Zum Inhalte wechseln

Bundesliga: Union Berlin fährt bei Transfers eine klare Strategie

Frage der Erfahrung: Kruse als Sinnbild für Unions Transferpolitik

Felix Arnold

08.08.2020 | 13:46 Uhr

Ein echter Transfercoup! Ex-Nationalspieler Max Kruse wechselt zu Union Berlin.
Image: Ein echter Transfercoup! Ex-Nationalspieler Max Kruse wechselt zu Union Berlin.  © Imago

Mit Torhüter Rafal Gikiewicz hat der selbsternannte "König von Köpenick" Union Berlin verlassen, mit Bundesliga-Rückkehrer Max Kruse haben die Eisernen den legitimen Nachfolger verpflichtet. Damit landet Union einen echten Transfercoup, der zur Strategie passt.

Ob auf dem Platz im hitzigen Wortgefecht mit Fan-Chaoten oder mit glänzenden Leistungen zwischen den Pfosten: Ex-Keeper Rafal Gikiewicz hatte sich im Osten Berlins zum wichtigen Faktor im Kampf um den Klassenerhalt entwickelt. Trotz seines überraschenden Abgangs zum FC Augsburg - der extrovertierte Pole genießt nach zwei Jahren Kultstatus bei den Fans.

Kruse - auf mehreren Ebenen eine Verstärkung

Da stellt sich die Frage, wer künftig seine Rolle einnehmen wird? Neuzugang Max Kruse, der nach einem unbefriedigenden Jahr in Istanbul die sehnsüchtig erwartete Rückkehr in die Bundesliga feiert, scheint prädestiniert dafür zu sein. Sportlich wie charakterlich ist der Ex-Nationalspieler eine echte Bereicherung für den Underdog aus Berlin-Köpenick - und steht stellvertretend für dessen erfolgreiche Transferstrategie.

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

In unserem täglichen Liveblog halten wir Euch über alle Gerüchte und fixe Transfers auf dem Laufenden.

Selten ist ein Aufsteiger als größerer Underdog in eine neue Bundesliga-Saison gegangen als Union Berlin im vergangenen Jahr. Eines der kleinsten Budgets, das erste Jahr im Oberhaus - nur die größten Optimisten glaubten wirklich an den Nicht-Abstieg. Unter dem Strich hat das Team von Trainer Urs Fischer dann souverän die Klasse gehalten und steht nun vor dem verflixten zweiten Jahr.

Gesucht: Erfahrene Haudegen statt "Jugend forscht"

Damit den treuen Fans in diesem Jahr kein böses Erwachen droht, verfolgen die Verantwortlichen um Sportdirektor Oliver Ruhnert weiterhin eine klare Strategie bei ihren Neuverpflichtungen. Union sucht nach Spielern mit einer gewissen Reife, die ihre Klasse in der Bundesliga bereits nachgewiesen und ausreichend Erfahrung gesammelt haben. Schon im letzten Jahr stellten die Berliner mit Routiniers wie Christian Gentner oder Neven Subotic das älteste Team der Liga - mit im Schnitt 27,8 Jahren.

Von "Jugend forscht" kann beim Kultklub aus dem Osten also keine Rede sein, dieser Trend scheint sich auch in diesem Sommer fortzusetzen. Der 33-jährige Torhüter Andreas Luthe (aus Augsburg) und der 28-jährige Robin Knoche (aus Wolfsburg) haben ihr Format bereits auf nationaler und internationaler Bühne nachgewiesen, an den Qualitäten von Königstransfer Max Kruse dürfte niemand ernsthaft zweifeln.

Jetzt Push-Nachrichten zu Deinen Lieblingssportarten!

Jetzt Push-Nachrichten zu Deinen Lieblingssportarten!

Du willst personalisierte Sport-Nachrichten als Push auf dein Handy? Dann hol Dir die Sky Sport App und wähle Deine Lieblingssportarten- und wettbewerbe aus. So funktioniert's.

Das Erstaunliche: Union Berlin musste für seine neun Neuzugänge lediglich 1,5 Millionen Euro auf den Tisch legen, ablösefreie Wechsel machen dies möglich. Darüber hinaus darf es der bodenständige Verein durchaus als Lob für die eigene Arbeit verstehen, dass sich solch umworbene Spieler für einen Wechsel an die Alte Försterei entschieden haben. Bei aller Qualität und Erfahrung - vor allem in der Defensive - stellt sich die Frage, wo Kruse in Zukunft auflaufen wird.

Wo findet Freigeist Kruse seinen Platz?

Im klassischen 4-2-3-1-System dürfte dem prominenten Neuzugang die Position des Spielmachers besonders gut zu Gesicht stehen. Kruse gilt als Freigeist, der seine besten Leistungen dann abrufen konnte, wenn er nicht in ein taktisches Korsett gezwängt wurde. Auf der Postion hinter den Spitzen könnte der 32-Jährige Stoßstürmer Sebastian Andersson (zwölf Tore) in Szene setzen - oder selbst abschließen. Die Union-Fans werden nichts dagegen haben.

Mehr zum Autor Felix Arnold

Weiterempfehlen:

Mehr stories