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Bundesliga: Stimmen zum Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund

Stimmen zur BVB-Pleite in Gladbach: "Ein beschissenes Gefühl"

Borussia Dortmund hat im letzten Bundesligaspiel vor der WM-Pause eine ernüchternde Niederlage bei Borussia Mönchengladbach einstecken müssen. BVB-Trainer Edin Terzic und Julian Brandt fanden im Anschluss am DAZN-Mikrofon klare Worte.

Daniel Farke (Trainer Borussia Mönchengladbach) über ...

... zum Spiel: "Die erste Halbzeit war von beiden Mannschaften auf Topniveau, das war Werbung für den Bundesligafußball. Ich finde aber schon, dass wir auch in der Höhe verdient gewonnen haben. Wir hätten in der zweiten Halbzeit das ein oder andere Tor mehr erzielen und das Ergebnis höher gestalten müssen. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung und damit, wie wir das Spiel angegangen sind. Es ist wichtig, im letzten Spiel vor einer längeren Pause ein Erfolgserlebnis zu haben, denn das nimmst du mit in die Pause. Deshalb ist es ein rundum gelungener Abend."

... zur Heimstärke der Gladbacher: "Es war ein Thema, wir wollten wieder eine absolute Heimmacht werden und das sind wir auch geworden. Damit können wir zufrieden sein. Ich halte nicht viel davon, nach den Gründen zu suchen, warum es auswärts nicht funktioniert. Wenn das so wäre, wären wir mit acht Punkten Vorsprung Tabellenführer. Den Anspruch kann man als Spitzenmannschaft haben, aber nicht als Borussia Mönchengladbach und nicht in unserer Situation. Deshalb sind wir zufrieden, dass wir stabil dastehen."

... zu seinem Fazit zur WM-Pause: "Wir waren letzte Saison bis Anfang Mai im Abstiegskampf. Unsere Vereinsführung hat gesagt, dass das erste Tabellendrittel für uns absolut unrealistisch ist, und dass, wenn alles passt und wir alle Spieler zur Verfügung haben, wir einen einstelligen Tabellenplatz belegen und vielleicht siebter werden können. Unser spektakulärster Neuzugang kam mit Ko Itakura aus der zweiten Liga. Das ist die Realität, es gibt Teams, mit denen wir uns nicht messen können. Wir hatten auch eine Verletzungsmisere, wie kaum ein anderer Verein in der Liga und stehen trotzdem auf Rang sieben. Das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir erfüllt, wir gehen zufrieden in die Pause."

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) über ...

... zum Spiel: "Die Woche war sehr enttäuschend. Das war nicht nur die Niederlage heute, sondern auch das Spiel am Dienstag in Wolfsburg. Wir hatten uns viel vorgenommen, ich glaube, in den ersten Aktionen hat man gespürt, was wir vorhatten. Dann haben wir nach vier Minuten das erste Gegentor kassiert. Trotzdem haben wir in der ersten Hälfte viel zu viele Chancen zugelassen. Wir haben phasenweise schlecht verteidigt, aber man hatte das Gefühl, dass wir vor der Pause das 3:3 hätten machen können, weil wir viele gute Möglichkeiten hatten. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns viel vorgenommen, das war mit der ersten Minute und dem Gegentor erledigt. Das hat uns den Stecker gezogen."

... zur Frage, welches Bild nach dem letzten Spiel des Jahres bei ihm bleibe: "Wir überwintern auf Platz sechs. Das ist nicht unser Anspruch. Vor dem Spiel haben wir gesagt, es sei alles nah beieinander und wir wüssten nicht, was der Sieg heute bedeuten würde, ob wir vielleicht auf Platz drei bis fünf überwintern. Aber wir wussten, dass wir im Januar dann mittendrin wären. Das hat nicht geklappt. Jetzt haben wir einen Rückstand, den wir wiedergutmachen müssen. Wir starten nicht bei null, sondern im Minus. Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen und dann wieder angreifen."

... zu Youssoufa Moukoko (vor dem Spiel): "Natürlich hat er sich gefreut und hat das auch kundgetan. Nicht nur bei uns, sondern auch in den sozialen Medien. Es geht aber darum, dass er nicht vergisst, was ihn in diese Situation gebracht hat. Und zwar die Entwicklung, die er in letzter Zeit genommen hat und wie er der Mannschaft hilft, besser zu spielen."

