Bellarabi im Glück: Die längsten Sperren der Bundesliga
Bellarabi in unguter Gesellschaft
von Norbert Obkircher
25.09.2018 | 23:29 Uhr
Karim Bellarabi wurde für sein Foul gegen Rafinha für vier Spiele gesperrt. Damit ist er noch glimpflich davongekommen. Skysport.de zeigt die längsten Sperren der Bundesliga.
Mit einem üblen Tritt gegen Bayerns Rafinha zog sich Karim Bellarabi von Bayer Leverkusen den Zorn der Münchner Klubführung zu. Uli Hoeneß tobte nach dem harten Foul, bei dem sich der Verteidiger einen Bänderriss zuzog. Er schmähte den Übeltäter nicht nur als "geisteskrank" sondern forderte auch eine drakonische Strafe: "Der gehört drei Monate gesperrt - wegen Dummheit!", wütete der Bayern-Boss.
Das DFB-Sportgericht hat Bellarabi mit einer Sperre von vier Spielen belegt und zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Damit hatte der Mittelfeldspieler noch Glück. In der Liste der längsten Sperren findet sich etwa Paolo Guerrero. Mit 30 Metern Anlauf sprang der Peruaner 2012 Keeper Sven Ulreich an der Eckfahne von hinten in die Beine - und durfte die folgenden acht Wochen pausieren.
Bildergalerie: Die Rekordsperren der Bundesliga
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Image: Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach erhält nach seiner Spuckattacke gegen Stefan Posch eine Sperre von fünf Spielen plus eines auf Bewährung. Eine lange Sperre, die allerdings von so manchem Bundesliga-Rüpel übertroffen wird. © DPA pa -
Image: Frankfurts David Abraham stößt Freiburg-Trainer Christian Streich im November 2019 im Sprint um. Nach einem darauffolgenden Gedränge sah Abraham die Rote Karte. Streich nahm es mit Humor, was dem Spieler allerdings nicht half. Sperre: sieben Wochen. © Imago -
Image: Frustfoul galore: Nach einem verlorenen 30-Meter-Sprint rammt Paolo Guerrero (l.) 2012 Keeper Sven Ulreich an der Eckfahne die offene Sohle in den Unterschenkel. Sperre: acht Wochen. © DPA pa -
Image: Stuttgarts Axel Kruse (l.) ist 1993 mit einer Entscheidung von Schiedsrichter Harm Osmers nicht einverstanden. Er beschimpft den Unparteiischen nicht nur, sondern schubst ihn auch noch zu Boden. Sperre: zehn Wochen © Imago -
Image: Im Supercupfinale 1987 packt HSV-Keeper Uli Stein (l.) der Frust: Im Liegen verpasst er Bayern-Stürmer Uwe 'Kobra' Wegmann einen saftigen Faustschlag. Sperre: zehn Wochen © Imago -
Image: Duisburg-Coach Norbert Meier (r.) geht 2005 nach einem vermeintlich Kopfstoß von Frankfurts Albert Streit zu Boden. Später stellt sich heraus: Der Stoß ging von Meier aus. Sperre: drei Monate © DPA pa -
Image: Erwin Kremers (r.) vertut sich 1974 bei seiner Schiedsrichter-Kritik in der Wortwahl. Eine 'blöde Sau' zuviel beschert dem Schalker eine verlängerte Erholungsphase. Sperre: 14 Wochen © Imago -
Image: Hakan Calhanoglu kassiert seine ausgedehnte Zwangspause 2017 nicht wegen eines harten Fouls, sondern wegen eines juristischen Fehltritts: Trabzonspor verklagte den damaligen Bayer-Kicker erfolgreich wegen Vertragsbruchs. Sperre: vier Monate © Getty -
Image: Langjähriger Rekordhalter: 'Löwe' Friedhelm 'Timo' Konietzka (M.) stößt und tritt bereits 1966 gegen den Schiedsrichter und schägt ihm auch noch die Pfeife aus dem Mund. Sperre: sechs Monate © Imago -
Image: 46 Jahre später schnappt sich Herthas Lewan Kobiashvili Konietzkas Rekord - mit einem ähnlichen Vergehen: Im Kabinengang verpasst er Schiedsrichter Wolfgang Stark einen Faustschlag. Sperre: sechs Monate © DPA pa -
Image: Diese Szene hat längst Legendenstatus: 1995 streckt Manchester Uniteds Eric Cantona einen Fan mit einem platzierten Karatetritt nieder. Damit setzte er international Maßstäbe Sachen Bestrafung. Sperre: sechs Monate © DPA pa
Dass auch Trainer nicht vor langen Sperren gefeit sind, zeigte Norbert Meier: Für seine legendäre "Kopfstoß-Schwalbe" wurde er 2005 drei Monate gesperrt. International sorgte eine französische Fußballlegende 1995 für einen historischen Ausraster - und eine ebensolche Sperre.
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