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Borussia Dortmund: Fünf BVB-Erkenntnisse vor Ligagipfel gegen FC Bayern

Nicht nur wegen Haaland! BVB mit Stimmungswandel vor Bayern-Kracher

Udo Hutflötz

28.11.2021 | 21:42 Uhr

Der BVB feiert einen 3:1-Sieg in Wolfsburg und darf sich gleichzeitig über das gelungene Comeback von Erling Haaland freuen. Besonders im Hinblick auf den anstehenden Ligagipfel gegen den FC Bayern könnte das Timing nicht besser sein. Sky Sport liefert fünf Dortmunder Erkenntnisse vor dem Duell.

1. Positive Entwicklung beim leidigen Thema Mentalität

Borussia Dortmund und das Thema Mentalität - es scheint eine immer wiederkehrende und niemals endende Story zu sein. Allzu häufig wurde dem Team um Kapitän Marco Reus eben jene abgesprochen, da sich die Mannschaft regelmäßig in wichtigen Spielen und Phasen fahrig und ohne Gier präsentierte.

Ausgerechnet nach dem vorzeitigen Aus in der Champions League bei Sporting (1:3) drohte die Thematik auch gegen Wolfsburg wieder an Fahrt aufzunehmen. Nach nur zwei Zeigerumdrehungen lag der BVB nämlich bereits mit 0:1 hinten, obwohl man sich laut Julian Brandt, Emre Can und Trainer Marco Rose vor der Partie extrem viel vorgenommen habe und besonders gut in die Partie starten wollte.

Bundesliga-Spielplan 2021/22

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Doch diesmal verliehen die Schwarz-Gelben dem Thema einen positiven Drive, denn Reus, Can und Co. legten diesmal die Mentalität an den Tag und dominierten nach dem frühen Nackenschlag die Partie. Es folgte der verdiente Ausgleich per Elfmeter durch Can (35. Spielminute) und letztendlich der Sieg nach weiteren Treffern von Donyell Malen (55.) und Comebacker Erling Haaland (80.).

Dementsprechend lobende Worte fand im Anschluss Sky Experte Didi Hamann, der im Hinblick auf den BVB sonst auch nicht vor harter Kritik zurückschreckt: "Sie waren in der ersten Hälfte schon klar überlegen und habe ihre Überlegenheit in der zweiten Halbzeit in Tore umgemünzt. Nach dem 2:1 war Wolfsburg besser im Spiel, da haben sie mit vereinten Kräften einige Schüsse geblockt. Dann hat Haaland den Deckel drauf gemacht. So stelle ich mir die Dortmunder vor. Sie haben sehr gut Fußball gespielt, es war ein hochverdienter Sieg."

2. BVB braucht Can und Doppelsechs

Dieser kam wohl auch durch das von Coach Rose gewählte System zustande. Denn anders als bei nahezu allen Niederlagen in dieser Saison agierte die Borussia gegen Wolfsburg im 4-2-3-1-System mit einer klaren Doppelsechs bestehend aus Can und Mo Dahoud. In diesem System hat der BVB gegen die Wölfe trotz sieben zugelassener Schüsse aufs Tor deutlich stabiler gewirkt als beispielsweise bei der Niederlage gegen Ajax Amsterdam (0:4).

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Im Vergleich zum häufig praktizierten 4-3-3 mit zwei Achtern oder einem 4-4-2 mit Raute kann der BVB in diesem System die Konteranfälligkeit deutlich zurückschrauben. Doch das System alleine garantiert auch keinen Erfolg. So muss dieses noch mit den passenden Akteuren bestückt werden. Im Fall der Doppelsechs heißt die Lösung Emre Can.

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Der deutsche Nationalspieler zeigte gegen die Wölfe nicht nur aufgrund seines Treffers vom Punkt, wie wichtig er für den BVB ist - und besonders auf dieser Position. Häufig kam der 27-Jährige in der Vergangenheit in der Abwehr zum Einsatz, konnte dort aber keinen so großen positiven Einfluss auf das Dortmunder Spiel nehmen. Anders sieht dies auf der Doppelsechs aus, wo Can mit seiner Dynamik und Zweikampfstärke überzeugt. Auch offensiv kann er sich auf dieser Position besser einschalten, was gegen die Wölfe deutlich wurde. Zwei Torschüsse, eine Torschussvorlage und ein Tor lesen sich für einen defensiven Mittelfeldspieler nicht allzu verkehrt.

Emre Can geht beim Sieg gegen den VfL Wolfsburg voran - und trifft vom Punkt zum zwischenzeitlichen 1:1.
Image: Emre Can geht beim Sieg gegen den VfL Wolfsburg voran - und trifft vom Punkt zum zwischenzeitlichen 1:1.  © Imago

Somit sollte Coach Rose im Hinblick auf das Topspiel gegen den FC Bayern durchaus über eine identische Rolle Cans nachdenken.

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3. Malen endlich beim BVB angekommen

Apropos Rolle. Eine immer wichtigere nimmt in den vergangenen Wochen Donyell Malen, Dortmunds Königstransfer im Sommer ein. Nach einer sehr schleppenden Eingewöhnungsphase bei der Borussia scheint der Niederländer nun endgültig beim BVB angekommen zu sein. Sein Treffer gegen den VfL Wolfsburg war bereits sein drittes Tor im dritten Spiel in Folge.

