Ben Voll spricht nach St. Paulis erstem Saisonsieg über Druck und Erleichterung
Der erste Sieg ist geschafft, die Erleichterung groß. Im Zweitligatalk "HvK & Tusche“ spricht St.-Pauli-Keeper Ben Voll über den Befreiungsschlag gegen Wolfsburg, seine neue Rolle als Nummer eins und warum auch abseits des Fußballs die Balance stimmen muss.
16.09.2026 | 18:25 Uhr
Mit dem Erfolg gegen Wolfsburg hat der FC St. Pauli eine lange Durststrecke beendet. Torhüter Ben Voll gehörte dabei zu den entscheidenden Figuren und durfte sich erstmals über eine weiße Weste freuen. Im Gespräch mit Hartmut von Kameke blickt der 25-Jährige auf die Erleichterung im Team und die kommenden Aufgaben voraus.
Die Leidenszeit des FC St. Pauli ist zu Ende: Nach vielen Monaten konnte der Kiezklub wieder ein Spiel für sich entscheiden. Wie sich der Moment der Erlösung für den Gast - St. Paulis neue Nummer 1, Ben Voll - in der neuesten Folge von Dein Zweitligatalk - HvK & Tusche angefühlt hat, ließ er im Gespräch mit Hartmut von Kameke durchklingen.
Der erste Sieg als Befreiungsschlag
Ausgerechnet gegen Wolfsburg, ausgerechnet gegen das Team, welches den Abstieg des FC St. Pauli am letzten Spieltag der vergangenen Saison besiegelte, gelang der ersehnte erste Dreier in der 2. Liga - und vor allem der erste Sieg nach über einem halben Jahr.
Nachfolger von Vasilj zwischen Druck und Verantwortung
"Es ist auf jeden Fall Druck drauf gewesen", berichtet Voll. "Auch wenn wir uns jetzt nicht so verrückt machen lassen (…), tat es unfassbar gut." Gut tat Voll auch, dass er erstmals in dieser Saison eine weiße Weste vorweisen kann. "Auf der einen Seite die Abwehrleistung, die wir da geliefert haben zusammen. Und dann einfach, dass das geklappt hat mit der Null. Das ist halt einfach dann unbeschreiblich."
Voll, der in dieser Saison in die Fußstapfen - oder besser gesagt in die Torwarthandschuhe - von niemand Geringerem als WM-Fahrer Nikola Vasilj geschlüpft ist. Der Bosnier hütete in den vergangenen Jahren das Millerntor, gehörte aber ebenfalls zu den Leistungsträgern, die den Verein nach dem Abstieg verlassen haben.
Kaffee statt Fußballstress
Die Nummer 1 nun im Tor, aber auch die Nummer 1 an der Kaffeemaschine in der Kabine. Als "Siebträger-Arschloch" oder auch "Team-Barista" bezeichnet sich Voll selbst. "Mit ‚Jojo' (Johannes Eggestein) hatten wir ja auch schon den, der da großen Fokus draufgelegt hat, und mit Hauke (Wahl) letztes Jahr. Und jetzt habe ich ein bisschen die Rolle weiter übernommen, um dann Leute anzulernen an unsere Maschine, damit die nicht direkt auseinanderfällt, wenn irgendwer dann rumklettert", erklärt der 25-Jährige.
Für Voll ist der Ausgleich zum Fußball durch Familie, Freunde und Hobbys - wie zum Beispiel das des Baristas - von großer Relevanz. "Für mich ist es einfach wichtig, dass, was natürlich jeder versuchen sollte, irgendwie zu trennen. Aber es gibt auf der einen Seite Fußball und es gibt auch auf der anderen Seite noch den privaten Mensch."
Mit neuem Selbstvertrauen nach Cottbus
Nach dem ersten Sieg dürfte jedoch auch die Stimmung im Fußball und in der Mannschaft wieder besser werden. „Gibt es uns einfach so viel Mut, jetzt weiterzumachen, zum starken Gegner, in eine super Atmosphäre zu fahren, in Cottbus (Sonntag ab 13 Uhr live auf Sky Sport Bundesliga) und da hoffentlich dann wieder drei Punkte zu holen."
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