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Bundesliga News: Schalke, Union und Co. suchen einen Torhüter

Platz zwischen den Pfosten: Die halbe Liga sucht einen Torwart

Lars Pricken

13.06.2020 | 22:43 Uhr

Torhüter sind in der Bundesliga im kommenden Sommer sehr gefragt.
Image: Torhüter sind in der Bundesliga im kommenden Sommer sehr gefragt. © Getty

In der nächsten Transferperiode machen sich die Bundesligisten wieder auf die Suche nach Verstärkungen für ihre Teams. Im Fokus steht in diesem Jahr die Torhüter-Position: Fast die Hälfte der Liga hält nach einem Keeper Ausschau.

Der FC Bayern beispielsweise hat in der kommenden Saison vorerst ein Überangebot an Torhütern. Bei Vereinen wie Wolfsburg, Eintracht Frankfurt oder Borussia Mönchengladbach steht eine feste und solide bis starke Nummer eins im Tor. Bei anderen Vereinen sieht es da anders aus. Sky Sport zeigt, welche Klubs Bedarf haben und was für Keeper auf dem Markt sind.

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FC Schalke: Nübel, Schubert, Nübel, Schubert, Nübel - Fährmann?

Seit Monaten steht das Dilemma zwischen den Pfosten der Gelsenkirchener stellvertretend für die schlechte Rückrunde von S04. Seitdem Alexander Nübel seinen Sommer-Wechsel zum FC Bayern verkündet hat, kehrt einfach keine Ruhe ein. Nach seiner Roten Karte gegen Frankfurt und vier Spielen Sperre stand zunächst Markus Schubert im Tor.

Der junge Keeper leistete sich ein paar Fehler, verletzte sich leicht und das muntere Wechselspielchen nahm mit der Wiederkehr von Nübel richtig Fahrt auf. Verunsichert durch die Pfiffe der Fans musste der zukünftige Bayern-Spieler nach fünf Partien ohne Sieg dann wieder für Schubert weichen. Vier unglückliche Partien später nahm Trainer David Wagner den bislang letzten Wechsel vor - seit Spieltag 29 ist Nübel wieder die Nummer eins.

Der Plan für die kommende Saison scheint klar. Nach Sky Infos soll Ralf Fährmann, der zuletzt an den norwegischen Erstligisten Brann Bergen verliehen worden war, wieder eine Chance bekommen. Der 22-jährige Schubert soll durch eine Leihe Erfahrungen sammeln, während ein neuer Keeper sich mit Fährmann duellieren soll. Nübel geht im Sommer. Gekommen ist bereits der 16-jährige Everton-Keeper Dan Rose, der zunächst keine Option für die erste Mannschaft ist.

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Schalke-Trainer David Wagner spricht übe die Gründe für den Torwart-Wechsel

Union Berlin: Publikumsliebling hinterlässt große Lücke

Über Wochen zogen sich die Verhandlungen zwischen Union Berlin und Keeper Rafal Gikiewicz. Der Torhüter kennt seinen Wert für den Verein und weiß trotz der aufgebauten Verbundenheit zu den Hauptstädtern, dass er an anderer Stelle deutlich mehr Geld verdienen kann. Anfang Mai unterbreiteten die Eisernen dem 32-Jährigen ein letztes Angebot, dass der Pole ablehnte. Die Trennung im Sommer ist offiziell.

Einige Interessenten soll es nach der guten Saison im Dress der Berliner geben. Ein Wechsel zu Stadtrivale Hertha, der auf der Suche ist, kommt allerdings nicht infrage. "Ich kann das nicht machen. Ich habe mit Union Geschichte geschrieben und könnte das nicht verkaufen", beteuerte Gikiewicz bei Eleven Call Live. Wer Nachfolger des Publikumslieblings wird, hängt noch davon ab, in welcher Liga die Unioner in der kommenden Spielzeit auflaufen.

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Kandidaten, die bereits im Gespräch waren, sind unter anderem Freiburgs Nummer zwei Mark Flecken oder der ehemalige Niederlande-Nationalspieler Jeroen Zoet.

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''Transfer Update - die Show'': Zum Saisonende trennen sich die Wege von Union Berlin und Keeper Rafal Gikiewicz. Wechselt er zum Hamburger SV? Sky Reporter Jurek Rohrberg weiß mehr (Videolänge: 1:21 Min.).

Hertha BSC: Zwei Routiniers auf dem Abstellgleis

Mit Rune Jarstein und Thomas Kraft, die zusammen stolze 66 Jahre auf dem Kerbholz haben, hat die Hertha das älteste Torhüter-Duo der Liga unter Vertrag. Auch wenn sich der Verein von Jürgen Klinsmanns Urteil, dass beide "keinen Mehrwert" mehr für den Verein hätten, distanziert hat, will man bei der Alten Dame Veränderung.

Während Krafts Vertrag im Sommer ausläuft, gilt Jarsteins Arbeitspapier noch bis 2021. Wie genau die Pläne der Herthaner aussehen, ist noch nicht klar. Dass eine neue Nummer eins kommen soll, steht aber schon länger im Raum.

Kommt ein neuer Top-Keeper, könnte Jarstein für eine Saison zur Nummer zwei werden, während ein junger Keeper heranwächst. Dennis Smarsch, der als großes Talent gilt, durfte in dieser Spielzeit schon über 60 Minuten ran.