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Bundesliga-Saison 2022/23

  • Start: 5. - 7. August 2022
  • Eröffnungsspiel: Eintracht Frankfurt - FC Bayern München
  • letzter Spieltag 2022: 11. - 13. November
  • FIFA Fußball-WM: 21. November - 18. Dezember 2022
  • erster Spieltag 2023: 20. - 22. Januar
  • 34. Spieltag: 27. Mai 2023
  • Titelverteidiger: FC Bayern München
  • Aufsteiger: FC Schalke 04, SV Werder Bremen

Julian Brandt (Borussia Dortmund) über ...

... zum Spiel: "Es war eigenes Unvermögen, von uns allen gegen den Ball und in der ersten Halbzeit auch vor dem Tor. Wenn man hier zwei Tore erzielt ist das ein gutes Fundament, aber wir haben zu einfache Tore durch unser Unvermögen kassiert. Wir haben es verpasst, den Ausgleich zu machen und mit einer besseren Basis in die zweite Halbzeit zu gehen. Zu Beginn der zweiten Hälfte haben wir dann wieder gepennt. Es sind Themen, die wir in den letzten Wochen schon hatten. Wir haben Gladbach heute sehr stark gemacht und sie sind der verdiente Sieger."

... zur Frage, warum Dortmund zu Beginn einer Halbzeit Probleme habe: "Das ist nicht das erste Mal, dass mir so eine Frage gestellt wird, eine Lösung habe ich heute immer noch nicht. Es ist wahrscheinlich mangelnde Konzentration. Mein Gefühl war, dass wir heute gar nicht so schlecht rausgekommen sind, aber das Problem ist, dass wir wieder das Gegentor kassiert haben. Wir hatten die ersten paar Minuten den Ball, haben eine Kontersituation bekommen und uns den Gegentreffer gefangen. Es war nicht das Problem, dass wir komplett schlecht waren, aber wir haben es schlecht verteidigt. Damit meine ich nicht vier oder fünf Spieler, sondern alle."

... zu seinem Fazit zur WM-Pause: "Für die Spieler, die jetzt lange nicht spielen und hier sind, aber gerade auch für die, die wegfahren, ist es absolut schweres Gepäck. Das ist ein beschissenes Gefühl, weil du nichts ändern kannst. Freitags zu verlieren ist noch eine Spur beschissener, weil alle Mannschaften noch punkten können. Nichtsdestotrotz müssen wir den Cut finden und uns wieder neu aufbauen."

Roland Virkus (Geschäftsführer Sport Borussia Mönchengladbach) ...

... zum Spiel: "Wir hatten uns heute nach dem schlechten Spiel gegen Bochum viel vorgenommen. Die Mannschaft hat dem Matchplan des Trainers gut umgesetzt. Am Anfang hatten wir zu wenig Ballbesitz, den sollte man gegen Dortmund haben. In der zweiten Halbzeit haben wir besser verteidigt und deswegen auch verdient gewonnen."

... zur bisherigen Saison der Gladbacher: "Wir sind mitten in einem Prozess. Wir hatten Höhen und Tiefen, momentan ist es eine Gefühlsachterbahn. Aber ich denke, gerade gegen die großen Teams haben wir es gut gemacht. Jetzt geht es darum, auch gegen Mannschaften, die uns wehtun und vielleicht fußballerisch unterlegen sind, zu gewinnen."

... zur jetzt schon beginnenden Transferphase: "Es ist sehr skurril, weil man jetzt die WM im Winter hat. Man guckt sich schon um, und schaut. Mal sehen, was passiert. Ich kann ihnen nicht sagen, ob wir nach der WM ein anderes Gesicht haben."

Jonas Hofmann (Torschütze Borussia Mönchengladbach) ...

... zum Spiel: "Es könnte gerade nicht besser sein. Wir sind ordentlich bis sehr gut in die Partie gekommen, erneut mit einem frühen Tor und haben nach dem Ausgleich eine gute Reaktion gezeigt. Die erste Halbzeit war ein Hin und her. Dortmund hat uns teilweise tief in die eigene Hälfte gedrängt, uns aber auch Räume geboten, die wir zweimal genutzt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es souverän gespielt und waren kompakt. Wir hatten einige Chancen und es hätte noch höher ausgehen können."

... zur Ausgangslage seiner Mannschaft: "Wir haben jetzt eine gute Ausgangslage, um in die letzten 19 Spiele zu starten. Es war die ersten Spiele wieder ein Auf und Ab bei uns, wir müssen Konstanz reinbringen und auch in Auswärtsspielen so mutig auftreten."

