BVB: Das würde ein Transfer von Axel Witsel bedeuten
Gerüchte werden immer heißer
31.07.2018 | 14:41 Uhr
Axel Witsel soll das Mittelfeld der Dortmunder verstärken. Welche Folgen hätte sein Transfer für die Bundesliga und den BVB?
Axel Witsel ist 29 Jahre alt, zentraler Mittelfeldspieler und wurde mit Belgien bei der WM-Dritter. Aktuell spielt er in China für Tianjin Quanjian, könnte aber bald für Borussia Dortmund auflaufen. Witsel wäre der erfahrene Spieler, den der BVB letzte Saison vermisste. Sein Wechsel hätte aber weitreichende Konsequenzen - positiv wie negativ - für die Borussia.
Zeichen an die gesamte Liga
Ein Transfer in dieser Größenordnung wäre ein deutliches Zeichen an die Bundesligakonkurrenz aus München, Gelsenkirchen, Hoffenheim oder Leipzig. Mit Witsel würde ein internationaler Top-Star den BVB und damit auch die Liga verstärken.
Zwar war der gebürtige Lütticher bisher in keiner der fünf großen Ligen aktiv, war allerdings bei renommierten Vereinen wie Zenit St. Petersburg oder Benfica Lissabon genauso wie in der Nationalmannschaft immer gesetzt. Außerdem besitzt er Champions-League-Erfahrung.
Ende des "Jugendwahns" beim BVB?
Zudem wäre der Deal mit Witsel ein weiteres Indiz dafür, dass der BVB seine Transfer-Philosophie etwas umgestellt hat. Der reine Jugendwahn, über den sich vor allem Thomas Tuchel beschwerte, hätte mit dem neuen Mittelfeld-Duo Delaney/Witsel ein Ende.
"Er ist ein Spieler mit genug Erfahrung, wenn er sich schnell in Dortmund akklimatisiert und das spielerische Niveau aus der Nationalmannschaft auf den Platz bringt, könnte er genau der Spieler sein, den die Borussia noch sucht", erläutert Sky Reporter Sascha Bacinski.
Als neutraler Bundesliga-Fan könnte man sich über einen Witsel-Transfer freuen. Denn dieser würde zeigen, dass die Bundesliga für ausländische Stars attraktiv bleibt.
Wird das Gehalt zum Problem?
Beim Mittelfeldspieler mit der markanten Frisur ist das Gehalt ein wichtiger Punkt. Denn vorsichtig formuliert spielte bei seinen bisherigen Vereinswechseln die sportliche Perspektive eine eher untergeordnete Rolle.
Sein Transfer von Benfica zu Zenit muss nicht als Abstieg bezeichnet werden, der nächste logische Schritt auf der Karriereleiter war es aber auch nicht. Bei seinem Wechsel nach China war das Geld sogar der treibende Faktor. In Dortmund müsste er deutliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Laut Medienberichten verdient Witsel in China umgerechnet 16 Millionen Euro - netto!
Mit einem derartigen Salär würde er das Gehaltsgefüge bei den Schwarz-Gelben sprengen. Die belgische Tageszeitung Het Nieuwsblad berichtet, dass Witsel in Dortmund aber immerhin noch zwischen zehn und zwölf Millionen Euro einstreichen würde.
Fraglich ist auch, wie Witsels bisheriger Werdegang und Ruf als Söldner bei den Fans auf der Südtribüne ankommt. Sollten seine Leistungen nicht von Anfang an seinem Gehalt entsprechen, könnte er schnell den Unmut der Dortmunder Fans auf sich ziehen.
Überangebot im Mittelfeld
Sollte der Transfer über die Bühne gehen, müssten die BVB-Bosse den Kader noch ausdünnen. Der Belgier wäre nach Thomas Delaney der zweite Neuzugang für die Zentrale. Sollte kein Spieler mehr den Verein verlassen, dann könnte Lucien Favre zwischen zehn (!) Spielern für die Positionen in der Mittelfeldzentrale wählen. Unzufriedene Spieler und Stunk wären vorhersehbar.
Als potenzielle Abgänge gelten die üblichen Verdächtigen. Bei Shinji Kagawa und Nuri Sahin halten sich Gerüchte über einen Wechsel in die Türkei. Beide dürften den Verein wohl bei einem passenden Angebot verlassen. Auch Sebastian Rode dürfte in der kommenden Saison oft auf der Bank oder Tribüne sitzen, falls er den BVB nicht noch verlassen wird. Youngster Dzenis Burnic könnte noch verliehen werden und Julian Weigl wird mit Paris Saint-Germain in Verbindung gebracht.
Klar ist: Ein Witsel-Wechsel würde das aktuelle Mannschaftsgefüge in Dortmund gehörig aufmischen.