Coman, Kimmich & Co. - so treibt der FC Bayern den Umbruch voran
Team soll weiter verjüngt werden
26.07.2017 | 09:17 Uhr
Der FC Bayern geht mit großen Ambitionen in die kommende Saison. Die mit rund 100 Millionen verstärkte Mannschaft tanzt auf drei Hochzeiten. Uli Hoeneß hat aber nicht nur 2018 im Blick. Vielmehr will der FCB-Präsident einen Umbruch einleiten, damit der Rekordmeister dauerhaft erfolgreich ist.
Der FC Bayern sucht zwölf Tage vor seinem ersten Pflichtspiel noch nach seiner Form. Am 5. August treten die Münchner zum DFL-Supercup bei Borussia Dortmund an. Dieser Pokal wird aber definitiv nicht der wichtigste Titel sein, den die Bayern anpeilen.
"Am liebsten wäre es mir, Meister und Pokalsieger zu werden", erklärt Hoeneß. Zudem will der gebürtige Ulmer "in der Champions League gut mitspielen und im Laufe des Jahres eine Mannschaft aufbauen, die in den nächsten Jahren für Furore sorgen kann."
Es gelte, das Team in der Zukunft mit weiteren klugen Transfers so zu stärken, dass der FC Bayern bald wieder in der Lage ist, die Königsklasse zu gewinnen.
Champions-League-Sieg kein Ziel?
Hoeneß vermeidet es explizit, den Henkelpott bereits 2017/2018 als Ziel zu formulieren. Vielmehr soll das Team weiter verjüngt werden. "Einerseits musst du Titel gewinnen, andererseits musst du den Umbruch irgendwie schaffen", weiß Hoeneß.
Dabei nimmt er auch Trainer Carlo Ancelotti in die Pflicht. Im ersten Jahr setzte der Italiener vornehmlich auf gestandene Spieler. Für Hoeneß nachvollziehbar. "Es war völlig klar, dass er auf die alten Kempen setzt", sagt der FCB-Präsident. In diesem Jahr sei die Situation anders. Ancelotti kenne Verein und Spieler schon deutlich besser.
Hoeneß ist sicher, dass einige junge Spieler 2018 auf sich aufmerksam machen werden. An Renato Sanches denkt der Aufsichtsrats-Boss nur bedingt. "Wenn der Spieler glaubt, dass es für ihn besser ist ausgeliehen oder verkauft zu werden, wird sich der Verein damit beschäftigen", so Hoeneß über den Portugiesen: "Das Wohl und Wehe des FC Bayern hängt nicht von Renato Sanches ab".
Große Erwartungen an Coman und Kimmich
Positivere Worte hat Hoeneß für Kingsley Coman und Joshua Kimmich übrig, von denen der 35-fache Nationalspieler einen großen Schritt nach vorne erwartet.
"Kimmich wird das schaffen", so der FCB-Boss. "Auch Coman hat sich beim Telekom Cup fantastisch gezeigt". Speziell der Franzose hat auf den offensiven Außen mit Franck Ribery und Arjen Robben allerdings große Konkurrenz. Die beiden Weltklassespieler haben die 30 zwar schon hinter sich, aber laut Hoeneß gebe es nicht alt oder jung, sondern nur gut oder schlecht.
Der 65-Jährige weiß, dass die Routiniers ihren Stammplatz nicht kampflos aufgeben. "Ich kenne Robben und Ribery sehr gut", sagt Hoeneß.
Superstars bei Laune halten
"Die werden nicht gerade glücklich sein, wenn der Trainer ihnen alle 14 Tage sagt: Du hast letzte Woche super gespielt, aber jetzt muss ich mal wieder den Jungen einsetzen. Da wird es Ärger geben - und das zu recht!"
Hier sei Ancelotti gefordert. Er müsse die Superstars bei Laune halten und dennoch einen Umbruch einleiten. Dies sei ein zentraler Part als Trainer des FC Bayern.
"Wenn wir es schaffen, einen oder zwei pro Jahr von den Jungen in die Mannschaft zu integrieren, haben wir schon eine Menge geschafft", erklärt Hoeneß: "Da sind wir auf einem guten Weg und ich habe das Gefühl, dass Carlo das auch so sieht."