Cottbus-Fans feiern Aufstieg mit Ku-Klux-Klan-Kapuzen
Staatsschutz ermittelt
28.05.2018 | 19:53 Uhr
Weil einige Fans den Aufstieg von Energie Cottbus in die 3. Liga in der Innenstadt mit weißen Kapuzen im Stil des Ku-Klux-Klans gefeiert haben, hat der kriminalpolizeiliche Staatsschutz "intensive Ermittlungen aufgenommen". Das geht aus einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Süd hervor. Der Verein distanzierte sich umgehend von der Aktion.
Durch ihre Verkleidung könnten die Personen, die zudem ein rotes Transparent mit der Aufschrift "Aufstieg des Bösen" trugen, unter anderem gegen das Versammlungsverbot verstoßen haben. Bei den Feierlichkeiten auf dem Altmarkt wurde zudem Pyrotechnik gezündet.
Cottbus zeigt sich "zutiefst betroffen"
Der Verein distanzierte sich am Montag "entschieden" von der "Darstellungsform, die menschenverachtend, abstoßend und in keiner Weise tolerierbar ist". Energie begrüßte zudem die polizeilichen Ermittlungen und versprach, "im Falle der Bekanntmachung der Personen bundesweite Stadionverbote und lebenslange Hausverbote" auszusprechen.
"Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Personen der Stadt Cottbus, der gesamten Region und dem FC Energie Cottbus ganz bewusst Schaden zufügen wollen", heißt es in einer Stellungnahme des früheren Bundesligisten: "Wir sind zutiefst betroffen, dass einige wenige Personen durch ihr Handeln die Freude über den Aufstieg trüben und das Image von zehntausenden Energie-Fans und des Vereins beschädigen."
Auch Trainer und Team in der Kritik
Nach dem Aufstieg musste sich aber auch der Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz für antiziganistische Gesänge entschuldigen, die er und seine Mannschaft während der Feierlichkeiten angestimmt hatten. "Für diesen Fauxpas möchte ich mich öffentlich entschuldigen. Wir wollten damit niemand beleidigen oder diskriminieren", sagte Wollitz der Lausitzer Rundschau am Montag: "Wir haben uns damit gegenseitig auf den Arm genommen. Aber in der Öffentlichkeit hat so ein Gesang nichts zu suchen."
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) hatte ein Video auf Twitter gepostet, auf dem die Mannschaft "Trainer, du Zigeuner" singt. Später auf der Pressekonferenz habe Wollitz mit "Spieler, ihr Zigeuner" geantwortet, schrieb das JFDA in dem Tweet. Das Video verbreitete sich rasant in den Sozialen Netzwerken.
Cottbus hatte am Sonntag durch ein 0:0 im Relegations-Rückspiel die Rückkehr in den Profifußball perfekt gemacht. Im Stadion verlief die Siegesparty friedlich. (sid)