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Borussia Dortmund: Lucien Favre muss schon wieder umplanen

System-Spielchen: Favre muss den BVB neu erfinden - mal wieder

Lars Pricken

07.12.2019 | 15:12 Uhr

Lucien Favre muss ein glückliches Händchen haben, um neue Diskussionen zu verhindern.
Image: Lucien Favre muss ein glückliches Händchen haben, um neue Diskussionen zu verhindern. © Imago

Lucien Favre muss gegen Fortuna Düsseldorf zum wiederholten Mal umdisponieren. Die Rote Karte von Abwehrchef Mats Hummels tut ihr Übriges zum aktuellen Druck auf den BVB-Coach.

Lange Zeit blieb Favre in seiner taktischen Komfortzone. Das 4-2-3-1-System mit vier Verteidigern und zwei Mittelfeldspielern die vor der Abwehr aufräumen, hatte sich in der letzten Saison bewehrt. Doch mit dem wachsenden Erfolgsdruck wurde auch die zuletzt nicht mehr überzeugende Lieblings-Formation des Schweizers infrage gestellt.

Auch von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der auf der Jahreshauptversammlung der Borussen zwar beteuerte, hinter dem Übungsleiter zu stehen, diesem indirekt allerdings die Pistole auf die Brust setzte.

Erst Raketenstart, dann das Zittern

"Fußball wird durch Ergebnisse geprägt", erklärte Watzke, der den sonst als stur geltenden Favre zum Umdenken bewegte. Im letzten Bundesligaspiel gegen die Hertha wich der Coach von der üblichen Taktik ab und ließ mit einer Dreierkette verteidigen. Das veränderte das Spiel von Grund auf. Wurden zuletzt noch die schwachen ersten Hälften der Westfalen kritisiert, gelang den neu formierten Dortmundern in der Hauptstadt ein Raketenstart.

Schon nach 17 Minuten führten die Gäste mit 2:0 durch die Treffer von Jadon Sancho (15.) und Thorgan Hazard (17.). Gerade das Tor von Sancho, dessen Unruhen neben dem Platz für mehr Wirbel gesorgt hatten, als seine Leistungen auf dem Feld, war Balsam für die Seelen der BVB-Fans. Dann der Wendepunkt in der 45. Minute: Hummels sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte.

Volles Risiko oder zurück zum alten System?

Favre blieben nur zwei Möglichkeiten: den unerfahrenen Youngster Leonardo Balerdi in die Dreierkette werfen oder wieder auf die Viererkette zurückstellen. Der Trainer entschied sich für Letzteres und rettete mit Hängen und Würgen ein dankbares 2:1 über die Zeit. Die Frage nach dem richtigen System drängt sich vor der Partie gegen die Fortuna (am Samstag ab 15:15 Uhr auf Sky Sport Bundesliga 3 HD und mit dem Sky Ticket im Stream) aber wieder in den Vordergrund.

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Das durch die Dreierkette kompaktere Defensivzentrum verschafft den Kreativen um Marco Reus, Julian Brandt oder Sancho mehr Freiheiten. Mit Hummels fehlt jedoch das wichtigste Element für diese Strategie. Einspringen könnten für ihn nur Talent Balerdi oder Julian Weigl, dessen Rückkehr nach Verletzung noch ungewiss ist. Risiko oder vom viel gelobten neuen System abweichen - keine leichte Entscheidung für Favre, der bei einer Niederlage oder Remis wieder stark in die Kritik geraten dürfte.

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Neue Defensive und alte Stürmer-Probleme

Und das bei einer ohnehin wackligen Defensive. Dan-Axel Zagadou, der seine Chance nach langer Auszeit nutzte, bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Auch Manuel Akanji offenbarte in den vergangenen Wochen einige Schwächen. Ohne Hilfe der Offensiven, die so wieder in ihren Freiheiten eingeschränkt wären, geht es also nicht.

Der Dortmunder Dauerbrenner, das Stürmer-Thema, kommt unglücklicherweise hinzu. Ein Ende könnte dieser Diskussion frühestens im Winter gesetzt werden. Da will der BVB noch einmal nachbessern. Wunschkandidat Nummer eins ist derzeit angeblich Erling Haaland von Red Bull Salzburg.

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Paco Alcacer kehrte am Donnerstag wieder auf den Trainingsplatz zurück. Ein früher Einsatz wäre allerdings ebenso risikobehaftet, wie eine völlig neu zusammengewürfelte Defensive. Es scheint wieder einmal auf einen Geniestreich von Denker Favre anzukommen, mit dem selbst ein gestandener Trainer wie Friedhelm Funkel nicht rechnet.

Denn sollte der BVB gegen die Fortuna ins offene Messer rennen, geht die Trainer-Debatte im Ruhrpott in die nächste Runde.

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