Unabhängig von den Treffern ist Malen deutlich besser ins Dortmunder Spiel eingebunden als dies noch vor Wochen der Fall war. Auch deshalb findet Trainer Rose am Sky Mikrofon lobende Worte für den Angreifer, spricht aber auch gleichzeitig eine Forderung aus. "Ich fordere Nachhaltigkeit. Er muss es bestätigen. Das war jetzt das dritte Spiel in Folge, wo er dort ist, wo ich ihn sehen will - auch im Bereich Spielaktivität. Er gibt uns im Ballbesitz viel, er arbeitet gut gegen den Ball. Und er hat drei Tore in den vergangenen drei Spielen gemacht. Das ist der Weg, den er gehen muss und da muss er dranbleiben. Das ist wichtig."

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Im exklusiven Sky Interview nach dem 3:1-Sieg beim VfL Wolfsburg spricht BVB-Trainer Marco Rose über Donyell Malen, Erling Haaland und das anstehende Duell mit dem FC Bayern München (Video-Dauer: 3:31 Minuten)

4. Haaland schießt sich bei Comeback für Bayern warm

Zukünftig wieder Unterstützung erhält Malen im Dortmunder Angriff von Superstar Erling Haaland. Der Norweger hat nach wochenlanger Pause aufgrund von Problemen am Hüftbeuger sein überraschend frühes Comeback gefeiert und dabei eine Haaland-typische Performance abgeliefert. Nach seiner mit deutlich hörbarem Applaus begleiteten Einwechslung in der 73. Minute dauerte es nicht mal eine halbe Minute und schon hatte der Angreifer seinen ersten abgegebenen Torschuss auf dem Statistikbogen.

Mit zunehmender Spieldauer lief sich der Norweger den etwas angesetzten Rost ab und agierte in gewohnt wuchtiger und akrobatischer Manier. So zum Beispiel bei seinem Treffer zum 3:1-Endstand, als er eine punktgenaue Flanke von Julian Brandt artistisch mit der Fuß-Außenseite ins Tor beförderte. Es dauerte somit nur sieben Minuten, bis Haaland wieder mit seiner Lieblingsbeschäftigung weitermachte. Mittlerweile bringt es der Norweger auf 50. Bundesliga-Tore in 50. Bundesliga-Spielen - unfassbare Zahlen.

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BVB-Profi Julian Brandt freut sich nach dem Sieg über den VfL Wolfsburg über das gelungene Comeback von Erling Haaland (Video-Dauer: 2:31 Minuten)

Auch aus diesem Grund schwärmten seine Mitspieler von der Rückkehr ihres Goalgetters. "Er ist enorm wichtig für uns. Er gibt der gesamten Mannschaft Selbstvertrauen und er hat uns mit seiner Qualität in der Vergangenheit bereits viel geholfen. Wir sind froh, dass er zurück ist. Er ist zwar noch nicht bei 100 Prozent, wird das aber bald sein", blickt Can bereits hoffnungsvoll auf das anstehende Spitzenspiel gegen den FC Bayern.

Auch Brandt schlägt in die gleiche Kerbe: "Man hat in den letzten Wochen gesehen, dass er gefehlt hat, nicht nur weil er uns Tore gibt, sondern weil er auch physisch enorm stark ist. Er ist eine Waffe", die aus Dortmund-Sicht hoffentlich auch gegen den FC Bayern scharf schießt.

Dafür stellte Coach Rose dem Norweger im Topspiel auch eine längere Einsatzzeit in Aussicht. "Erling ist ein Unterschiedsspieler, den wir auf Dauer nicht ersetzen können. Wir werden diese Woche gut mit ihm trainieren und dann nimmt er hoffentlich Rhythmus auf. Wenn die Woche gut läuft, gibt es keinen Grund, ihn von der Bank zu bringen."

Ein weiterer Punkt, der Dortmund positiv auf das Bayern-Duell blicken lässt.

5. BVB-Akteure mit breiter Brust - Fans euphorisch

Insgesamt scheint beim BVB nach dem Aus in der Champions League ein Stimmungswandel einzutreten. Während der Haussegen nach der Niederlage gegen Sporting schief hing, treten die Akteure nun selbstbewusst auf. Dies war nicht nur auf dem Platz sondern auch bei den Interviews nach dem Spiel zu erkennen.

"Wir haben eine sehr große Vorfreude", verrät Mittelfeldakteur Can und zeigt im weiteren Verlauf auch den Fokus, der bereits auf dem Spitzenspiel liegt. "Uns muss bewusst sein, wie wichtig dieses Spiel nächste Woche ist. Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir so nah dran wie möglich oder sogar vor den Bayern stehen wollen, wenn wir gegen sie spielen. Das ist am Wochenende nun der Fall. Wir müssen hart arbeiten und uns gut vorbereiten."

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Die Dortmunder-Stimmen nach dem 3:1-Sieg beim VfL Wolfsburg (Video-Dauer: 60 Sekunden)

Brandt ergänzt: "Wir gehen mit breiter Brust ins Spiel und nehmen uns vor, dass es nicht so läuft wie in den letzten Jahren." Der letzte BVB-Sieg in einem Pflichtspiel gegen die Münchner liegt nämlich schon sieben Spiele zurück. Im DFL Supercup im August 2019 setzte sich die Borussia letztmals durch (2:0), der letzte Liga-Sieg gegen den Rekordmeister ist bereits über drei Jahre her (November 2018).

BVB-Trainer Rose hofft darauf, dass diese Serie am kommenden Samstag (ab 17:30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport Bundesliga 1) ein Ende hat. "Wir wollen die Chance wahrnehmen und da sein, wenn sie nächste Woche in unser Stadion kommen."

Dort erwarten die Münchner lautstarke Fans, die bereits in Wolfsburg "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" skandierten. Auch beim Anhang des BVB hat damit ein deutlich zu hörender Stimmungswandel stattgefunden.

Das Timing dafür könnte kaum besser sein ...

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