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BL: Frankfurt unterliegt Gladbach - neue Wende im Kampf um Europa?

Nach dem Hütter-Knall: Verkehrte Welt im Kampf um Europa

Nico Ditter

18.04.2021 | 15:00 Uhr

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Eintracht Frankfurt kassiert im Rennen um die Champions League einen Rückschlag. Coach Adi Hütter spricht nach der Niederlage Klartext (Videolänge: 0:43 Minuten).

Adi Hütter muss vier Tage nach der Bekanntgabe seines Wechsels zu Borussia M'gladbach eine herbe 0:4-Klatsche gegen seinen künftigen Arbeitgeber einstecken. Während die Fohlen ihre Europa-Hoffnungen wahren, gerät die sicher geglaubte Champions-League-Teilnahme der Frankfurter noch einmal in Gefahr.

"Die Trainersuche hat mich in den letzten Wochen sehr belastet und angestrengt. Daher bin ich nun umso glücklicher, dass wir mit Adi Hütter einen neuen Trainer gefunden haben und die Verpflichtung offiziell verkündet wurde", sagte Gladbach-Sportdirektor Max Eberl am Dienstag im "Einfach mal Luppen"-Podcast von Toni und Felix Kroos.

Gladbach befreit aufspielend, Eintracht lethargisch

Nach dem 7,5 Millionen Euro teuren Transfer des Frankfurter-Trainers wirkte der 47-jährige Funktionär wie befreit, bedauerte aber, mit der Entscheidung der Eintracht geschadet zu haben. "Leider müssen sie nun einen anderen Trainer suchen", ergänzte er.

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Seine Aussagen als Sinnbild. Vier Tage nach der offiziellen Bekanntgabe wirkten die Fohlen wie befreit und deklassierten die Frankfurter Eintracht mit 4:0. "Das war ein sehr sehr gutes Spiel meiner Mannschaft", meinte Gladbach-Trainer Marco Rose nach dem Abpfiff. "Wir haben es geschafft, Frankfurt relativ selten ins Spiel kommen zu lassen."

Die Eintracht wirkte dagegen lethargisch, ließ ihre explosive Spielweise aus den Vorwochen vermissen und erlebte im Kampf um die Champions-League-Plätze einen herben Dämpfer. "Die Leistung war nicht entsprechend, um hier zu punkten. Wir waren nicht so griffig wie in den Spielen zuvor.", sagte Hütter am Sky Mikro. "Wir haben alles probiert, es ist aber komplett schiefgegangen."

Standardtore als Schlüssel - leichte Entwarnung bei Hofmann

In einer temporeichen ersten Halbzeit ebnete Nationalspieler Matthias Ginter früh den Weg - stand nach einer Ecke von Jonas Hofmann komplett blank und nickte zur 1:0-Führung ein. Der Anfang vom Ende. Hofmann, Remy Bensebaini und Hannes Wolf legten nach und besiegelten den 4:0-Erfolg der Borussia.

Rose ist mit der Ausbeute mehr als zufrieden, freut sich vor allem über zwei geschossene Standardtore: "Wir hatten eine gute Anfangsphase. Die Standards waren heute wieder einmal unser Schlüssel." Die Gladbacher setzten eine beeindruckende Quote fort und knackten gegen ihren zukünftigen Trainer die Marke von 20 Saisontoren nach ruhendem Ball.

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Eintracht Frankfurt kassiert im Rennen um die Champions League einen Rückschlag. Coach Adi Hütter spricht nach der Niederlage Klartext (Videolänge: 0:43 Minuten).

Hofmann avancierte gegen die Hessen mit zwei Scorerpunkten zum Matchwinner, sorgte aber auch für einen Schreckmoment: Der gerade erst aus einer Coronapause zurückgekehrte Nationalspieler bekam in der 80. Minute einen Schuss aus kurzer Distanz an den Kopf und musste von zwei Betreuern gestützt vom Platz gebracht werden.

Der Gladbach-Trainer konnte aber bereits nach dem Abpfiff vorsichtig Entwarnung geben: "Er war leicht benommen. Aber in der Kabine ging es ihm schon wieder besser, da hat er schon wieder ein Späßchen vertragen." Dennoch werde er weiter untersucht. " Wenn der Kopf betroffen ist, sind wir immer vorsichtig", stellte Rose klar.

