Härtetest gegen Inter: Wer steht in Nagelsmanns Start-Elf?
07.09.2022 | 17:02 Uhr
Bayern Münchens Mission Istanbul beginnt in Mailand: Der Rekordmeister steht beim italienischen Topklub Inter gleich vor der ersten großen Herausforderung. Die voraussichtliche Aufstellung.
Als die Bayern in ihren schicken beigen Anzügen in der Modestadt Mailand aus dem Flieger stiegen, machte Thomas Müller gleich einmal die Münchner Marschroute deutlich: "Attacare!" Volle Attacke also.
148 Tage nach der Blamage gegen den FC Villarreal startet der Rekordmeister im legendären San Siro einen erneuten Angriff auf Europas Fußball-Thron. Die Sehnsucht beim FC Bayern nach dem Henkelpott ist groß, genau wie der Druck vor dem kniffligen Auftakt in die Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr) bei Inter Mailand.
"Es sind wenig Spiele in der Gruppenphase, da gibt es keine Zeit, sich Schwächen zu erlauben", betonte Trainer Julian Nagelsmann nach der Ankunft am Dienstagabend. "Wir müssen schon liefern, liefern und noch mal liefern", ergänzte Müller. Und auch Vorstandschef Oliver Kahn weiß nach dem nicht einkalkulierten Viertelfinal-K.o gegen Außenseiter Villarreal in der Vorsaison: "Wir sind beim FC Bayern zum Erfolg verdammt."
Ex-Sportvorstand Matthias Sammer macht sich trotz der herausfordernden Gruppe C mit dem FC Barcelona und Inter aber "überhaupt keine Sorgen". Er sieht den Rekordmeister auf dessen Mission Istanbul, wo am 10. Juni 2023 das Finale stattfindet, gar als "Top-Favorit" auf den Titel. Der FC Bayern vermittle "diese Gier". Er sei trotz der Erfolge "nicht satt".
Dies unterstrich auch Kapitän Manuel Neuer vor den brisanten und schweren Auftaktduellen beim italienischen Pokalsieger und danach gegen Barca mit Ex-Bayern-Torjäger Robert Lewandowski (13.9.). "So ein Ausscheiden tut weh. Wir haben den Ehrgeiz und Ansporn, diesmal wieder weit zu kommen. Wir gehören zu den Mitfavoriten."
Allerdings sind die Bayern, die ihre 18 Auftaktspiele in der Königsklasse seit 2002 gewonnen haben, nach zuletzt zwei mageren Unentschieden in der Liga gewarnt. "Wir müssen von Beginn an voll da sein", forderte Nagelsmann vor den Wochen der Wahrheit. Man dürfe in dieser "spektakulären Gruppe" nicht mit einer Niederlage starten, nahm auch Müller sein Team in die Pflicht, "da läuft man erst mal der Musik hinterher".
Dies soll keineswegs passieren. "Inter wird nicht einfach, aber wir sind heiß. Die Energie ist beeindruckend", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. "Wir werden bereit sein", betonte auch Superstar Sadio Mane, auf dem neben dem neuen Abwehrchef Matthijs de Ligt gerade international große Hoffnungen ruhen.
Mane soll im Zusammenspiel mit Müller, Jamal Musiala, Leroy Sane, Kingsley Coman oder Serge Gnabry den Abgang von Torgarant Lewandowski kompensieren. Gegen Gladbach (1:1) und Union (1:1) hatte das nach einem beeindruckenden Saisonstart nicht geklappt - und das trotz 56 (!) Abschlüssen.
Schon kam die Diskussion um Lewandowski auf, der gerade bei Barca glänzt. "Die Frage gibt es nur, weil ihr sie stellt", antwortete Nagelsmann in Berlin genervt. Auch Müller hatte nach dem Gladbach-Spiel zur gleichen Frage die Augen verdreht: "Das war ja klar, dass das jetzt kommt." Um das Gerede im Keim zu ersticken, wären Tore und ein Sieg in Mailand umso wichtiger.
Bei Inter ist gerade die Abwehr das zentrale Thema nach dem schmerzhaften 2:3 im 232. Mailänder Stadtderby. "Wir kassieren zu viele Tore und müssen uns wesentlich verbessern", betonte Trainer Simone Inzaghi, der auf Mittelstürmer Romelu Lukaku verzichten muss.
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