Fortuna Düsseldorf: Verletzungen, Vertragsende und viel Potenzial

Nach einer durchaus soliden Hinrunde verletzte sich Düsseldorfs Keeper-Leihgabe Zack Steffen schwer am Knie. Der Torhüter wird im nächsten Sommer vorerst zu Manchester City zurückkehren. Auch Michael Rensing verlässt die Rheinländer am Ende der Saison - sein Vertrag läuft aus.

Es bleiben der 32-jährige Raphael Wolf, der seit August 2018 kein Pflichtspiel mehr gemacht hat, und Florian Kastenmeier. Der 22-Jährige ersetzt derzeit Steffen und zeigte dabei gute Anlagen. Sollte die Fortuna absteigen, ist es durchaus vorstellbar, dass Kastenmeier die Nummer eins bleibt.

Im Falle des Klassenerhalts dürfte jedoch ein Torwart kommen, der zumindest die Qualität hat, mit Kastenmeier um den Platz zwischen den Pfosten zu streiten.

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SC Freiburg: Heißbegehrtes Schnäppchen im eigenen Tor

Der SC Freiburg wird in der Saison 2019/2020 wieder einmal nicht absteigen. Das steht seit dem 30. Spieltag auch rechnerisch fest. Großen Anteil daran hat einmal mehr Alexander Schwolow, der als letzter Mann den ein oder anderen Punkt festgehalten hat.

Doch das alljährliche Freiburg-Problem kommt auch hier zum Tragen: Spieler die sich hervortun, werden von größeren Klubs weggekauft. Und das ist bei Schwolow durchaus wahrscheinlich. Der Keeper will den Verein verlassen, wenn alles passt. Da er mit rund acht Millionen Euro eine bezahlbare Ausstiegsklausel besitzt, dürfte ein Klub mit passendem Angebot dabei sein.

Wie es dann auf der Torwart-Position weitergeht, bleibt abzuwarten. Mit Flecken haben die Freiburger keine schlechte Nummer zwei in der Hinterhand.

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Freiburgs Trainer Christian Streich mit viel Lob für Torhüter Alexander Schwolow

FC Augsburg: Rekordtransfer wird zur Fehlinvestition

Stolze 7,5 Millionen Euro zahlte der FCA im vergangenen Sommer für die Dienste von Tomas Koubek - damals Rekord für die bayrischen Schwaben. Doch mit zwei Patzern im ersten Saisonspiel gegen den BVB nahm das Unglück bereits seinen Lauf. Immer wieder leistete sich der tschechische Nationalkeeper folgenschwere Böcke, ehe er am 25. Spieltag endgültig von Andreas Luthe abgelöst wurde.

Mit dem 33-Jährigen scheint auch der neue Trainer Heiko Herrlich nicht unzufrieden zu sein. Doch nachdem die Augsburger im letzten Sommer für einen Schlussmann so tief in die Tasche griffen, ist ein weiterer Torwart-Transfer nicht ausgeschlossen. Dafür müsste allerdings erst Koubek an den Mann gebracht werden.

Borussia Dortmund: Vertragsprobleme und Insel-Gerüchte

Der BVB ist mit Roman Bürki zufrieden, Roman Bürki ist beim BVB zufrieden. Doch ganz so einfach ist es nicht. Der Vertrag des Schweizers läuft im Sommer 2021 aus. Verhandlungen bezüglich einer Verlängerung ziehen sich seit Monaten, ohne eine Unterschrift bisher. Zuletzt scheint man sich angenähert zu haben, doch bevor der Deal nicht verkündet ist, kann keine Ruhe einkehren. Denn: Der FC Chelsea soll großes Interesse an dem Keeper haben.

Zwar ist ein Wechsel unwahrscheinlich, doch sollte es bis zum Transferfenster keine Einigung geben, müssten die Dortmunder Bürki verkaufen, um noch Geld mit ihm zu machen. Marwin Hitz wiederum ist nicht vollends als Nummer zwei zufrieden. Bei den Ansprüchen des BVB reicht die Qualität des Schlussmannes jedoch nicht aus. Ein neuer Keeper müsste im Falle eines Bürki-Wechsels her.

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Werder Bremen: Die Abstiegsfalle

Jiri Pavlenka ist ein starker Keeper, mit dem die Bremer mehr als zufrieden sind. Sollte Werder absteigen, ist ein Verbleib des Torwartes aber unwahrscheinlich. In der 2. Bundesliga müssten sich die Hanseaten neu umschauen, gleichzeitig würde Pavlenka für einen anderen Klub frei werden.

Schaffen die Bremer den Klassenerhalt, dürfte auch Pavlenka ein Grün-Weißer bleiben.

Einige verfügbare Torwart-Kandidaten:

Aus diesen Konstellationen ergeben sich einige Keeper-Kandidaten für die suchenden Klubs. Das Ganze könnte zu einem Torwart-Karussell führen, in dem die aufgelisteten Namen eine größere Rolle spielen könnten.

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Jiri Pavlenka: Im Falle eines Werder-Abstiegs vermutlich zu haben
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Michael Rensing: Vertragslos
Thomas Kraft: Vertragslos

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