Trapp patzt folgenschwer - Hütter-Wechsel keine Ausrede

Der K.o.-Schlag für die Pleite war das zwischenzeitliche 2:0 zu Beginn der zweiten Halbzeit, meint auch Eintracht-Torhüter Kevin Trapp. "Das zweite Tor ist zu einem ungünstigen Zeitpunkt gefallen." Den Treffer nimmt er allerdings auf seine Kappe. "Das war ein individueller Fehler von mir. Das tut mir leid für die Mannschaft, da wir den Druck in der zweiten Halbzeit erhöhen wollten."

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Die Eintracht offenbarte jedoch nicht nur in der Defensive Schwächen, auch die explosive Angriffsreihe um Flügelflitzer Filip Kostic, 23-Tore-Mann Andre Silva und Real-Leihgabe Luka Jovic kam nicht wie gewohnt ins Rollen. "Es gibt so Tage, an denen man so lange spielen kann, ohne ein Tor zu erzielen", fasste Hütter die Niederlage zusammen. So blieben die Adler zum ersten Mal seit dem fünften Spieltag ohne eigenen Treffer.

Der bevorstehende Wechsel des Eintracht-Trainers zum Gegner soll am Leistungsabfall aber keinen Anteil haben. "Da gibt es keinen Zusammenhang", behauptete Trapp. "Wir stehen als Mannschaft auf dem Platz und haben Ziele. Da ist es egal, ob der Trainer geht oder Fredi (Bobic, geht im Sommer zu Hertha BSC, Anm. d. Red)"

Wer erreicht das große Ziel?

Geraten diese Ziele nun doch noch einmal in Gefahr? Die Eintracht steht zwar weiterhin mit einem komfortablen Vorsprung von sieben Zählern auf Verfolger Borussia Dortmund auf dem vierten Platz. Der BVB kann aber mit einem Sieg gegen Werder Bremen (Sonntag, ab 14.30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Bundesliga 1) auf vier Punkte verkürzen und die Eintracht noch einmal gehörig unter Druck setzen.

Hütter möchte den Fans zum Abschied dennoch die erste Champions-League-Teilnahme der Vereinsgeschichte schenken. Den Vorsprung zu verspielen, ist für den Trainer trotz des Dämpfers keine Option: "Es war jetzt die vierte Niederlage der Saison. Am Dienstag möchten wir eine Reaktion zeigen und wieder aufstehen. Das ist unsere Aufgabe und unsere Pflicht."

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Fohlen melden sich im Kampf um Europa zurück

Und Gladbach? Die Borussia meldet sich mit einem Lauf von zehn Punkten aus den vergangenen zwölf Punkten eindrucksvoll im Kampf um Europa zurück und hat den 7. Tabellenplatz erobert. Dieser könnte am Saisonende bereits für das europäische Geschäft reichen - dennoch sind auch die Plätze fünf und sechs, die unabhängig vom Ausgang des DFB-Pokalfinals für Europa reichen würden, weiter in Reichweite. Gladbach und Leverkusen trennen fünf Spiele vor dem Saisonende vier Punkte.

Natürlich möchte auch Rose vor seinem Wechsel nach Dortmund mit einem Erfolg verabschieden: "Damit hat er eine große Motivation", sagte Eberl im "Einfach mal Luppen"-Podcast und ergänzte. "Außerdem haben wir uns nun wieder in den Reigen eingereiht, um Europa kämpfen zu können."

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Fohlen-Trainer Marco Rose will mit seiner Mannschaft um die CL-Plätze kämpfen (Videolänge: 0:44 Minuten).

Die Fohlen reiten nach einer zwischenzeitlichen Negativserie von neun sieglosen Spielen und sieben Pleiten in Folge wieder auf einer Euphoriewelle. Dazu hat die Borussia mit der bevorstehenden Verpflichtung ihres neuen Cheftrainers Ruhe und Planungssicherheit. Die Frankfurter mussten dagegen ihren ersten richtigen Dämpfer einstecken, außerdem stehen mit den Abgängen von Bobic, Hübner und Hütter einige Fragen offen. Der Druck ist auf ihrer Seite - in dieser Saison ein ungewohntes Bild und irgendwie eine verkehrte Welt Kampf um Europa.

Ob die Eintracht dem Druck standhalten wird und eine fulminante Saison mit der ersten Champions-League-Teilnahme der Vereinsgeschichte krönt, erfahrt ihr live bei Sky Sport Bundesliga.

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