Bayern im Rückspiel ohne Kimmich: Vorteil Liverpool?
Kimmich fehlt im Rückspiel gegen Liverpool gelb-gesperrt
21.02.2019 | 13:32 Uhr
Nach dem 0:0 im Achtelfinalhinspiel der Champions League beim FC Liverpool herrschte beim FC Bayern beste Stimmung. Einziger Wermutstropfen: die dritte Gelbe Karte für Joshua Kimmich.
Der 24-Jährige wird damit im Rückspiel im München am 13. März (live und exklusiv auf Sky Sport HD) gesperrt fehlen. Aber wie schwer wiegt der Ausfall des etatmäßigen Rechtsverteidigers?
Hargreaves: "Diese Gelbe Karte könnte alles verändern"
"Kimmich ist wohl der beste Spieler der letzten zwei Saisons. Heute hat er wie ein richtiger deutscher Außenverteidiger gespielt", sagte Ex-Bayer Owen Hargreaves als Experte bei BT Sport: "Diese Gelbe Karte könnte alles verändern, denn sie müssen zu Hause treffen, und er ist der zuverlässigste Vorlagengeber."
"Er wird ein großer Verlust für sie sein, aber Rafinha wird reinkommen, er hat Erfahrung", relativierte Rio Ferdinand. Gleichzeitig schob der ehemalige englische Nationalspieler nach: "Aber es stimmt, Kimmich ist einer ihrer besten Spieler. Man hat seine Intelligenz gesehen, der Angriff ist seine größte Stärke, aber heute wurde ihm gesagt, er soll hinten bleiben."
Slomka vertraut Rafinha als Kimmich-Ersatz
Also wird im Rückspiel einiges von Rafinha abhängen, der Kimmich vertreten dürfte. Geht es nach Mirko Slomka, wird der Brasilianer den gesperrten Kimmich gleichwertig ersetzen. Slomka hatte Rafinha beim FC Schalke trainiert und gerät bei seiner Persönlichkeit ins Schwärmen.
"Er hat sich unglaublich entwickelt - auch bei den Bayern. Ich hatte bei Schalke große Freude mit ihm. Er ist ein sehr lebenslustiger Mensch, ein sehr wissbegieriger Junge. Das hat er auch bei den Bayern gezeigt", sagt Slomka im Gespräch mit skysport.de.
Und weiter: "Ich finde, auf der Position gibt es kaum einen besseren als Rafinha, weil er taktische Disziplin genauso hat wie das Spiel nach vorne. Und zudem eine Härte und so eine Frechheit im Zweikampf. Das wird den Bayern im Rückspiel gut tun. Natürlich ist Joshua Kimmich ein besonderer Spieler, weil er einen Tick schneller und einen Tick dynamischer ist. Aber ich glaube, dass Rafinha es genauso gut machen wird, wie Kimmich im Hinspiel."
Auf Rafinha kann man sich zu 1000 Prozent verlassen
Das beweist auch der Blick in die Statistik: Seit der Saison 2017/18 stand der 33-jährige Rafinha in 37 Pflichtspielen in der Startelf der Bayern. Die Bilanz: 27 Siege, sechs Remis, vier Niederlagen. Das macht eine Siegquote von 73 Prozent.
Außerdem wisse jeder, dass man sich auf ihn verlassen könne, führt Slomka weiter aus. "Und das ist das Allerwichtigste, dass der Mitspieler weiß, ich kann mich auf den Spieler an meiner Seite hinter oder vor mir verlassen. Und das kann man bei Rafinha zu 1000 Prozent."
55:45 für Bayern
Das 0:0 im Hinspiel sieht der Ex-Bundesliga-Trainer als "ein sehr gefährliches Ergebnis."
Slomka: "Am Dienstag konnten sie sich auf die Defensive konzentrieren. Das war taktisch sehr clever von Niko Kovac. Aber jetzt muss man im Rückspiel natürlich auch auf ein Tor spielen, zumindest irgendwann mal. Und dann gibt es mehr Räume für das Liverpooler Sturmtrio Salah, Mane und Firmino. Es ist ein ganz, ganz gefährliches Ergebnis, dadurch, dass man auswärts keinen Treffer erzielen konnte."
Dennoch sieht der 51-Jährige den FC Bayern leicht vorne, wenn es um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League geht. "Ich glaube, dass der Heimvorteil auch in die Waagschale zu werfen ist. In der Allianz Arena verlieren die Bayern ziemlich selten. Ich hoffe, dass es so bleibt und die Bayern weiterkommen. Das wäre für den deutschen Fußball fantastisch. Deswegen sage ich: Die Chancen stehen 55:45 für die Bayern."