Bayern München und VfL Wolfsburg lehnen Playoffs in der Frauen-Bundesliga ab
Bayern München und VfL Wolfsburg haben sich klar gegen die geplante Einführung von Playoffs in der Frauen-Bundesliga positioniert. Beide Klubs sehen Nachteile für die sportliche Fairness und die Belastung der Spielerinnen.
12.08.2026 | 08:17 Uhr
Die Diskussion um Playoffs in der Frauen-Bundesliga nimmt Fahrt auf. Die beiden Topklubs Bayern München und VfL Wolfsburg warnen vor einer Abwertung der Liga-Saison.
Die Topklubs Bayern München und VfL Wolfsburg haben sich gegen eine mögliche Einführung von Playoffs in der Frauen-Bundesliga (FBL) ausgesprochen. "Playoffs bedeuten eine Abwertung der Liga und der zuvor absolvierten Saison. Der Versuch, die Attraktivität der Liga allein durch K.-o.-Spiele am Saisonende zu steigern, greift aus unserer Sicht zu kurz", sagte Bayerns Frauenfußballchefin Bianca Rech der Sport Bild.
Ähnlich klang Wolfsburgs Geschäftsführer Dieter Hecking: "Um die Erlöse aus der Vermarktung der TV-Rechte signifikant zu steigern, müssen wir auch über kreative, innovative Ansätze nachdenken. Das steht außer Frage. Die Einführung von Playoffs ist aus unserer Sicht aber eher ein kontraproduktiver Eingriff in den Wettbewerb. Die Liga-Phase verliert sportlich an Wert, und es ist möglich, dass nicht die beste Mannschaft der Saison Meister wird. Das kann nicht im Sinne des Sports sein."
Warnung vor Überbelastung
Ende Juli hatte die Sport Bild über die Gedankenspiele innerhalb der FBL berichtet. Von Playoffs und einer Abstiegsrelegation verspricht sich die Ligaführung höhere Gebote bei der Vergabe der TV-Rechte. Die aktuellen TV-Verträge mit ARD, ZDF, MagentaTV, DAZN, Sport1 und Sky Sport laufen seit der Saison 2024/25 und bringen den 14 Klubs jährlich 5,2 Millionen Euro ein. Die nächsten TV-Rechte werden nur für zwei statt wie bisher für vier Saisons verkauft. Die finale Entscheidung darüber wird am 30. November auf der Mitgliederversammlung der Klubs erwartet.
Sowohl Rech als auch Hecking warnten derweil vor einer Überbelastung. "Die Playoffs würden in eine Phase der Saison fallen, in der insbesondere die Top-Spielerinnen bereits physisch extrem gefordert sind", so Hecking. Er sei gespannt, "wie sich die Playoffs im ohnehin schon vollgepackten Rahmenterminkalender darstellen lassen." Laut Rech sei die Schonung der Spielerinnen ein Grund dafür gewesen, "dass auch viele andere Top-Ligen am Ende zu dem Schluss gekommen sind, keine Playoffs einzuführen."
Rech verwies zudem auf die Verdienste der Topklubs für den deutschen Frauenfußball. "Es sind die deutschen Topklubs, die durch gute Ergebnisse in den europäischen Wettbewerben dafür sorgen, dass wir möglichst viele Startplätze in der Champions League erhalten. So bleibt unsere Liga für internationale Top-Spielerinnen attraktiv, und alle Vereine profitieren davon auf mehreren Ebenen. Sollen ausgerechnet jene Klubs und Spielerinnen, die den deutschen Frauenfußball in der K.-o.-Phase der Champions League international vertreten, zusätzliche Spiele zugemutet werden?", sagte die 45-Jährige.
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