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Borussia Mönchengladbach: Stadionsprecher Torsten Knippertz im Sky Interview

Gladbachs Stadionsprecher über Rose: "Wäre cooles Statement gewesen"

Sky Sport

25.09.2021 | 17:12 Uhr

Torsten Knippertz ist nicht nur Stadionsprecher bei Borussia Mönchengladbach sondern auch noch Schauspieler und Moderator.
Image: Torsten Knippertz ist nicht nur Stadionsprecher bei Borussia Mönchengladbach sondern auch noch Schauspieler und Moderator.  © Imago

Im exklusiven Interview mit skysport.de spricht Gladbachs Stadionsprecher Torsten "Knippi" Knippertz über den Saisonstart der Fohlen, das anstehende brisante Wiedersehen mit Ex-Coach Marco Rose und über musikalisch-emotionale Anekdote mit Matthias Sammer.

skysport.de: Die Borussia liegt nach dem 5. Spieltag mit nur einem Sieg auf Rang 16, dem Relegationsplatz. Wie beurteilen Sie den Saisonstart?

Torsten Knippertz: So wie ich eigentlich jeden Saisonstart beurteile, nämlich immer erst nach dem 10. Spieltag. Dass sich alle einen erfolgreicheren Start nach fünf Spielen gewünscht hätten, ist ja kein Geheimnis und haben Spieler und Trainer ja auch schon betont. Das ist bei Fans und Stadionsprechern - und ich bin ja beides - nicht anders. Wenn ich bei dem bisherigen Saisonverlauf total happy wäre, würde ich mich selbst fragen, ob noch alles stimmt. Ich will ja immer dass Borussia gewinnt.

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skysport.de: War nach dem 1:1 gegen den FC Bayern zum Auftakt die Stimmung eventuell zu gut? Hat das Ergebnis über den wahren Leistungsstand hinweggetäuscht?

Knippertz: Das glaube ich eigentlich nicht. Weder das eine, noch das andere. Das Ergebnis hätte gegen Bayern ja sogar noch besser sein können - Stichwort Elfer - und in dem Spiel hat man meiner Meinung nach eher gesehen, was möglich ist.

skysport.de: Mit Adi Hütter steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Warum haben sich Chefcoach und Mannschaft noch nicht richtig gefunden?

Knippertz: Ich weiß gar nicht genau, ob sie sich noch nicht gefunden haben. Es ist mir auch zu einfach zu sagen, Trainer und Mannschaft haben sich nicht gefunden. Dass mit einem neuen Trainerteam, neue Ideen und Automatismen erst einmal greifen müssen ist mir auch klar, aber auch, dass das nicht von heute auf morgen geht. Von daher warte ich persönlich, wie gesagt, erst noch einmal ab, bis die Saison ein bisschen länger läuft, bevor ich für mich persönlich eine Einschätzung vornehme.

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Rose-Verbleib in Gladbach wäre positives Zeichen für den Fußball insgesamt gewesen

skysport.de: Hütter hat die Nachfolge von Marco Rose angetreten. Seit Bekanntgabe des Wechsels von Rose zum BVB läuft es in Mönchengladbach nicht mehr richtig rund. War es ein schweres Erbe?

Knippertz: Dass es, seit Marco Rose seinen Weggang bekanntgegeben hat, nicht wirklich rund lief, stimmt. Von daher müsste es aber, von außen betrachtet, ja eher ein leichteres Erbe sein. Aber auch das ist wahrscheinlich wieder zu einfach gedacht. Die letzte Saison hat in Kombination mit der gesamten Situation, der Pandemie ja echt allen Fans aber auch Spielern und Verantwortlichen einiges abverlangt. Damit muss man natürlich erst mal umgehen. Ich merke das auch selbst, dass man da nicht einfach "business as usual" machen und zum Tagesgeschäft übergehen kann als sei nichts gewesen. Ich bin aber weder Psychologe noch Trainer und vor allem viel zu selten bei Trainings dabei, als dass ich mir über eure Ausgangsfrage ein fundiertes Urteil erlauben könnte.

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Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach wünscht sich bei der brisanten Rückkehr seines Ex-Trainers Marco Rose die Konzentration auf das Sportliche.

skysport.de: Wie haben Sie persönlich den Rose-Abschied erlebt?

Knippertz: Ich fand es schon sehr schade und war auch enttäuscht, als ich gehört habe, dass Marco dem Angebot vom BVB zugestimmt hat. Ich hätte es schon schön gefunden, wenn er weiter bei Borussia geblieben wäre und hätte es sogar als positives Zeichen für den Fußball insgesamt gewertet, aber ich bin da wahrscheinlich ein bisschen zu fußballromantisch. Ich hätte es als Statement schon cool gefunden.

skysport.de: Was glauben Sie, wie Rose von den Gladbacher Fans empfangen wird? Der Abschied verlief ja alles andere als geräuschlos. Stellen Sie sich als Stadionsprecher darauf ein, eventuell auf die Fans einwirken zu müssen?

