Buvac: Von Klopps Schattenmann ins Rampenlicht?
Klopps Co-Trainer als Favorit bei Arsenal
04.05.2018 | 10:30 Uhr
Zjelko Buvac war 17 Jahre lang Co-Trainer von Jürgen Klopp. Nun ist er nach Sky Informationen Favorit beim FC Arsenal als Nachfolger von Arsene Wenger. Kann der 50-Jährige überhaupt Chef?
Mit Zjelko Buvac hat Jürgen Klopp höchstwahrscheinlich mehr Zeit verbracht als mit seiner Ehefrau. Seit 2005 ist Klopp mit seiner Ulla verheiratet, die er während seiner Zeit als Trainer des FSV Mainz 05 kennenlernte.
Klopp und Buvac kennen sich schon seit 26 Jahren. Damals spielten sie zusammen in Mainz. Danach waren sie 17 Jahre lang ein kongeniales Trainer- Team. Der eine als Chef, Gesicht und Lautsprecher, der andere als sein Assistent und Schattenmann. Buvac wurde häufig als Klopps Gehirn bezeichnet. Vergangene Woche haben sich ihre Wege getrennt. "The Brain" soll selbst Chef werden.
Wunschkandidat bei Arsenal
Der 56-Jährige, der beim FSV Mainz 05, Borussia Dortmund und dem FC Liverpool Co-Trainer des sechs Jahre jüngeren Klopp war, soll nach Informationen von Sky UK beim FC Arsenal die Nachfolge von Arsene Wenger antreten. Zwar halten sich die Londoner bisher bedeckt in Bezug auf ihre Pläne, doch Buvac gilt als Wunschkandidat von Arsenals Fußballchef Sven Mislintat.
Buvac und Klopp wurden zusammen mit Dortmund 2011 und 2012 Meister und einmal Pokalsieger, stiegen 2004 mit Mainz in die Bundesliga auf und führten Liverpool wieder in den Kreis der europäischen Spitzenklubs. Nun ist ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte vorbei.
Berichte, nach denen beide im Streit auseinander gegangen seien, wurden von den Reds dementiert.
Heidel: "Ganz neue Herausforderung"
"Ich konnte mir nie vorstellen, dass sie nicht mehr zusammenarbeiten. Die zwei passen überragend gut zusammen, auch menschlich", sagte der ehemalige Mainzer Manager Christian Heidel am Donnerstag. Der heutige Schalker Sportvorstand holte Buvac 2001 als Assistent für Klopp nach Mainz. Vorher hatten beide zusammen für den FSV gespielt.
Anschließend ging Buvac zum SC Neukirchen. Nur beim damaligen Regionalligisten arbeitete er drei Jahre lang als verantwortlicher Trainer, danach stand er immer in Klopps Schatten.
Kann Buvac überhaupt Chef? "Wenn du fast 20 Jahre nur Co-Trainer machst, ist das nochmal eine ganz neue Herausforderung. Früher war es nicht seine Ambition, weil er nie der Typ war, der in vorderster Front steht", gibt Heidel zu bedenken.
"Buvac ist keine Rampensau"
"Buvac ist einer der größten Taktikfüchse im Fußball, aber alles andere als eine Rampensau wie Klopp es ist", meint Sky Reporter Stefan Schäuble, der beide während ihrer BVB-Zeit begleitete.
Feulner traut ihm den Schritt zu
"Ob er das kann, wird sich zeigen. Er steht mehr in der Öffentlichkeit, der Druck auf ihn wird größer, dann muss er sich beweisen", sagt Markus Feulner im Sky Interview. Feulner spielte von 2006 bis 2008 unter Klopp und Buvac in Mainz und folgte ihnen 2009 nach Dortmund.
Buvac sei ein „sehr akribischer Arbeiter und auch ein Stück weit besessen. Ich traue ihm zu, dass er den Schritt machen möchte und Verantwortung übernehmen möchte", erklärt der Mittelfeldspieler.
"Ich denke, dass Arsenal jemanden braucht, der detailverliebt ist und eine genaue Vorstellung vom offensiven Fußball hat", ergänzt Feulner.
Trio soll Arsenal wieder in die Spur bringen
Bei Arsenal soll Buvac zusammen mit dem ehemaliven BVB-Chescout Mislintat, Raul Sanllehi, Arsenals "Head of Football Relations" und einstiger Fußballchef des FC Barcelona, den Neuaufbau der Gunners planen und den Klub, der zweimal in Folge die Champions League verpasste, wieder in Europas Königsklasse führen.
Klopp, Buvac und Mislintat arbeiteten zusammen in Dortmund, ehe das Trainergespann 2015 nach Liverpool wechselte. Im Dezember 2017 verließ auch Mislintat den BVB. Nun gehen Buvac und Klopp getrennte Wege. Ein Wiedersehen könnte es in der neuen Premier-League-Saison geben.
"Buvac' Gunners gegen Klopps Reds" - an diese Überschrift müssten sich nicht nur Christian Heidel und Ulla Klopp erst einmal gewöhnen.