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Mögliche Optionen für den BVB

Borussia Dortmund ist auf der Suche nach einem Sechser - das könnten Kandidaten sein

von Robert Gherda

16.02.2018 | 16:56 Uhr

Wen könnte der BVB für das zentrale Mittelfeld zur kommenden Saison verpflichten?
Image: Wen könnte der BVB für das zentrale Mittelfeld zur kommenden Saison verpflichten? © Privat

Hans-Joachim Watzke kündigte bei Wontorra - der KIA Fußball-Talk auf Sky an, wie er Borussia Dortmund zur kommenden Saison verstärken will. Der BVB-Boss hat das defensive Mittelfeld als mögliche Problemzone ausgemacht und wünscht sich einen Spieler, der "ein bisschen böser guckt". Sky Sport stellt mögliche Optionen für die Schwarz-Gelben vor.

"Das beste Beispiel für mich war immer Xabi Alonso - den habe ich verehrt, obwohl er bei den Bayern gespielt hat", so Watzke bei Sky Sport. "Da wusstest du genau, wenn einer auf den zugeht, bekommst du bestenfalls einen Freistoß. Vielleicht brauchen wir noch einen Spieler, der mal einen wegsenst".

Umbau in Dortmund? BVB-Boss denkt an Typ

Eine Beschreibung, die nicht nur auf den spanischen Welt- und Europameister zutrifft - auch Arturo Vidal kann sich mit dieser Charakterisierung sicherlich anfreunden. Könnte der Chilene eine Option für den BVB sein? Vidals Vertrag in München läuft noch bis 2019 - ein Wechsel nach Dortmund erscheint aber unrealistisch. Der 30-Jährige ließ unlängst verlauten, dass er sich in München wohlfühle und nicht an einen Wechsel denke. Und falls er dem deutschen Rekordmeister doch den Rücken kehren sollte, wird die Premier League immer wieder als präferiertes Ziel gehandelt.

Vidal kann also fast ausgeschlossen werden, aber nicht nur Watzke weiß: "Solche Spieler gibt es." Sky Sport hat sich auf die Suche nach Dortmunds potenziellem Xabi Alonso gemacht. Hier sind einige Optionen:

Emre Can (FC Liverpool)

Der Star des FC Liverpool wäre sicherlich die Königslösung für den BVB. Cans Vertrag läuft im Sommer aus und er wäre ablösefrei. Zudem bringt der Nationalspieler alles mit, was sich Watzke vom neuen Abräumer wünscht. Can gewinnt in der laufenden Saison starke 55,7 Prozent seiner Zweikämpfe und besticht durch präzises Passspiel. Der 24-Jährige bringt über 85 Prozent der Pässe an den Mann und hat im Schnitt 77 Ballaktionen pro 90 Minuten.

Aber auch mit dem "wegsensen" hat Can keine Probleme. 45 Foulspiele in 32 Pflichtspielen und satte 13 (!) Gelbe Karten sprechen eine deutliche Sprache. Doch neben Reds-Coach Jürgen Klopp kämpft auch Juventus hartnäckig um die Dienste des Abräumers. Ob Can somit ins Dortmunder Gehaltsgefüge passt, ist fraglich.

Granit Xhaka (FC Arsenal)

Auch der Schweizer ist kein Kind von Traurigkeit und leistete sich in der laufenden Spielzeit bereits 48 Fouls (sechs Gelbe Karten). Der Ex-Gladbacher ähnelt Xabi Alonso von der Präsenz auf dem Platz und kann ein Spiel wie kaum ein Zweiter lenken und lesen. 100 Ballaktionen pro Spiel und 86,1 Prozent Passgenauigkeit würden dem BVB sicherlich gut tun.

Komplette Sendung: Watzke bei Wontorra

Komplette Sendung: Watzke bei Wontorra

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spricht bei "Wontorra - der KIA Fußball-Talk" über die Situation der Borussia, die Dominanz der Bayern und die Zukunft von Trainer Peter Stöger.

Allerdings ist die Zweikampfquote in dieser Saison mit nur 44,9 Prozent sicherlich ausbaufähig. Und günstig wäre Xhaka definitiv nicht, denn unter Arsene Wenger zählt der Stratege zu den Leistungsträgern. Zwar verfügt Schwarz-Gelb durch die Verkäufe von Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang über das nötige Kleingeld, aber ob Watzke und Zorc einem Gesamtvolumen von über 100 Millionen (Ablöse + Gehalt) für den 25-Jährigen zustimmen, erscheint unwahrscheinlich.

Thomas Delaney (Werder Bremen)

Der Däne wäre finanziell im Vergleich zu Xhaka und Can für den BVB sicherlich leichter zu stemmen. Bei Werder zählt der 26-Jährige zu den absoluten Leistungsträgern, sorgt im Mittelfeld für die nötige Stabilität und gewinnt über 58 Prozent seiner direkten Duelle. Dabei scheut der Führungsspieler auch vor einem Foulspiel nicht zurück, um den Spielfluss des Gegners zu unterbinden. In der Bundesliga wurde nur Kevin-Prince Boateng (53 mal) häufiger zurückgepfiffen als Delaney (50 mal). Ausbaufähig ist jedoch die Passquote von nur 74,3 Prozent.

Dennis Geiger (1899 Hoffenheim)

Sami Khedira adelte den 19-Jährigen unlängst in einem Interview mit Sky Italia. "Ich weiß nicht, ob es einen neuen Khedira gibt. Aber es gibt einen Spieler, der mir gefällt - das ist Dennis Geiger", lobte der Weltmeister das 1899-Juwel. "Was mich beeindruckt hat, war die Weise, wie er bei der Partie in Liverpool ins Spiel kam, wie er gekämpft hat und dabei seine Persönlichkeit gezeigt hat." Wirklich "böse gucken" ist nicht zwingend Geigers Ding, aber der Teenager kann physisch sehr wohl dagegen halten.

In wettbewerbsübergreifend 24 Pflichtspielen sah Geiger insgesamt elf Gelbe Karten und leistete sich 55 Foulspiele - Werte, die auch Xabi Alonso stolz machen würden. Geiger würde perfekt in das Dortmunder Beuteschema passen, die bekanntlich in den letzten Jahren sehr oft auf junge, entwicklungsfähige Spieler setzten, die beim BVB den nächsten Schritt machen. Geiger verlängerte vor kurzem in Sinsheim zwar bis 2022, aber das Dortmunder Festgeldkonto ist nicht erst seit dem Verkauf von Aubameyang prall gefüllt.

Hans-Joachim Watzke ist bei Wontorra - der KIA Fußball-Talk.
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Giovani Lo Celso (Paris St. Germain)

Der 21-Jährige kam zu Saisonbeginn meistens an Marco Verratti nicht vorbei, durfte in den letzten Wochen aber immer häufiger neben dem Italiener auflaufen und demonstriert dabei seine Klasse. Der Argentinier bringt über 90 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und hat überragende 112 Ballaktionen pro Spiel. Auch die Zweikampfquote von 57 Prozent kann sich mehr als sehen lassen. Dennoch setzte Trainer Unai Emery in der Champions League kaum auf Lo Celso.

Zwar wurde der Abräumer in allen sechs Vorrundenspielen eingesetzt, stand dabei aber insgesamt nur 65 Minuten auf dem Platz. Die Chance also für den BVB? Der Marktwert Lo Celsos wird auf 20 Millionen Euro geschätzt und Paris muss sicherlich Transfereinnahmen generieren, wenn Kylian Mbappe tatsächlich für 180 Millionen Euro an die Seine wechseln sollte.

Also heißt es abwarten...

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