Knippertz: Ich stelle mich zumindest drauf ein, dass viele Fans sehr klar äußern werden, wie sie seinen Wechsel empfunden haben, sowohl akustisch als auch mit Bannern oder Ähnlichem. Solange es im Rahmen des Erlaubten bzw. oberhalb der Gürtellinie bleibt, muss ich da meiner Meinung nach auch nicht eingreifen, denn erstens finde ich, dass man als Fan das Recht darauf hat, seiner Enttäuschung Ausdruck zu verleihen und klar zu machen, wenn man etwas nicht in Ordnung findet und zweitens weiß ich, dass Marco erfahren genug und mit Sicherheit darauf eingestellt ist, um zu wissen, dass es jetzt nicht unbedingt "Marco Rose"-Sprechchöre aus unserer Kurve geben wird. Insgesamt freue ich mich aber immer mehr über positiven Support für das eigene Team als darüber, die anderen Mannschaften zu dissen und ich bin übrigens voll der Meinung von Max (Eberl), dass die Entscheidung von Marco wahrscheinlich anders ausgefallen wäre, wenn er Borussias Fans im positiven Sinne richtig mitbekommen hätte. Aber wie sagte schon ein ganz Großer? Wäre, wäre, Fahrradkette oder anders: Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist.

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BVB-Trainer Marco Rose über seine Rückkehr nach Gladbach am Samstag

Hoffnung auf volle Stadien

skysport.de: Wie froh sind Sie als Stadionsprecher, dass wieder Zuschauer im Stadion sind?

Knippertz: Ich bin megahappy. Schon beim ersten öffentlichen Training zum Saisonstart hatte ich Glücksgefühle und als dann beim ersten Heimspiel gegen Bayern wieder etwas von den Rängen zurückkam, als ich gefragt habe, ob alle bereit sind für die Mannschaftsaufstellung, habe ich echt fast geheult vor Freude. Da habe ich irgendwie erst realisiert, wie sehr mir das wirklich gefehlt hat.

skysport.de: Was glauben Sie: Wann werden die Stadien wieder voll sein? Stichwort 2G.

Knippertz: Ich als Stadionsprecher hoffe natürlich, dass wir möglichst schnell wieder volle Stadien haben werden und kann mir ehrlich gesagt auch vorstellen, dass es nach der Bundestagswahl noch ein bisschen flotter geht, was Entscheidungen bezüglich der 2G-Regelung betrifft. Aber wie sich die Pandemie und auch alle Entscheidungen drumherum entwickeln werden, da können ja selbst Wissenschaftler keine hundertprozentige Aussage treffen, also ich schonmal gar nicht, aber ich hoffe natürlich auf volle Hütte! Ich kann nur für mich selbst sagen: ich bin zweimal geimpft, habe das sehr gut vertragen und fühle mich seitdem auch ziemlich sicher und wenn Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln das Einzige ist, was mich ein wenig einschränkt, kann ich damit ganz okay leben.

Anekdote, Haaland & Tipp zum Duell Gladbach vs. BVB

skysport.de: Haben Sie eine Anekdote als Stadionsprecher (am besten aus einem Spiel gegen Dortmund) für uns parat?

Knippertz: Beim 1:1 (damals noch auf dem Bökelberg, Matthias Sammer war Trainer beim BVB, das genaue Jahr weiß ich leider nicht mehr) haben wir den Song "Es gibt nur eine Borussia" im Stadion gespielt und das hat Matthias Sammer tierisch aufgeregt. So sehr, dass er in der PK nach dem Spiel erst nochmal klarstellen wollte, dass es ja auch noch viele andere Borussias gebe. Borussia Neunkirchen z.B. oder Tennis Borussia Berlin. Er war sehr emotional, aber ist ja eigentlich toll, wenn ein Song Emotionen weckt. (lacht)

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Borussia Mönchengladbach trifft am Samstag auf den BVB und Haaland

skysport.de: Auf Matthias Ginter und Nico Elvedi kommt mit dem BVB-Angriff um Erling Haaland voraussichtlich Schwerstarbeit zu: Wie kann die Fohlen-Defensive die Dortmunder Offensiv-Wucht stoppen?

Knippertz: Wenn ich jetzt das Allheilmittel gegen solche Spieler verrate, dann bekomme ich demnächst aus der halben Bundesliga Angebote als Trainer. Ich fühle mich als Stadionsprecher aber eigentlich ganz wohl. Ansonsten gilt das, was immer gilt: hundertprozentige Konzentration, nicht nur 90, sondern 94, 95 Minuten oder wie lang das Spiel auch immer dauert. Dass sie das können, wissen wir ja.

skysport.de: Wie geht das Spiel aus und wo sehen Sie die Borussia am Saisonende?

Knippertz: Ich glaube, dass es ein echt harter Fight wird, in dem wir am Ende knapp die Nase vorn haben werden. Und am Saisonende. Puh....fragt mich nach dem 10. Spieltag noch mal ...

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