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Bundesliga News: Eintracht Frankfurt wartet weiter auf den ersten Dreier

Remiskönige mit vielen Baustellen: Frankfurter Umbruch stockt weiter

Lennard Göttner

26.09.2021 | 20:41 Uhr

Die Remiskönige von Eintracht Frankfurt treten in der Bundesliga weiter auf der Stelle. Oliver Glasner wartet auch nach dem Unentschieden gegen Köln auf den ersten Dreier als Trainer der SGE. Nach den ersten sechs Spieltagen lässt sich dabei bereits erkennen: Den Adlern steht eine schwierige Saison bevor.

Eintracht Frankfurt hat eine großartige Spielzeit hinter sich. Zwar wurden die Adler noch kurz vor Saisonschluss vom BVB von einem Champions- auf einen Europa-League-Platz verdrängt - mit dem nötigem Abstand betrachtet bleibt die Spielzeit dennoch eine der erfolgreichsten der jüngeren Vereinsgeschichte.

Doch nach den Abgängen von Coach Adi Hütter, Architekt Fredi Bobic sowie Top-Scorer Andre Silva stand der Eintracht im Sommer ein kompletter Neustart bevor. Und bereits nach sechs Spieltagen darf dieser als nicht geglückt bewertet werden.

Angefangen beim desolaten Pokal-Aus gegen Drittligist Waldhof Mannheim über die Klatsche gegen Dortmund und dann fünf Unentschieden in Serie. Frankfurt steht auf dem zwölften Rang - in insgesamt acht Pflichtspielen unter Neu-Trainer Oliver Glasner gelang kein einziger Sieg. Vom aggressiven Offensiv-Fußball, den Hütter der Eintracht einst eingeimpft hat, ist kaum noch etwas zu erkennen - so auch gegen den 1. FC Köln am Samstagnachmittag.

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"Nicht glücklich mit den vielen Unentschieden"

Die SGE hatte fehlerhaft begonnen und den Effzeh in der ersten Hälfte gleich mehrfach zu aussichtsreichen Angriffsaktionen eingeladen. Ein erster Warnschuss vom Kölner Sebastian Andersson in der vierten Minute flog noch knapp über den Kasten, ehe Ellyes Skhiri einen Querpass von Jonas Hector vollendete.

Köln führte früh und wirkte auch danach deutlich gefährlicher als die Eintracht. Der Ausgleich von Neuzugang Rafel Borre in der sechsten Minute der Nachspielzeit war der allererste Frankfurter Schuss aufs Tor - ein Sinnbild für die aktuelle Harmlosigkeit der Hessen.

Und trotz erkennbarer Verbesserung in der zweiten Halbzeit kam die Eintracht wieder nicht über eine Punkteteilung hinaus. "Wir sind nicht glücklich mit den vielen Unentschieden. Hier hat sich heute keiner etwas geschenkt. In Summe geht das 1:1 in Ordnung", musste der Österreicher wieder einmal feststellen und erkennt zudem eine gewisse Müdigkeit bei seiner Mannschaft: "Die Jungs haben wieder sehr viel investiert - die letzten Wochen haben ihre Spuren hinterlassen und es fehlt uns an Sicherheit". Die Eintracht tritt damit weiter auf der Stelle und kommt einfach nicht raus aus der unteren Tabellenhälfte.

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Steffen Baumgart zeigt sich nach dem Remis gegen Wolfsburg mit der Leistung der Kölner zufrieden. Auch Oliver Glasner kann mit der Punkteteilung leben. (Video: 00:39 Sekunden)

Baustellen auf nahezu allen Positionen

Die Probleme auf dem Rasen sind dabei klar zu erkennen. Die Baustellen lassen sich auf nahezu allen Positionen finden: Es fehlt eine Anspielstation vorne, eine klare Struktur im Mittelfeld und auch die Defensive, die Glasner in seiner Wolfsburger Zeit zur persönlichen Spezialität gemacht hat, leistet sich immer wieder Aussetzer. "Was mich im Nachhinein ärgert, ist dieses billige Gegentor", zeigte sich der österreichische Übungsleiter nach der Partie ratlos mit Blick auf seine Abwehr.

Doch auch in der Offensive drückt der Schuh. Der Abgang Andre Silvas, der in 32 Bundesliga-Partien ganze 28 Treffer erzielte (Vereinsrekord!) sowie acht Vorlagen beisteuerte, macht sich immer noch schmerzlich bemerkbar.

Auch Glasner selbst erkennt das und führt den Fehlstart unter anderem auf den großen Umbruch im Sommer zurück: "Man merkt, dass einige zum ersten Mal in der deutschen Bundesliga spielen. Dann musst du auch mal mit weniger Kontakten auskommen. Den Prozess gehen wir derzeit durch."

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Neuzugänge schlagen nicht ein

Denn der Ex-Wolfsburger könnte damit eben unter anderem den Silva-Ersatz Borre meinen. Auf dem Papier gelang der Eintracht mit der ablösefreien Verpflichtung zwar ein kleiner Coup, doch noch scheint der 25-jährige Kolumbianer Eingewöhnungszeit in seiner ersten Station in Europa zu brauchen. Der Treffer gegen Köln war sein erster Torerfolg im Dress von Frankfurt.

Ebenso wie Borre kann auch Christopher Lenz, der die Bundesliga zwar kennt, aber in seinen ersten Wochen noch einen wackligen Eindruck macht, noch nicht sein volles Potential abrufen. Muskuläre Probleme tun dabei ihr Übriges. Gegen die Geißböcke stand Lenz deshalb nicht im Kader.

Und auch Spielmacher Jesper Lindström, für sieben Millionen Euro nach Hessen gekommen, deutet sein großes Talent bislang weitestgehend nur an und brachte noch keine kontanten Leistungen. Gegen Köln musste der Däne deshalb zunächst auf der Bank Platz nehmen. Die Transferpolitik des neuen Kaderplaners Markus Krösche trägt bislang noch nicht die erhofften Früchte - die Neuzugänge schlagen schlichtweg nicht ein.

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Nagelsmann und Bayern warten

Und dennoch kann der Ex-Wolfsburger dem Remis auch etwas Positives abgewinnen: "Die Jungs haben wieder einen super Charakter gezeigt und sich in Hälfte zwei reingebissen. Wir sind erneut gut zurückgekommen und haben wieder ein schönes Tor erzielt". Ein schwacher Trost für die Fans der SGE, die auch mit Blick auf die kommende Woche nicht unbedingt in Euphorie verfallen dürften.

Denn am Donnerstagabend trifft die Eintracht in der Europa League auf Royal Antwerp FC. Wenn die Adler auch diese Partie nicht siegreich gestalten, könnte man bereits früh im Wettbewerb den Anschluss auf den ersten Tabellenplatz verlieren. Angesichts der aktuellen Form steht den Adlern ein schwieriges Spiel bevor. Und nur drei Tage später warten Julian Nagelsmann und der FC Bayern München auf Glasner und sein Team. Der deutsche Rekordmeister befindet sich einmal mehr in bestechender Form - drei Punkte wären schon fast eine Sensation.

Eine echte Herkules-Aufgabe, bei der die skeptischen Blicke schärfer denn je auf dem Coach liegen werden. Wenn sich auf dem Rasen nicht schnell etwas verbessern sollte, steht Eintracht Frankfurt bereits jetzt eine schwierige Saison bevor.

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