... zur Frage nach seiner taktischen Rolle bei der WM: "Das haben wir noch nicht besprochen, wir werden wahrscheinlich zeitnah in die taktischen Inhalte gehen. Wir verarbeiten jetzt unser Spiel, denn wir sind nach der englischen Woche alle kaputt und ich bin auch aus einer Verletzung gekommen. Deshalb freue ich mich, dass das Spiel Freitagabend war, schaue mir die Bundesliga gemütlich an und kann regenerieren. Ab Sonntag oder Montag geht es dann an die Taktik."

Julian Weigl (Borussia Mönchengladbach) ...

... zur bisherigen Saison der Gladbacher: "Es ist gerade nach dem letzten Jahr keine Überraschung, dass wir als Mannschaft noch nicht stabil sind, dass wir nicht durchmarschieren, nicht auf Platz zwei stehen und keine Dellen haben. Es war vor der Saison klar, dass solche Phasen kommen würden, aber man hat heute gesehen, dass wir gegen einen solchen Gegner gut spielen und vielleicht noch höher gewinnen können. Wir sind auf einem richtig guten Weg, auch, wenn wir gern den ein oder anderen Punkt mehr auf dem Konto hätten. Das wäre möglich gewesen, aber wir sind auch noch in der Entwicklung. Dennoch glaube ich, dass wir mit den ersten Spielen zufrieden sein können."

... zu seiner Nicht-Nominierung: "Natürlich ist es eine Enttäuschung. Hansi Flick hat mich angerufen und mir seine Gedankengänge erklärt. Es hat mir viel bedeutet, dass er angerufen hat, damit man es als Spieler besser verkraften kann. Wenn man im engeren Kreis ist, will man auch dabei sein, trotzdem hatte ich heute extrem Bock zu spielen und habe nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Der Urlaub tut mir jetzt auch gut, obwohl ich gern in Katar dabei gewesen wäre."

Sebastian Kehl (Sportdirektor Borussia Dortmund) ...

... zur WM-Nominierung von Youssoufa Moukoko (vor dem Spiel): "Wir haben natürlich gestern nach der Nominierung miteinander gesprochen und wussten auch einen Tag vorher schon Bescheid. Das ist für Youssoufa eine großartige Geschichte. Ich glaube, er wird für die Leistungen aus den letzten Wochen belohnt und darf so ein Turnier erleben. Es ist schon etwas Besonderes, dass er das Vertrauen des Bundestrainers bekommen hat, macht ihn stolz und wird ihm hoffentlich Auftrieb geben."

... zu Mats Hummels (vor dem Spiel): "Seine Enttäuschung war Mittwochabend und auch Donnerstag schon spürbar. Denn man muss schon festhalten, dass er in den letzten Wochen gute und stabile Leistungen für uns gezeigt hat. Er ist ein wichtiger Faktor und ist unglaublich fit, hat nahezu alle Spiele absolviert. Dass er sich berechtige Hoffnung gemacht hat, ist nachvollziehbar. Es war sein Traum, demnach war die Enttäuschung groß."

... zu Marco Reus (vor dem Spiel): "Es ist sehr bitter für ihn, weil er erneut ein großes Turnier verpasst und langsam in einem Alter ist, in dem solche Turniere nicht mehr in der Vielzahl kommen. Er hat alles versucht, aber es ist eine hartnäckige Sprunggelenksverletzung. Er hat ein paar Mal reinschnuppern können, aber die Reaktion danach war leider nicht so positiv, er musste immer wieder kürzertreten. In den letzten Tagen ist es leider nicht so vorangegangen, dass er heute dabei sein kann. Deswegen machte es letztendlich keinen Sinn, dass er mitfährt. Es hat nicht viel gefehlt, es ist für ihn und auch für uns in der aktuellen Situation blöd. Er könnte für den Bundestrainer ein Element sein, das die WM bereichert."

... zur Transfersituation in der WM-Pause (vor dem Spiel): "Wir haben den Markt in den letzten Wochen und Monaten schon beobachtet. Natürlich wird die WM nochmal Einfluss auf die Marktsituation haben. Die Spieler, die gut performen, werden teurer. Wir müssen bisher schon ein paar Hausaufgaben gemacht haben, sonst wären wir spät dran. Auf der anderen Seite ist das Wintertransferfenster für uns nicht das, worauf wir gezielt zusteuern. Wir vertrauen unserem Kader und denken, dass wir im Januar deutlich stärker sein werden, wenn verletzte Spieler zurückkehren. Wir müssen uns auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten, aber haben unsere Hausaufgaben gemacht."

SID

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