schick und Lucas Alario doppelt besetzt, aber am größten ist die Konkurrenz im Mittelfeld, wo es vor allem im Zentrum ein Hauen und Stechen um die Plätze gibt.

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Unglaubliche Konkurrenz im Mittelfeld

Charles Aranguiz, Julian Baumgartlinger, Copa-America-Sieger Exequiel Palacios, Neuzugang Robert Andrich und Kerem Demirbay kämpfen um gerade einmal zwei Plätze. Letztgenannter kann zwar auch etwas weiter vorne spielen, aber dort ist die Konkurrenz mit Nadiem Amiri, Paulinho, Moussa Diaby und Amine Adli, an dem auch die Bayern dran waren, nicht wirklich geringer.

Und dann gibt es noch Supertalent Florian Wirtz, der im ersten Kader von Bundestrainer Hansi Flick steht und mit gerade einmal 18 Jahren wohl sein Debüt in den kommenden Tagen feiern wird. In der Bundesliga kam er zuletzt zweimal von der Bank, weil er sich in der Vorbereitung eine kleinere Blessur zuzog. Leistungsnachweis in bislang 34 Minuten? Ein Tor, zwei Vorlagen und die Gewissheit, nach der Pause gesetzt zu sein.

Wenig überraschend schwärmt auch Völler vom Teenager: "Er hat im letzten halben Jahr auch Muskulatur zugelegt und ist kräftiger geworden. Das ist wichtig. Er sucht noch seine perfekte Position - ähnlich wie bei Kai Havertz - denn er kann auf der zehn spielen oder von links oder rechts kommen. Aber er ist ein wunderbarer Kicker und wir sind froh, dass wir ihn haben."

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Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler erklärt, was den Youngster ausmacht (Videodauer:10:07 Minuten).

Matthäus ist begeistert

Auch Lothar Matthäus ist begeistert von der Mannschaft: "Man hatte von außen das Gefühl, dass man die Bender-Zwillinge nicht so leicht ersetzen kann. Aber das hat bisher sehr gut funktioniert. Die zwei Sechser arbeiten sehr aggressiv gegen den Ball, die Offensivspieler kommen rechtzeitig zurück und man steht somit kompakt in der Defensive. Und dann hat man natürlich die Geschwindigkeit über außen und vorne einen Schick, der vor Selbstvertrauen strotzt", so der Sky Experte und ergänzt:

"Es passt einfach alles und ich wünsche es Rudi und Leverkusen, dass es auch mal über die Saison hin klappt. Die Vorzeichen sind gut, denn der Kader ist auch in der Breite sehr sehr gut besetzt."

Ein weiterer Fingerzeig, ob die Werkself in dieser Spielzeit wirklich etwas erreichen kann, wird das erste Spiel nach der Länderspielpause, wenn der BVB in der BayArena zu Gast ist. Rudi Völler wird genau hinsehen.

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